Final-Drama bei Bayern-Rundfahrt

Knees musste mächtig schwitzen

Foto zu dem Text "Knees musste mächtig schwitzen"

Christian Knees trägt bei der Bayern-Rundfahrt das Gelbe Trikot

Foto: cyclingpictures.de

01.06.2008  |  (rsn) – Im Finale der Bayern-Rundfahrt schwitzte Christian Knees (Milram) nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen. Sein schärfste Konkurrent im Kampf um den Gesamtsieg bei der zweitwichtigsten deutschen Rundfahrt, der Schweizer Andreas Dietziker (Team Volksbank), suchte in Erlangen seine Chance noch auf den letzten Metern und lieferte dem 27-jährigen Euskirchener, der nach dem Zeitfahren das Gelbe Trikot übergestreift hatte, einen großen Kampf.

Dietziker, der mit nur drei Sekunden Rückstand auf Knees in die Schlussetappe gegangen war, mischte bei den Sprintern mit – und wie. Als Vierter, nur eine Reifenstärke hinter dem drittplatzierten Ukrianer Mikhaylo Khalilov (Ceramiche Flaminica), überquerte der 25–Jährige die Ziellinie und schrammte damit nur hauchdünn am bisher größten Erfolg seiner Karriere vorbei.

„Nachdem es unterwegs wegen der Ausreißergruppe keine Bonifikationen mehr gab, habe ich alles auf den Zielsprint gesetzt und bin als Vierter nur ganz knapp am Gelben Trikot vorbei geschossen“, sagte Dietziker, der mit der möglichen Zeitbonifikation von vier Sekunden für den dritten Platz Knees noch abgefangen hätte. „Aber wir sind zufrieden mit dem zweiten Gesamtplatz. Für mich ist das der bisher größte Erfolg bei den Profis und ich hoffe jetzt, beim GP Gippingen und der Tour de Suisse noch was gewinnen zu können.“

Knees konnte sich am Ende bei seiner aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft, genauso aber bei Khalilov bedanken, der den Angriff Dietzikers noch abwehrte. Dem Milram-Kapitän stand die Erleichterung noch nach der Siegerehrung ins Gesicht geschrieben. „Das war heute ein mehr als hartes Stück Arbeit“, so Knees. “Ich habe gesehen, dass Andreas an mir vorbei gesprintet ist. Ich wollte bei ihm am Rad bleiben, war aber eingebaut und habe nur noch gehofft, dass er es nicht schafft. Klar, ich habe am Ende Glück gehabt.“

Das sah auch Milrams Sportlicher Leiter Jochen Hahn so. „Ich hatte zu den Jungs gesagt, dass sie sich an Dietzikers Hinterrad klemmen sollten, weil ich wusste, dass der nicht schlecht sprintet“, so Hahn. „Ich bin jetzt sehr, sehr froh, dass es gerade so noch geklappt hat.“

Knees feierte in Erlangen nicht nur den ersten Rundfahrtsieg seiner Karriere, sondern auch den ersten Erfolg nach seinem Überraschungssieg bei „Rund um Köln“ vor mehr als zwei Jahren. „Das ist grandios“, freute sich der große Blonde. „Ich bin tierisch stolz auf mich und auf mein Team, die heute so hart für mich gearbeitet hat.

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