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04.05.2008 | (rsn) – Eine Woche vor dem Start des 91. Giro d’Italia hat der Veranstalter RCS das kasachische Astana-Team doch noch zur ersten dreiwöchigen Rundfahrt des Jahres eingeladen. Das bestätigte Astana am Abend in einer Pressemitteilung. Im Februar hatte Renndirektor Angelo Zomegnan die Nichtberücksichtigung damit begründet, dass der Rennstall nicht vorhabe, ein „motiviertes“ Team bei der Italien-Rundfahrt antreten zu lassen.
Offenbar hat die Teamleitung um Johan Bruyneel daraus die Konsequenz gezogen und den Giro-Verantwortlichen doch noch ein Aufgebot präsentiert, das nominell zu den stärksten der Rundfahrt gehört. Der spanische Toursieger Alberto Contador, der US-Amerikaner Levi Leipheimer und der frisch gebackene Romandie-Sieger Andreas Klöden werden das Team anführen. Dazu kommen der russische Allrounder Vladimir Gusev, der spanische Kletterer Antonio Colom, der kasachische Sprinter Assan Bazayev sowie dessen Landsleute Maxim Iglinskiy – der die Auftaktetappe in der Romandie gewann - Andrey Mizurov und Dmitriy Muravyev.
Teamchef Johan Bruyneel begrüßte die Kehrtwendung der Giro-Veranstalter, die, um die Mannschaft des Belgiers doch noch starten lassen zu können, den mit Schweizer Lizenz fahrenden Zweitdivisionär NGC Medical - OTC Indutria Porte kuzerhand wieder ausluden. „RCS hat erkannt, dass es ein Fehler gewesen wäre, eines der besten Teams der Welt nicht einzuladen. Das wäre zu Lasten des Rennens und des Radsports gegangen“, konnte der Belgier nach der späten Einladung doch noch triumphieren. Es sei jetzt eine besondere Herausforderung für Fahrer und Mitarbeiter, sich innerhalb der kurzen Zeit auf das Rennen vorzubereiten – auch für die drei Kapitäne Contador, Klöden und Leipheimer, die am 10. Mai in Palermo alle ihr Giro-Debüt geben werden.
Auch wenn das Team Klöden in der Pressemitteilung nur als „Co-Leader“ bezeichnete, scheint der 32-jährige Deutsche in der Verfassung, die alleinige Kapitänsrolle zu übernehmen. „Nach meinem Gesamtsieg bei der Tour de Romandie und meinem Zeitfahrsieg vom Freitag spüre ich, dass meine Form fast da ist, wo sie sein sollte“, wird Klöden zitiert. „Die erste Saisonhälfte war wegen meinen Krankheiten hart, aber das liegt jetzt hinter mir und ich konzentriere mich vollkommen auf meinen ersten Giro.“
Klöden scheint aus dem Astana-Spitzentrio die besten Voraussetzungen für einen Spitzenplatz mitzubringen. Während der Cottbusser mit Wohnsitz im schweizerischen Kreuzlingen mit dem Romandie-Sieg im Rücken nach Italien reist, muss Leipheimer, zuletzt Dritter bei der Georgia-Rundfahrt, eine Trainingsphase abbrechen, Contador, der sich gerade von einer Zahnoperation erholt, erreichte der Anruf von Johan Bruyneel sogar im Urlaub.