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21.09.2026 | (rsn) – Mit einer großen Überraschung endete die U23 Zeitfahr-WM in Montreal. Der Niederländer Ryan Gal holte mit einer starken Leistung in der zweiten Rennhälfte die Goldmedaille. Er verwies den Italiener Nicolas Milesi auf den Silberrang. Der lag nach 31,3 Kilometer sieben Sekunden hinter dem Metec-Fahrer und vier vor dem Spanier Hector Alvarez, der Bronze gewann. Vierter wurde der US-Amerikaner Ashlin Barry vor dem Dänen Mads Landbo.
Gal wurde zwar dieses Jahr in Laren überlegen Niederländischer Zeitfahrmeister der U23, auf der Rechnung für Edelmetall hatte ihn trotzdem fast niemand. Der 21-Jährige hatte 2025 die Lust am Radsport verloren und wechselte deswegen von Development Picnic – PostNL zu Metec. Dort konnte er international nur einmal auf sich aufmerksam machen, als er eine Bergankunft beim Giro Ciclistico della Valle d'Aosta - Mont Blanc (2.2U) für sich entschied.
Dementsprechend überrascht war auch Gal selbst über den errungenen Titel. “Das ist alles noch gar nicht bei mir im Kopf angekommen. Ich weiß wirklich gar nicht, was da gerade passiert ist“, sagte er im Ziel-Interview. Aufgrund seiner frühen Startposition hatte er viel Zeit im Hot Seat über sein Rennen nachzudenken. “Erst war ich einfach froh, dass ich gut gefahren bin, obwohl ich diese Woche noch krank war. Es war ein Kampf gegen die Zeit, um noch fit zu werden.“
Er wurde nicht nur fit, er legte das Rennen seines Lebens hin. “Ich wusste, dass meine Werte gut waren. Ich habe mich gut gefühlt und konnte zum Ende hin in den Anstiegen noch gut drücken. Ich wusste, dass ich ein gutes Zeitfahren absolviert hatte. Aber ich hatte nicht gedacht, dass es so ein großartiges war“, gab er zu.
Bruno Keßler war fünf Sekunden schneller als Louis Leidert und belegte Rang 13. Der Lidl-Trek-Nachwuchsmann beendete das WM-Zeitfahren zwei Positionen dahinter. Der Schweizer Jan Huber ließ die 40. Zeit notieren. Österreicher und Luxemburger waren nicht am Start.
Der Australier Cameron Rogers war der Erste der Medaillenfavoriten, der auf den Kurs ging. Der Neffe des dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers hatte aber kein Glück, denn sein Arbeitsgerät verweigerte nach einige Kilometern den Dienst. Mehr als zwei Minuten stand der 21-Jährige laut fluchend am Straßenrand, während ein Mechaniker probierte, den Schaden zu reparieren. Die ersten Versuche das Rennen wieder aufzunehmen scheiterten, was beim Australier zu wilden Schlägen gegen das Rad und weiteren Flüchen führte.
Zu dem Zeitpunkt lag im Ziel der Bulgare Nicholas van der Merwe, der letztes Jahr als 13. der Junioren-WM im Zeitfahren sowie als Achter der EM in der gleichen Disziplin überrascht hatte. Der Este Romet Pajur von den Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies unterbot diese Zeit um zwei Sekunden, der Cypriot Bogdan Zabelinskiy war allerdings wenig später ganze 1:11 Minuten schneller und setzte damit die erste echte Richtzeit.
Das Streckenprofil der U23 Zeitfahr-WM | Foto: Veranstalter
38 Sekunden hinter dem Sohn von Sergej Iwanow und Olga Zabelinskaya ließ Leidert die zweitbeste Zeit notieren. Direkt nach dem Deutschen kam aber Ryan Gal ins Ziel. Der Niederländer pulverisierte die Bestzeit überraschend um 52 Sekunden. Ein Blick zur 1. Zwischenzeit zeigte, dass dort nach dem letzten Fahrer nur vier Athleten schneller waren als der KT-Fahrer. Alvarez lag da vor Landbo, Milesi, dem zweiten Dänen, Kristian Egholm, und eben Gal.
Am zweiten Messpunkt blieb Alvarez vorn. Er büßte allerdings fünf Sekunden auf Milesi und zwei auf Gal ein. Der hatte Egholm inzwischen hinter sich gelassen. Bei der dritten Zeitmessung fiel Landbo ebenfalls 15 Sekunden hinter den Mann im Hot Seat zurück. Auch Milesi kam nun mit zwei Sekunden Rückstand über den Wertungsstrich. Als dann Alvarez ebenfalls drei Sekunden hinten lag, konnte sich Gal berechtigte Hoffnungen auf Gold machen.
Im Ziel waren die beiden Dänen derweil bereits hinter den Barry zurückgefallen. Keßler belegte zwischenzeitlich Rang sieben. Als Milesi das Ziel erreichte, zeigte die Uhr sieben Sekunden Rückstand und Platz zwei an. Direkt anschließend kam der Spanier auf die Zielgerade und 100 Meter vor dem Ziel war klar, dass auch der Iberer den Niederländer nicht schlagen kann. Mit 11 Sekunden Rückstand belegte er den dritten Rang. Der letzten Fahrer im Rennen, der Belgier Matisse Van Kerckhove, spielte im Kampf um Gold keine Rolle mehr.
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