--> -->
03.08.2007 | (Ra) - Vor wenigen Tagen ging für Sven Krauß (Gerolsteiner) seine erste Tour de France zu Ende. Mit Radsport aktiv sprach der 24-jährige Herrenberger über den Unterschied zwischen Giro und Tour, die Sprints bei der Frankreich- Rundfahrt und über seine Hoffnung, bei der WM vor der eigenen Haustür starten zu können.
Deine erste Tour liegt jetzt hinter dir. Wie fällt dein Fazit aus?
Krauß: Zwiespältig. Die erste Tour ist natürlich ein großes Erlebnis. Der Start in London war klasse und auch der Abschluss in Paris war sensationell. Auf der anderen Seite stehen die Doping-Fälle. Das macht mich traurig.
Vor der Tour hast du gesagt, dass deine Form gut ist, wenn du gut über die Berge kommst. Wie bist du bei der Tour über die Berge gekommen?
Krauß: Mit der ersten Woche bin ich nicht ganz so zufrieden gewesen. Die Sprinter-Woche ist für mich nicht ganz so gelaufen, wie ich es mir erhofft habe. In den Bergen lief es dann aber richtig gut. In der letzten Woche hat das Sprintanziehen für Robert Förster sehr gut geklappt, nur leider lief es dann bei ihm nicht mehr so gut. Die erste Woche ging es bei ihm prächtig, bei mir nicht. Und in der letzten Woche war es genau umgekehrt. Für mich war es aber gut zu sehen, dass ich auch nach 80 Renntagen noch zulegen konnte und dass ich mit den dreiwöchigen Rundfahrten keine Probleme habe.
Man hatte den Eindruck, dass die Abstimmung zwischen dir und Förster im Sprint nicht so gut war wie etwa beim Giro. Woran lag es?
Krauß: Die breite Masse an starken Sprintern hat die ganze Sache komplizierter gemacht. Dazu hat mir bei meiner ersten Tour doch ein wenig die Erfahrung gefehlt. Ich lerne aber schnell dazu und hinten raus hat es mit den Sprints schon ein wenig besser funktioniert. Wenn aber 25 Sprinter da sind, dann funktioniert das alles nicht so, wenn man keine Mannschaft dabei hat, die sich die letzten Kilometer komplett einreiht. Wir hatten mit Paco Wrolich und Heinrich Haussler zwar zwei Fahrer, die uns unterstützt haben, aber auf den letzten 1000 Metern waren die eben auch nicht mehr da. So weit weg von der Weltspitze waren wir aber auch nicht. Es haben einfach zwei oder drei Leute im Team gefehlt, die bis zur 1000-Meter-Marke für uns da sind.
Wie hast du die Dopingfälle und –diskussionen während der Tour erlebt?
Krauß: Am Anfang ist man natürlich sehr enttäuscht. Im ersten Moment denkt man: Ach, nicht schon wieder einer. Es einfach unverständlich. Da setzt man den Fahrern die Pistole auf die Brust, und sie machen einfach weiter. Auf der anderen Seite sehe ich es aber auch positiv. Die Kontrollen greifen. Warum sollte man den Sport bestrafen, wenn er sich selber reinigt? Die Masse kann nichts dafür, dass es so viele schwarze Schafe gibt. Aber endlich werden sie erwischt. Es ist nicht positiv, dass betrogen wird, aber, dass endlich richtig kontrolliert wird.
Was war für dich der Hauptunterschied zwischen Giro und Tour?
Krauß: Bei der Tour ist die Leistungsdichte viel größer. Beim Giro halten sich etwa die Klassementfahrer aus den Sprints raus. Bei der Tour halten die aber bis kurz vor dem Ziel voll mit rein. Dann wuseln da nicht nur 20 Fahrer vorne rum und kämpfen um Positionen, sondern gleich mal 40 oder 50. Je länger die Tour ging, desto ruhiger wurde es aber. Das Klassement stand und zahlreiche Sprinter und Anfahrer waren raus. Das hat man dann schon gemerkt.
Wie hast du zwei große Landesrundfahrten hintereinander verkraftet?
Krauß: Also so kurz nach der Tour geht es mir überraschend gut. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch so fit bin. Ich habe nach der Tour mein Rad aber erst mal für ein paar Tage links liegen lassen und bin beim Kriterium in Lorsch mein erstes Rennen gefahren. Ich bin aber wach, schlafe nicht die ganze Zeit. Ich fühle mich eigentlich super. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich bereits 85 Renntage in den Beinen habe und gleichmäßig durchgefahren bin. Was ich allerdings gemerkt habe, ist, dass mir die absoluten Leistungsspitzen fehlen. Es gab kaum Tage, wo ich richtig einen rausschrauben konnte. Aber anderseits hatte ich auch keine wirklich schlechten Tage.
Wie geht deine Saison jetzt weiter?
Krauß: Ich fahre bei der Hainleite. Da erhoffe ich mir eine richtig gute Platzierung. Da könnte vielleicht was gehen. Dann mache ich eine Pause mit Urlaub. Danach fange ich mit der Benelux-Rundfahrt wieder an, Drei-Länder-Tour und Paris-Tours folgen danach.
Ist die WM für dich kein Thema?
Krauß: Ich glaube nicht, dass der Kurs für mich zu schwer ist. Natürlich ist er zu schwer und zu lange um durchzufahren oder gar um den Sieg mitzufahren. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass mich die Mannschaft als Helfer einsetzen wird. Wenn ich was kann, dann mich quälen und den Hintern für andere aufreißen. Das habe ich auch bei der Tour bewiesen. Ich glaube schon, dass ich für die WM ein wichtiger Helfer sein könnte, zumal man nicht nur Kapitäne nominieren kann. Man braucht auch Fahrer, die sich für das Team aufopfern. Zudem liegt die WM quasi vor meiner Haustür, nur 20 Kilometer entfernt von meinem Wohnort. Da würde es mir kein Mensch glauben, wenn ich sagen würde, dass ich nicht fahren wollte. Ich bin absolut heiß und würde furchtbar gerne fahren.
Mit Sven Krauß sprach Christoph Adamietz
28.08.2009Rapp: 2010 wohl keine Deutschland Tour(rsn) - Nachdem ARD und ZDF in diesem Jahr doch von der Tour de France berichtet hatten, war auch die für 2009 abgesagte Deutschland Tour wieder in den Mittelpunkt von Spekulationen gerückt. Im Inte
20.08.2009"Für ganz vorne fehlte noch ein bisschen was"(rsn) – Nach schwachem Saisonstart hat Gerald Ciolek (Milram) in den vergangenen Monaten beständig gute Leistungen gezeigt, auch wenn es bisher erst zu einem Sieg reichte. Im Interview mit Radsport
20.04.2009"Ich bin froh, dass im Radsport soviel kontrolliert wird"(sid) - Linus Gerdemann gehört zu den deutschen Hoffnungsträgern bei der diesjährigen Tour de France. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) spricht der Milram-Kapitän über seine F
(sid) - Der wochenlangen Schlammschlacht folgt der Showdown im Nobelhotel: BDR-Präsident Rudolf Scharping stellt sich am Samstag auf der Bundesversammlung des Bundes Deutscher Radfahrer zur Wiederwah
17.03.2009Claußmeyer: "Wir leben von unserer Stärke als Team"(rsn) - Aus dem Continental-Team Sparkasse wurde zur neuen Saison das Team Nutrixxion Sparkasse. In Gespräch mit Radsport News erklärte Teamchef Mark Claußmeyer die Zusammensetzung des Teams, die S
04.03.2009„Letztendlich geht es immer um den Erfolg“(rsn) – Mit neuem Hauptsponsor und einigen namhaften Neuzugängen wie Sebastian Sielder und René Haselbacher ist das österreichische Team Vorarlberg-Corratec in die neue Saison gegangen. Im Interv
26.02.2009„Kein Sieg im letzten Jahr – das hat mich gewurmt“(rsn) – Paul Martens steht in seiner zweiten Saison beim niederländischen Rabobank-Team. Im letzten Jahr gelang dem 25-Jährigen trotz guter Leistungen kein Sieg. Das soll in dieser Saison anders w
24.02.2009„Ich habe mich als Co-Kapitän sehr wohl gefühlt“(rsn) – Als Vierter der Andalusien-Rundfahrt zeigte Martin Velits (Milram) schon früh in der Saison sein großes Potenzial. Im Interview mit Radsport News sprach der 24-jährige Slowake über seine
13.02.2009"Schlimmer kann es nicht mehr kommen"(rsn) - Der Australier William Walker, 2005 Vize-Weltmeister in der U23-Klasse, zählt zu den großen Talenten des Radsports. Das konnte der 23-Jährige in den letzten beiden Jahren im Rabobank-Trikot
11.02.2009"Ich will mich 2009 für höhere Weihen empfehlen"(rsn) - Christian Müller (26) galt in seiner U23-Zeit als eines der größten deutschen Zeitfahrtalente. Nach einer guten Neo-Profi-Saison 2005 bei CSC lief in den folgenden drei Jahren nur wenig zus
07.02.2009"Wir sind eines der jüngsten Continental-Teams"(rsn) - Das Bochumer Continental-Team Vlassenroot startet 2009 unter dem Namen Seven Stones. Im Gespräch mit Radsport News erklärt der Sportliche Leiter Lars Diemer, was hinter der Namensänderung s
05.02.2009"In Topform zu den Ardennenklassikern"(rsn) - Robert Gesink ist das größte niederländische (Kletter-)Talent seit vielen Jahren. 2008 machte der 22-jährige Rabobank- Profi in mehreren großen Rennen mit Spitzenplatzierungen bereits von
10.09.2026UCI erhöht Anforderungen an Absperrgitter (rsn) – Um die Sicherheit im Radrennsport weiter zu erhöhen, hat der Weltverband UCI weitere Maßnahmen beschlossen, die ab 2027 zunächst für die WorldTour und die UCI Women’s WorldTour in Kraf
10.09.2026“WM-Generalproben“ Québec und Montréal wichtig wie selten (rsn) – Das kanadische WorldTour-Wochenende steht an und ist in diesem Jahr so bedeutungsvoll wie selten. Denn auch wenn der Grand Prix Cycliste de Québec und der Grand Prix Cycliste de Montréal s
10.09.2026XDS und Romele einigen sich auf Vertragsverlängerung (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
10.09.2026Kann Roglic im Zeitfahren Mas das Rote Trikot wegnehmen? (rsn) - 4,05 Sekunden pro Kilometer muss Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) schneller sein als Enric Mas (Movistar), um dem Gesamtführenden im zweiten Einzelzeitfahren dieser Vuelta a Espana
10.09.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 18. Etappe (rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz
10.09.2026Die Startzeiten des zweiten Einzelzeitfahrens der Vuelta (rsn) – Das zweite Einzelzeitfahren läutet die entscheidende Phase dieser 81. Vuelta a Espana ein. Der Däne Mathias Norsgaard (Lidl – Trek) geht als erster der noch 148 Teilnehmer um 14:07 Uhr a
10.09.2026Ein Zeitfahrkurs für die Spezialisten (rsn) – Vor den entscheidenden beiden Bergetappen bestreiten die Fahrer auf dem achtzehntenten Tagesabschnitt das zweite Einzelzeitfahren der Vuelta a Espana 2026. Von El Puerto de Santa María, dir
10.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht
09.09.2026Auch nach zwei Rekorden bleiben Visma und Brennan hungrig (rsn) – Die Gala-Vorstellung von Visma – Lease a Bike und Jungstar Matthew Brennan auf den Flachetappen der Vuelta a Espana 2026 geht weiter. Mit dem fünften Etappensieg des Briten und dem siebte
09.09.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 17. Etappe (rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg
09.09.2026Pellizzari sendet Nationalcoach Amadio in der Toskana ein Zeichen (rsn) – Mit eine Red-Bull-Sieg endete das Comeback von Florian Lipowitz beim Giro della Toscana (1.1). Für den zeigte aber nicht der Deutsche verantwortlich, sondern Giulio Pellizzari, der sich mit
09.09.2026Attacke am Teufelslappen: Pellizzari gewinnt Giro della Toscana (rsn) – Giulio Pellizzari hat Red Bull – Bora – hansgrohe beim Comeback seines Teamkollegen Florian Lipowitz einen Sieg beschert. In Pontedera war der 22-Jährige nach 189 Kilometern bei der 98.