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04.10.2026 | (rsn) – Remco Evenepoel hat sich bei der Europameisterschaft in Slowenien den letzten ihm noch noch fehlenden Elite-Titel gesichert. Der Topfavorit setzte sich im dramatischen Zweiersprint nach einem packenden Duell hauchdünn gegen den Italiener Giulio Ciccone durch. Dabei konnte ihn auch ein Sturz in der vorletzten Runde nicht stoppen.
Bronze ging an Ciccones Landsmann Christian Scaroni. Für die starke deutsche Mannschaft erzielte durch Emil Herzog als Siebter das beste Ergebnis.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten nach dem Rennen zu sagen hatten.
Remco Evenepoel (Belgien / Sieger / Flash-Interview): “Ich bin eine gute Attacke gefahren, aber ich bin in einer Kurve etwas zu schnell gewesen und einfach weggerutscht. Da hätte es schon zu Ende sein können, aber am Ende sind wir ruhig geblieben, haben uns wieder auf unseren Plan besinnt und ich habe kurz vor der Abfahrt noch einmal angegriffen. Im Sprint dachte ich schon, dass ich ihn nicht mehr kriege. Aber dann habe ich gesehen, wie er 100 Meter vor dem Ziel langsamer wurde, und ich bin auf der Ziellinie noch knapp an ihm vorbeigefahren. Ich bin also super glücklich und superstolz auf diese Leistung.”
Giulio Ciccone (Italien / Zweiter / CyclingProNet): “Die letzten zwei Kilometer habe ich nur an diese Kurve gedacht. Ich wollte erst als Erster hineinfahren, aber dann hat er meinen Plan durchschaut und kurz vorher beschleunigt. Ich habe dann aber gemerkt, dass er eine ungünstige Linie gewählt hat, also bin ich komplett nach links ausgewichen, um eine bessere Linie zu haben. In dem Moment habe ich wirklich daran geglaubt, aber so ist der Radsport eben. Die Form ist gut. Aber mental ist dieses Jahr eines der härtesten Jahre meiner Karriere. Ich weiß gar nicht, wie oft ich Zweiter war oder auf dem Podium gelandet bin.”
Tom Skujins (Lettland / Vierter / Eurosport): “Ich habe mehrmals versucht, die Gruppe zu animieren, dass wir wenigstens ein bisschen rankommen und vielleicht im Anstieg den Anschluss schaffen. Ich habe alles gegeben, aber die Zusammenarbeit war schrecklich. Vor dem Anstieg ist Scaroni mit einem der Franzosen losgefahren, auch da hat niemand nachgeführt. Scaroni hat den französischen Fahrer abgehängt und ist verdient Dritter geworden. Wir, der Rest, haben uns angeschaut und nicht zusammengearbeitet und eigentlich für nichts gekämpft.”
Emil Herzog (Deutschland / Siebter / RSN): ”Ich habe mir anfangs auch überlegt, eventuell in die Gruppe zu gehen. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich es nicht gemacht habe, denn ich glaube, die hat eh nur drei Minuten bekommen. Im Feld hat man sich da schon etwas gespart. Ich war ein bisschen überrascht, dass es am Berg jede Runde so schnell war. Da war nichts mit Taktiererei. Das Einzige, was mich etwas nervt: Remco und Ciccone sind nicht auf Stärke gegangen, die sind kurz vor der Abfahrt angetreten. Da war ein Loch und niemand ist es mehr zugefahren. Wenn ich wachsamer gewesen wäre, hätte ich da mitfahren können.“
Primoz Roglic (Slowenien / Zehnter / Eurosport): “Man versucht natürlich immer zu gewinnen, aber mein Erfolg heute war dieser neunte (sic!) Platz. Ich hatte nicht den besten Tag und musste hart um diesen Platz kämpfen. Ich habe die Stimmung und die vielen Zuschauer sehr genossen. Das werde ich nie vergessen, vielen Dank an alle, die da waren. Als die Attacke kam, hatte ich schon eine kleine Lücke. Wenn meine Form gestimmt hätte, wäre ich natürlich da gewesen. Das Zeitfahren ist ein bisschen kürzer, das könnte mir ein bisschen mehr liegen.”
Mathys Rondel (Frankreich / Elfter / CyclingProNet): “Von der Bergkuppe bis ins Ziel haben wir versucht, uns optimal abzustimmen. Es war kompliziert, die Lücke zu schließen, die Scaroni gerissen hatte. Ich habe Léo (Bisiaux) gefragt, ob er sich zutraut, den Sprint zu fahren, und er meinte ja, also habe ich versucht zu führen. Nach 30 Sekunden waren meine Beine komplett zu, aber ich habe alles gegeben. Wir hätten es heute vielleicht noch ein kleines bisschen besser machen können, aber so ist es nun mal.”
Tadej Pogacar (Slowenien / Zuschauer / Eurosport): “Schon gestern, als wir das Frauenrennen angeschaut haben, meinte Urska: `Ich sollte da draußen sein.` Vor allem, weil sie sich super gut gefühlt hat. Wenn man in guter Form ist, fällt es schwer, sich das Rennen anzuschauen und zu wissen, dass man eigentlich ein Teil davon sein könnte. Ich fahre erst seit einer Woche wieder draußen Rad und weiß, dass meine Form wirklich schlecht ist. Da wünsche ich mir gar nicht, heute mitzufahren. Vor einer Woche oder zwei Wochen wäre ich allerdings extrem heiß darauf gewesen, heute am Start zu stehen.”
Michael Gogl (Österreich / 20. / RSN): “Erwartungsgemäß war es extrem schnell, sogar auf den ersten 100 flachen Kilometern war ein extremer Zug im Feld, und der Anstieg war fünfmal ein Leistungstest. Ich glaube, der Marco und ich waren heute auf demselben Level, weil wir eigentlich die ganze Zeit in derselben Gruppe waren. Ich bin einfach mein Tempo gefahren und am Ende 20. geworden. Das ist vertretbar, muss ich sagen, auf dem doch sehr schweren Kurs war es okay. Die Stimmung war bombastisch, das hat echt Spaß gemacht.”
Marco Schrettl (Österreich / 29. / RSN): “Ich muss sagen, dass ich relativ zufrieden bin. Auf der letzten Runde ist mir halt die Kraft ausgegangen. Davor habe ich im Flachen noch mal versucht, mit Siwakow wegzufahren, und bin dann alleine ins Ziel gekommen. Am Anfang habe ich ein bisschen Energie liegen gelassen, weil ich zum falschen Zeitpunkt aufs Klo gegangen bin und dort die Attacken losgegangen sind. Heute zu attackieren war einfach dumm. Sobald eine Attacke gegangen ist, hat Belgien das Standgas eingeschaltet und man ist sofort eingeholt worden.”
Serge Pauwels (Nationaltrainer Belgien / Eurosport): “Ich bin sehr stolz, vor allem weil letzte Woche so eine Enttäuschung war. Das war ein neues Rennen, eine neue Chance und wir haben viel Verantwortung übernommen. Nur in der letzten Runde hatte ich leichte Zweifel wegen des Sprints, wir wussten, dass Ciccone auch schnell ist. Ich dachte auch schon, dass wir verloren haben. Beim Sturz konnten wir nicht viel tun, wir steckten im Konvoi der Autos fest und es war eine schmale Straße. Wir konnten aber sehen, dass er schnell wieder auf dem Rad war. Wir wussten auch, dass er ein 1-fach-Setup mit einem Schaltwerk fährt, das sehr stabil ist. Zum Glück ist nicht so viel passiert.”
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