Kommentar

Urteil für Phonak kann die ProTour sprengen

Von Pit Weber

01.02.2005  |  Die Regularien der Pro-Tour sind mit heißer Nadel gestrickt. Ein paar clevere Rechtsanwälte könnten die neue Rennserie aushebeln. Das zeigt das Urteil des CAS (Court of Arbitration for Sport), das dem Antrag des Phonak-Teams auf Zulassung zustimmte.

Wenn es ein Recht auf Teilnahme gibt, darf es keinem verweigert werden, der die Voraussetzungen (Solidität, Liquidität und sportliche Qualität) erfüllt. Potente Geldgeber vorausgesetzt, könnte die Anzahl der ProTour-Teams schnell anschwellen.

Dürfen dann 30 oder mehr Teams bei den Klassikern (und bei der Tour) an den Start gehen?

Wenn das Recht auf Teilnahme für die Mannschaften gilt, dann müßte es auch auf die Wettfahrten anwendbar sein! Das Henninger-Rennen in Frankfurt hat sicher gute Chancen, auf dem Gerichtsweg den Zugang zur höchsten Klasse zu erzwingen.

Zudem erweist das Urteil der obersten Sportrichter in Lausanne dem eigenen Anti-Doping-Kampf einen Bärendienst. Weil der überführte Doping-Sünder Tyler Hamilton Berufung eingelegt habe, sei das Urteil noch nicht rechtskräftig. Deshalb gäbe es keinen Grund zum Ausschluss, reitet der CAS Paragraphen. Fast sicher, dass Hamilton und Perez gesperrt werden. Was ist dann?

CAS und ProTour haben noch viel Arbeit vor sich!

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