RSNplusGroßschartner freut sich über McNultys Titel

Österreicher beim “survival of the fittest“ in Montreal nicht fit genug

Von Kevin Kempf

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Das Männerteam Österreichs bei der WM: Patrick Konrad, Felix Großschartner und Felix Gall (von links nach rechts) | Foto: Cor Vos

28.09.2026  |  (rsn) – Mit Felix Großschartner, Patrick Konrad und Felix Gall hatte Österreich ein kleines, aber nominell schlagfertiges Team am Start des Männer-Rennens der Straßen-WM in Montreal. Vor allem Gall - der einzige Profi, der diese Saison zweimal auf dem Podium einer Grand Tour stand – hatte gerade als Dritter bei der Vuelta gezeigt, dass er in Topform ist.

Doch es dauerte nicht lang, bevor klar wurde, dass die Spanien-Rundfahrt keine gute Vorbereitung auf Kanada war. Ihr Gesamtsieger Enric Mas fiel genau wie Gall frühzeitig sang- und klanglos aus dem Feld heraus. Wout van Aert konnte in der Spitzengruppe an einer Welle schon früh nicht mehr Mathieu van der Poel, Quinn Simmons und Oscar Onley folgen und letztendlich war Stefan Küng als 14. der beste Vuelta-Teilnehmer. Der allerdings hatte die Rundfahrt vor der 19. Etappe verlassen. In Montreal eine Position hinter dem Schweizer landete Jorgen Nordhagen, der in Granada 26. der Gesamtwertung wurde.

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Auch Konrad war in Spanien dabei und kam als 40. des Gesamtklassements am Fuße der Alhambra an. Er gab die WM wie Gall vorzeitig auf und hatte neben der gleichen Vorbereitung wie sein Kapitän noch ein weiteres Problem. “Ich habe hier leider zwei Tage im Bett verbracht und bin froh, dass ich heute trotzdem habe am Start stehen können. Ich bin dann noch bis ins Finale gefahren, aber wenn dann die Favoriten loslegen, muss ich reißen lassen", erzählte der 34-Jährige RSN.

Obwohl er erst zum zweiten Mal diese Saison ein Rennen vorzeitig beendete, teilte er eine bemerkenswerte Einsicht mit: "Der Radsport entwickelt sich in eine Richtung, wo es schon schwierig ist, ein Rennen nur zu Ende zu fahren – weil das Tempo von Anfang an extremst hoch und jeder am Limit ist. Die fahren hier schon alle in einer eigenen Liga und wollen sich gegenseitig das Leben so schwer wie möglich machen“, meinte er wohl mit Blick auf die Fahrer, die inzwischen gern als “die Außerirdischen“ bezeichnet werden.

Survival of the fittest im Großstadtdschungel von Montreal

Wer dazu gehört und wer erst noch in diese Rolle hineinwachsen muss oder schon hinausgewachsen ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Der “Außer-Außerirdische“ Tadej Pogacar jedenfalls fehlte bei der WM, sodass seine Widersacher alles aus sich herausholen konnten, um selbst den WM-Titel zu erlangen. Für Konrad und Co. brachte das wenig Freude. “Wenn du wie ich wirklich eine Klasse schwächer bis und dir noch ein paar Prozent fehlen, dann wird es wirklich schon schwierig, das Rennen nur einfach zu Ende zu fahren. Es war wirklich 'survival of the fittest' heute.“

Felix Grßschartner beendete das WM-Rennen als einziger Österreicher als 54. | Foto: Cor Vos

Fit genug, um zu überleben war am Sonntag bei den Österreichern nur Großschartner. Vor seinem Namen steht im Ergebnis der 54. Platz. “Es war ein Ausscheidungsrennen. Ich habe ein bisschen mit Krämpfen gekämpft und dann war es einfach vorbei. Ich bin dann heute einfach mit meiner Gruppe fertig gefahren“, so der 32-Jährige im Gespräch mit RSN. Doch obwohl Team Austria kein gutes Resultat erzielen konnte, war der Oberösterreicher im Ziel glücklich.

“Ich freue mich riesig für Brandon“, erklärte Großschartner, der im Radsportalltag seit 2023 Mannschaftsgefährte des US-Amerikaners ist. “Wir haben die letzten drei Wochen gemeinsam im Kanada verbracht und waren jeden Tag gemeinsam trainieren. Ich freue mich, dass wir es geschafft haben. Mehr gibt es nicht zu sagen, es ist super.“

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