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21.09.2026 | (rsn) – Es war einmal mehr eine Machtdemonstration, die Remco Evenepoel beim Einzelzeitfahren der Weltmeisterschaften in Montreal ablieferte. Von der ersten Zwischenzeit an lag der 26-jährige Belgier in Führung und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel auf fast eine Minute aus. Keine Chance auf Gold hatte der Italiener Filippo Ganna, der trotz persönlicher Bestwerte keine Hand an das Regenbogentrikot legen konnte.
Als er in der Pressekonferenz angesprochen wurde, dass sein italienischer Kontrahent zuvor von den besten 45 Zeitfahrminuten seines Lebens gesprochen hatte, winkte Evenepoel ab: "Das sagt er doch immer, wenn er Zweiter geworden ist. Auf dieser Strecke von Bestwerten zu sprechen, finde ich etwas schwierig, weil es echt viele Kurven gab, aus denen du rausbeschleunigen musstest. Aber auf der Geraden hatte ich auch einen guten Output." ___STEADY_PAYWALL___
Von Beginn des 39,2 Kilometer langen Zeitfahrens ließ der Titelverteidiger keinen Zweifel aufkommen, wer die alte und neue Nummer eins im Kampf gegen die Uhr sein würde. "Natürlich war es das Ziel hierherzukommen und das vierte Mal in Folge zu gewinnen", sagte er, lobte sein Material und bedankte sich bei seinem ganzen Team für die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften.
Der Zeitfahr-Primus entwickelt sich immer noch stetig weiter. Während er früher in den technischen Passagen oft noch Zeit liegen ließ, so hat er seine Schwächen in diesen ausgemerzt. "Ich hatte ein richtig gutes Zeitfahren von der Power her, aber auch in den Kurven. Der Kurs war fordernd, aber auch eine wunderschöne Erfahrung."
Vor allem beim Weltmeister von 2020 und 2021 hinterließ die dritte Niederlage nach 2023 und 2024 seine Spuren. "Ich verstehe, dass er seine Hoffnung verliert, aber das kann sich ja wieder ändern. Ich jedenfalls werde 2027 auf die fünfte Goldmedaille gehen. Ich weiß nicht, was die anderen vorhaben. Wenn sie nicht gegen mich fahren wollen, wird es einfacher für mich", sagte der vor Selbstvertrauen strotzende Belgier.
Remco Evenepoel war auf dem Kurs in Montreal eine Klasse für sich. | Foto: Cor Vos
Evenepoel, der Ganna schon auf den letzten Kilometern vor sich sah, jubelte dann schon auf den letzten Metern. "Wirklich genossen habe ich die nicht, es ging ja bergauf. Aber zehn Kilometer vor dem Ziel wusste ich schon, dass der Abstand groß ist", schilderte er seine Erlebnisse im Finale. Mit seinem Sieg vor einer Woche beim Grand Prix in Quebec und dem folgenden fünften Platz in Montreal bei den beiden WorldTour-Rennen vor den Titelkämpfen gilt er auch als einer der Topfavoriten für das Straßenrennen.
Als er nach seinem Zeitfahrsieg angesprochen wurde, ob er sich auch in dieser Rolle sieht, erklärte er nur: "Diese Frage braucht man keinem Fahrer so stellen. Wir versuchen uns so gut es geht vorzubereiten. Die Einschätzung dazu muss von euch kommen." Bis zum Sonntag will er sich zunächst erholen und dann noch zwei Trainingstage einlegen. "Damit noch etwas extra Power in die Beine kommt", grinste er. Die wird er wohl auch benötigen, wenn die Gegner auf dem hügeligen Kurs in der kanadischen Metropole Mathieu van der Poel, Isaac Del Toro oder Paul Seixas heißen.
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