Tim Klinger: Giro-Tagebuch/3. Etappe

Habe mich gefühlt wie verprügelt

Von Tim Klinger

14.05.2007  |  Heute habe ich mich den ganzen Tag gefühlt, als ob ich gestern verprügelt worden wäre. In der Nacht wachte ich immer wieder vor Schmerzen auf und dachte: Wie willst Du morgen Radfahren? Nach dem Aufstehen fühlte ich mich aber zum Glück schon etwas besser.

Klar, dass bei mir im Rennen nicht viel ging. Ich fühlte mich vom ersten Moment an eher bescheiden, Hauptsache aber, dass mein Knie hielt. Dafür schmerzte der Ellenbogen bei jeder Erschütterung und ich versuchte, jedem kleinen Loch auszuweichen. Nur gut, dass die Straßen auf Sardinien in ordentlichem Zustand sind.

So schlecht es bei mir lief, so gut rollte es bei Kollege Förster. Er wurde im Sprint Zweiter – ein super Ergebnis für uns. Schade, dass ich „Frösi“ in der Sporintvorbereitung nicht viel helfen konnte. Im hektischen Finale war ich zu sehr auf mich selbst konzentriert und etwas blockiert. Keine wirkliche Überraschung nach meinem gestrigen Crash.

Jetzt hoffe ich, mich heute und morgen einigermaßen erholen zu können. Mein Ellenbogen ist nämlich dick geworden und hat sich ein wenig entzündet. Da kommt der Ruhetag wie gerufen.

Bis morgen
Tim

Für Tim Klinger ist der 90. Giro d’Italia ein ganz besonderes Rennen. Der 22-jährige Nachwuchsfahrer vom Team Gerolsteiner bestreitet die erste dreiwöchige Rundfahrt seiner noch jungen Karriere. Für Radsport aktiv berichtet Klinger täglich von seinen Erlebnissen beim zweitgrößten Radrennen der Welt.

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