Herzog überrascht bei EM als Siebter

Evenepoel schlägt nach Zielfotoentscheid Ciccone

Von Guido Scholl

Foto zu dem Text "Evenepoel schlägt nach Zielfotoentscheid Ciccone"
Remco Evenepoel (links) schlägt Giulio Ciccone denkbar knapp im Sprint.| Foto: Cor Vos

04.10.2026  |  (rsn) – Das Zielfoto hat gesprochen: Der Belgier Remco Evenepoel ist der neue Europameister! Der Belgier erreichte im Zweiersprint den Zielstrich wenige Millimeter vor dem Italiener Giulio Ciccone. Dessen Landsmann Christian Scaroni sicherte sich als Solist Bronze. Der Lette Toms Skujins kam – ebenfalls allein – als Vierter ins Ziel. Der Spanier Ivan Romeo war im Sechsersprint schneller als der Belgier Ramses Debruyne und der Deutsche Emil Herzog, der als Siebter überraschte.

Später mehr…

So lief das EM-Rennen der Männer:

Auf dem flachen Abschnitt vor dem Rundkurs um Sencur setzte sich ein Sextett ab, zu dem unter anderem der Schweizer Fabian Weiss, der Tscheche Josef Cerny und der Slowene Luka Mezgec gehörten. Unter dem Tempodiktat der belgischen Mannschaft wuchs der Vorsprung aber nie auf mehr als 1:30 Minuten an. Bereits bei der ersten Auffahrt zum Mozjanca-Anstieg zerfiel die Gruppe, und es blieben lediglich Tiago Antunes (Portugal), Jochem Kerckhaert (Niederlande) und Weiss übrig. Nach der zweiten Passage des 2,1 Kilometer langen Bergs war es dann auch um dieses Trio geschehen.

Fabio Christen (Schweiz) wagte dann einen Solo-Vorstoß, der Italiener Giulio Pellizzari setzte nach. Doch beide wurden bald wieder eingesammelt. Weiterhin bestimmte Belgien das Tempo. Das favorisierte Team wurde in der dritten Auffahrt zum Mozjanca-Anstieg kurz von Italien abgelöst. Als dann aber Mads Pedersen (Dänemark) in Schwierigkeiten geriet, erhöhten die Belgier die Schlagzahl noch einmal, um den hoch gehandelten Ex-Weltmeister zu distanzieren.

Das Streckenprofil des EM-Rennens der Männer | Foto: Veranstalter

Giulio Ciccone (Italien) griff kurz vor der Kuppe an, fast gleichzeitig hatte Evenepoel beschleunigt. Sie kamen zu zweit oben an, dann stürzte der Belgier in einer Kurve, Ciccone konnte sich zunächst allein absetzen. Evenepoel war schnell wieder auf seinem Arbeitsgerät und wurde von Maxim Van Gils zurück zur ersten Gruppe hinter Ciccone gebracht, die noch zwölf Mann umfasste. Der Italiener wurde bald wieder gestellt. Als Evenepoel in einem kurzen Gegenanstieg in der Abfahrt vom Mozjanca-Anstieg erneut angriff, reagierte Ciccone als Erster. Der Belgier bekam von seinem Begleiter wenig Unterstützung.

Mit Van Gils und Ramses Debruyne befanden sich zwei Belgier in der Verfolgergruppe, die die zahlreichen Konterattacken neutralisieren konnten. Und so konnte das Spitzenduo seinen Vorsprung bis auf 40 Sekunden ausbauen, ehe es zum letzten Mal bergauf ging. In der Phase setzten sich der Franzose Mathys Rondel und der Scaroni aus der Verfolgergruppe ab, wobei der Italiener nur am Hinterrad saß.

Während Evenepoel und Ciccone zu zweit über die Kuppe fuhren, schüttelte Scaroni dahinter Rondel ab. Evenepoel reagierte zunehmend verärgert auf die zu dem Zeitpunkt aber verständliche Weigerung seines Begleiters, bei der Tempoarbeit mitzuhelfen. Der Vorsprung der Beiden war da allerdings schon so groß, dass Scaroni keine Chance hatte, nach vorn zu kommen.

In der letzten Rechtskurve zog Ciccone dann geschickt innen vorbei und hatte einen kleinen Vorsprung, als er seinen Zielsprint anzog. Doch Evenepoel gab nicht auf, saugte sich wieder heran an den Italiener und rollte mit der deutlich höheren Endgeschwindigkeit über den Strich. Weil es aber so knapp zugegangen war, jubelte zunächst keiner von beiden. Erst als bereits Scaroni auf dem Bronzerang reingekommen war und auch Skujins und Romeo als Vierter und Fünfter das Ziel erreicht hatte, verkündete die Jury den hauchdünnen Sieg des Belgiers, der mit einem lauten Schrei der Erleichterung reagierte. Ciccone wiederum senkte enttäuscht den Kopf.

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