RSNplusBergfahrer verpasst im Flachen EM-Medaille

Bock: “Einzige Chance war es, am Anstieg zu attackieren“

Von Peter Maurer aus Ljubljana

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Max Bock führt die Verfolgergruppe bei der EM an. | Foto: Cor Vos

02.10.2026  |  (rsn) – Vor drei Jahren holte Max Bock seine erste Medaille bei Europameisterschaften. Als Junior gewann er die Premiere der Berg-EM, welche 2023 am Gotthardspass in der Schweiz ausgetragen wurden. Die Titelkämpfe am Tremolo-Anstieg blieben aber eine Eintagsfliege, ganz im Gegensatz zum jungen Deutschen, der sich damit für einige WorldTeams interessant machte.

So fuhr er zwei Saisons im Kontinentalteam von Groupama – FDJ, ehe er im Winter nun zu den Rookies von Red Bull Bora – hansgrohe wechselte. Schon im Vorjahr gehörte er bei den Welt- und Europameisterschaften zur deutschen U23-Auswahl, wurde Bester seines Landes sowohl in Kigali als Elfter als auch als Neunter in der Ardèche. Diese Serie riss heuer in Montreal, wo er das Straßenrennen der U23 auf Rang 40 beendete. In Ljubljana bei den Europameisterschaften war er wieder bester Deutscher und als Vierter fehlte ihm nicht viel zur Medaille. ___STEADY_PAYWALL___

“Im letzten Jahr lief es vor allem gegen Ende des Jahres gut für mich. In diesem schon seit dem Anfang. Da waren die Weltmeisterschaften eine Ausnahme und daher war ich sehr enttäuscht. Aber der Kurs hat einfach nicht so gut zu mir gepasst, weil er einfach zu punchy war“, schilderte Bock gegenüber radsport-news.com nach dem EM-Rennen der U23, welches in der slowenischen Hauptstadt startete und rund um die kleine Stadt Sencur auf einem Rundkurs endete. Dieser war gespickt mit einem längeren Anstieg, der dem bergfesten Deutschen gut gefiel.

Bergauf war Max Bock bei der EM der stärkste U23-Athlet. | Foto: Cor Vos

Dennoch wusste er, dass er auch nur dort seine Trümpfe ausspielen kann: “Meine einzige Chance auf diesem Kurs war es, das Feld am Anstieg zu attackieren. Ich glaube, dass ich am Berg einer der Stärksten war. Aber ich konnte nicht alle abhängen“, schilderte der Mainzer, der immer wieder versuchte, sich von den Kontrahenten zu lösen.

Am Limit den Berg hoch

Als nach der Überfahrt des Mozjanca-Anstieges in der vorletzten Runde dann der Vizeweltmeister Hector Alvarez in die Abfahrt reinattackierte, konnte der 21-Jährige nicht mit. “Ich war am Limit, weil ich Vollgas hochgefahren bin“, erklärte er weiter. Nachdem der Spanier in die letzte Runde als Solist ging, konnte Bock gemeinsam mit dem Polen Jan Michal Jackowiak und dem Belgier Niels Driesen noch aufschließen im finalen Anstieg.

Als das Ziel immer näher kam, verabschiedete sich ein Kontrahent des Deutschen nach den anderen, allerdings leider nach vorne. Zuerst griff Alvarez an, es folgte Jackowiak und schließlich musste er Driesen ebenfalls ziehen lassen, die in dieser Reihenfolge dann auch auf dem Podium standen. Dem Deutschen blieb nur der vierte Rang. “In der Ebene ging dann auch nicht mehr viel. Ich konnte die Lücke nicht mehr schließen, aber hätte ich mich von ihnen lösen können, dann wäre der flache Weg bis ins Ziel auch noch weit gewesen. Ich bin mit meinem Rennen eigentlich relativ zufrieden. Schade, dass ich die Medaillen um einen Platz verpasst habe. Aber das ist Radsport“, meinte er dazu.

Seit dieser Saison ist Bock ein Bulle. | Foto: Cor Vos

Die zwei langen Ausreißversuche von Alvarez, die schließlich zur Goldmedaille für den Spanier führten, rangen aber auch Bock Respekt ab. Während dahinter vor allem in der vorletzten Runde noch mehrere Fahrer in der Verfolgung kreiselten, nahm dessen Vorsprung erst am Berg wieder ab. “Es war auf jeden Fall eine sehr starke Leistung von ihm. Wir konnten am Berg noch einmal aufschließen. Aber er hatte am Ende einfach noch den nötigen Punch, um uns abzuhängen“, sagte Bock.

Für das Elite-Rennen der Männer ist der Verlauf der U23 bei Großveranstaltungen oft ein Indiz. “Ich denke, dass es über die Runden ein Ausscheidungsrennen wird. Die Anfahrt bei uns war extrem schnell und das ganze Rennen war eigentlich Vollgas ohne eine einzige Verschnaufpause. Ich glaube, das wird beim Profirennen etwas anders. Da wird am Anfang wahrscheinlich eine Gruppe gehen, weil auch die Anfahrt länger ist. Aber ich denke, auf dem Rundkurs wird es die gleichen Selektionen geben“, blickte Bock voraus.

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