Die Stimmen zum EM-Straßenrennen der Frauen

Longo Borghini: “Anfängerfehler hat mich Medaille gekostet“

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Elisa Longo Borghini (Italien) gehörte wie bei der Weltmeisterschaft zu den stärksten Fahrerinnen. | Foto: Cor Vos

03.10.2026  |  (rsn) – Nach ihrem WM-Titel dominierte die Niederländerin Demi Vollering auch bei der Europameisterschaft in Slowenien und sicherte sich souverän die Goldmedaille. Nach starker Vorarbeit von Teamkollegin Puck Pieterse setzte sich Vollering am letzten Anstieg des Mozjanca ab und fuhr als Solistin zum Titel.

Dahinter entwickelte sich ein dramatischer Kampf um die Podestplätze. Die Polin Kasia Niewiadoma stürzte in der letzten Kurve 300 Meter vor dem Ziel und riss dabei fast die Deutsche Antonia Niedermaier mit, die ausweichen musste und dadurch im Kampf um Edelmetall chancenlos blieb. Den Sprint der Verfolgergruppe sicherte sich Pieterse vor der Schweizerin Marlen Reusser und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Die starke Teamleistung der Deutschen rundeten Niedermaier als Fünfte und Franziska Koch als Achte ab.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonistinnen nach dem Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zum EM-Straßenrennen der Frauen

Demi Vollering (Niederlande / Europameisterin / Flash-Interview): “Ich glaube, wir können mal wieder stolz auf unsere Leistung sein. Es ist wirklich ein goldenes Jahr und schade, dass es schon vorbei ist. Am Mittwoch gibt es noch das Zeitfahren und dann ist schon die Saison vorbei. Aber ich kann es nicht erwarten, das ganze nächste Jahr in diesem Regenbogen-Trikot zu fahren und hoffentlich wieder eine gute Saison zu haben.”

Elisa Longo Borghini (Italien / Vierte / Eurosport): “Es hat sich angefühlt, als hätte ich in der letzten Kurve einen Anfängerfehler gemacht. Ich wollte als Zweite in den Sprint gehen, aber Kasia ist weggerutscht und hat mich dadurch quasi von meiner Linie abgebracht. Das ist aber niemandes Schuld, so etwas passiert eben im Radsport. Ich hätte cleverer sein müssen und das war ich heute nicht. Ich bin enttäuscht von mir selbst und von meiner Positionierung, aber ansonsten lief alles gut. Ein Anfängerfehler hat mich die Medaille gekostet, aber es ist okay.”

Antonia Niedermaier (Deutschland / Fünfte / RSN): “Der Berg hat mir ganz gut gefallen, aber leider sind wir nur zweimal drübergefahren. Ich hätte mir das öfter gewünscht, das wäre besser für mich gewesen. Im Großen und Ganzen können wir jedoch zufrieden sein. Wir haben mit Franzi (Koch) und Lilly (Lippert) alle Karten gespielt. Klar gab es keine Podium-Medaille, aber wir können trotzdem zufrieden sein. Kasia (Niewiadoma) hat mich ein bisschen eingebaut und ist dann vor mir gestürzt. Dann hatte ich keine Chance mehr. Ich musste auch ausklicken und bin auch noch fast gestürzt.”

Kasia Niewiadoma-Phinney (Polen / Sechste / Eurosport): “Ich habe auf jeden Fall Schmerzen und Wunden. Ich habe ehrlicherweise keine Ahnung, was passiert ist. Wir haben alle um die Position in der Kurve gekämpft und dann habe ich das Vorderrad verloren. Aber ich muss es mir erst noch einmal anschauen. Natürlich hat das Rennen erst begonnen, als wir auf den Rundkurs gefahren sind. Das Tempo an den Anstiegen war sehr hoch. Am letzten dachte ich, ich kann mithalten, bis Demi bei hohem Tempo noch mal beschleunigt hat. Sie war superstark.“

Franziska Koch (Deutschland / Achte / Eurosport): “Ich habe versucht, mich am ersten Anstieg zu pacen, deswegen wurde ich etwas durchgereicht. Aber ich wusste, dass ich mir ein bisschen Kraft für oben aufsparen musste, weil an der Kuppe des Anstiegs geht es noch weiter. Dann war ich mit Liane (Lippert) zusammen und wir sind zurückgekommen. Dann dachte ich mir, dass der Anstieg etwas zu hart für mich ist. Deswegen habe ich es zwischendrin versucht und Liane hat meine Attacke gut vorbereitet. Ich habe es mit Vollgas probiert, weil ich gemerkt habe, dass das die einzige Möglichkeit war und wir hinten in der Gruppe immer noch zwei Karten hatten. Ich bin zufrieden mit dem Versuch.”

Cecile Uttrup Ludwig (Dänemark / Zwölfte / Eurosport): “Wir wussten schon zuvor, dass es hektisch vor dem Anstieg werden würde. Als wir in den Anstieg gefahren sind, habe ich mich noch okay gefühlt, am Schluss war ich aber am Limit. Wir waren in einer Gruppe mit Francesca und Liane und sind dann tatsächlich zurückgekommen. Ich dachte mir dann, dass ich den Schwung direkt mitnehme. Ich denke, ich habe heute alles gegeben, sie waren einfach stärker. Ich muss über den Winter heimgehen und mich noch ein bisschen mehr vorbereiten.”

Katharina Sadnik (Österreich / 25. / RSN): “Ich habe mir die Strecke im August angeschaut und vielleicht lag mir der lange Berg nicht, aber heute war es richtig cool zu fahren. Es ist tatsächlich besser gegangen als vorgestellt. Ich war in einer guten Gruppe mit einer guten Pace. “

Carina Schrempf (Österreich / 39. / RSN): “Es hat sich dann doch ein bisschen anders entwickelt, als ursprünglich gedacht. Allgemein war es klar, dass wir aufpassen müssen wegen der Attacken zu Beginn, dort sind einmal Katrin (Schweinberger) und dann Leila (Geschwentner) mitgegangen. Ich sollte eigentlich eher für die Fahrerinnen der zweiten Reihe die Augen offen halten und schauen, was die machen. Dann hat doch ein bisschen überraschend Margot Vanpachtenbeke attackiert. Das war eine, auf die ich schauen sollte, bei der ich gewusst habe, die können wir jetzt nicht fahren lassen. Dann habe ich doch die Initiative ergriffen, wir haben relativ schnell eine Lücke gehabt und haben die Arbeit super aufgeteilt. Wir sind relativ weit gekommen mit der Einfahrt zum ersten Mal in den Berg.”

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