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21.09.2026 | (rsn) - 2026 ist das Jahr der Franziska Koch. Nach ihrem Wechsel im vergangenen Winter zur französischen Equipe FDJ United – Suez feierte sie bei Paris-Roubaix den größten Sieg ihrer Karriere. Nun legte sie mit ihrer ersten Einzelmedaille bei Weltmeisterschaften nach und sorgte für einen gelungenen Auftakt in eine Woche, in der sich der Deutschen Doppelmeisterin noch zwei weitere Chancen bieten.
"Die WM-Medaille und einen Monumentsieg kann man durchaus vergleichen. Ich bin mit der Bronzemedaille sehr glücklich, denn es war meine eigene Leistung heute", berichtete Koch auf der Pressekonferenz. 2024 gehörte sie zur deutschen Mixed Staffel, die WM-Silber hinter Australien bei den Titelkämpfen in Zürich gewann. Damals erledigte Koch den ersten Part bei den Frauen, fuhr von vorne bis zum Anstieg, dort übernahmen ihre Teamkolleginnen Antonia Niedermaier und Liane Lippert.
___STEADY_PAYWALL___ Auf dem nun 39,2 Kilometer langen Parcours, dem längsten Einzelzeitfahren der Frauen-Elite in der WM-Geschichte, hatte die 26-Jährige sich einen guten Plan zurechtgelegt. "Ich musste aufpassen, nicht zu aufgeregt zu starten und dort schon die ersten Energien zu verschwenden. Bei einem so langen Zeitfahren musst du dir was aufsparen, ehe du am Ende den Tank völlig leerfahren kannst", erzählte Koch, die auch dank ihrem Teamwechsel so richtig die Leidenschaft am Zeitfahrrad neu entfachen konnte.
"Ich sitze relativ gut auf dem Rad und in der Zusammenarbeit mit Specialized haben wir herausgefunden, dass diese Disziplin was für mich sein kann", berichtete Koch, die in ihrer neuen Equipe viel mehr Unterstützung genießt. "Wenn ein Team nicht hinter dem Zeitfahren steht, dann wird das auch nichts. Ohne Vorbereitung kommt halt nur Durchschnitt raus. Mein Trainer war jetzt auch mit im Auto und hat mich durch die Strecke geführt. Wenn man jemanden hat, dem man vertraut, bringt das halt auch schon sehr, sehr viel", analysierte die Deutsche, die sich zunächst am Computer mit der Strecke in Montréal vertraut machte, mittels der App VeloViewer.
Gerade einmal zwei Trainingsstunden standen auf der Strecke zur Verfügung, in denen Koch versuchte, sich den technischen Part so gut wie möglich zu merken. Zweimal verfolgte sie ihre Trainingsfahrt auch per Videostudium. "Jeder hat ja in der Schulzeit nochmal Vokabeln angeschaut, bevor man schlafen gegangen ist. Im Prinzip ist es dasselbe, man muss den Kurs in- und auswendig kennen", sagte sie.
Das Podium im Einzelzeitfahren der Frauen - Zoe Bäckstedt, Marlen Reusser und Franziska Koch | Foto: Cor Vos
Rund 20 Minuten vor den großen Favoritinnen ging Koch ins Rennen, hatte deshalb bei den Zwischenzeiten kaum Anhaltspunkte, wie gut und schnell sie unterwegs war. “Cédrine Kerbaol war kurz nach mir gestartet und mein Trainer hat mir dann immer wieder gesagt, dass ich schneller bin und das motiviert natürlich schon. Im Endeffekt versuche ich allerdings ohnehin mein Bestes zu geben, egal ob ich jetzt zwei Sekunden schneller oder langsamer als jemand anderes bin", beschrieb sie ihre Herangehensweise.
Die Bronzemedaille könnte für Koch aber nur der Auftakt in eine erfolgreiche WM-Woche sein, auch in der Mixed Staffel sowie im Straßenrennen kann sich die 26-Jährige Hoffnungen machen auf Topergebnisse und sogar ihr Medaillenkonto weiter ausbauen. “Das Zeitfahren war mir schon sehr wichtig, beim Mixed Relay können wir aber auch noch richtig gut performen, denke ich mal. Antonia landete heute auch auf dem siebten Platz. Ich bin also positiv gestimmt und freue mich auch drauf, da auch die Jungs mega motiviert aussehen“, blickte sie auf den Dienstag voraus, wenn sie mit Niedermaier und Ricarda Bauernfeind den weiblichen Part in der Mixed Staffel übernehmen wird.
Und auch für das 180 Kilometer lange Straßenrennen gehört Koch zum erweiterten Kreis der Favoritinnen. Die Formkurve der letzten Wochen zeigt weiter nach oben und die lange Distanz sollte auch Koch sehr entgegenkommen. "Natürlich freue ich mich auch auf das Straßenrennen besonders, ich glaube, der Kurs könnte auch gut für mich sein. Roubaix ist halt wirklich so ein Ausrufezeichen gewesen, ich würde schon sagen, dass mir das viel Selbstbewusstsein gegeben hat."
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