Frühe Alleinfahrt “war nicht der Plan“ in Luxemburg

Van der Poel mit längstem Solo des Jahrhunderts

Von Jan Zesewitz

Foto zu dem Text "Van der Poel mit längstem Solo des Jahrhunderts"
Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) auf dem Weg in die Geschichtsbücher. | Foto: Cor Vos

21.09.2026  |  (rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) beließ es nicht bei einem einfachen Mitrollen bei der Tour de Luxembourg (2.Pro) als WM-Generalprobe. Beim Niederländer muss es schon historisch sein. Sein 175 Kilometer langes Solo auf der 5. und abschließenden Etappe der Rundfahrt durch das Herzogtum war die längste erfolgreiche Alleinfahrt dieses Jahrtausends.

"Es war nicht der Plan, vom Start weg alleine zu attackieren. Aber dann war die Situation so, dass ich alleine vorne war. Ich bin dann einfach immer weitergerollt", sagte van der Poel. "Ich dachte, dass mich die Verfolgergruppe irgendwann aufsammelt. Aber der Abstand wurde immer größer. Dann musste ich es einfach alleine bis ins Ziel schaffen."

Verschiedene Medien kramten nach diesem denkwürdigen Auftritt exakt sieben Tage vor dem WM-Straßenrennen in Montréal in den Archiven und fanden ab dem Jahr 2000 keine längere erfolgreiche Solo-Flucht. Der bisherige Rekordhalter war David McKenzie, der beim Giro d’Italia 2000 nach 164 Kilometern Alleinfahrt den Sieg auf der 7. Etappe einfuhr. 2004 gewann David Zabriskie nach 162 Kilometern als Solist die 11. Etappe der Vuelta – dieser Sieg wurde ihm später wegen Dopings aberkannt.

Van der Poel hatte während seines Ausflugs durch Luxemburg maximal knapp vier Minuten Vorsprung, im Ziel waren es noch 1:04 Minuten auf Mikkel Honoré (EF Education – EasyPost). Für den Niederländer selbst war es natürlich auch mit Abstand der längste Solosieg – sein bisheriger Rekord stand bei knapp 60 Kilometern bei Paris-Roubaix 2024. In den Top Ten dieses Jahrhunderts findet sich übrigens nicht Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG). Sein Bestwert sind 81 Kilometer bei Strade Bianche 2024.

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