92. Giro d´Italia: Di Luca siegt, Lövkvist im Rosa Trikot

Voigt kommt nicht durch, Armstrong schwächelt

Foto zu dem Text "Voigt kommt nicht durch, Armstrong schwächelt"

Danilo di Luca (l) feiert seinen Sieg auf der 4. Etappe des Giro d´Italia.

12.05.2009  |  (rsn) – Jens Voigt (Saxo Bank) zeigte auf der 4. Etappe der Giro d’Italia wieder einmal einen seiner berühmten Soloritte. Aber nach einer Flucht von rund 150 Kilometern wurde der Berliner im Schlussanstieg 2,5 Kilometer vor dem Ziel noch abgefangen. Die erste Bergetappe des Giros von Padua mit Bergankunft in San Martino di Castrozza gewann der Italiener Danilo Di Luca (LPR Brakes) vor seinen Landsleuten Stefano Garzelli (Acqua&Sapone) und Franco Pellizotti (Liquigas).

Neuer Träger des Rosa Trikots ist der Schwede Thomas Lövkvist (Columbia-Highroad), der einen sehr starken Eindruck hinterließ und jetzt zwei Sekunden vor Di Luca liegt. Als bester Milram-Fahrer belegt der Österreicher Thomas Rohregger, der 12 Sekunden hinter dem Tagessieger das Ziel erreichte, mit 1:02 Minuten Rückstand Platz 15.

Lance Armstrong (Astana) hinterließ über weite Strecken der ersten Bergetappe des diesjährigen Giro einen guten Eindruck, konnte auf dem letzten Kilometer dem Tempo der Spitzengruppe aber nicht mehr folgen und kam mit Rückstand ins Ziel. Dafür mischten seine Astana-Teamkollegen ganz vorne mit. Armstrongs Landsmann Levei Leipheimer wurde Sechster, der Ukrainer Yaroslav Popovych kam auf Rang elf ins Ziel, der US-Amerikaner Chris Horner direkt dahinter als Zwölfter, alle zeitgleich mit Di Luca. Für den 33 Jahre alten Giro-Sieger von 2007 war es der erste Etappenerfolg bei seiner Heimatrundfahrt seit zwei Jahren. Di Lucas LPR-Team feierte nach den beiden Etappensiegen von Alessandro Petacchi, der wie erwartet sein Rosa Trikot nicht verteidigen konnte, bereits den dritten Tageserfolg in Serie.

Jens Voigt war zusammen mit den Italienern Francesco Bellotti (Barloworld), Davide Vigano (Fuji-Servetto) und Francesco De Bonis (Serramenti), dem Spanier Serafin Martinez (Xacobeo-Galicia) sowie dem Briten Ian Stannard (ISD) bereits nach neun Kilometern in die Offensive gegangen und hatte sich gemeinsam mit seinen Ausreißgefährten einen Maximalvorsprung von gut sieben Minuten herausgefahren. Im 8,5 Kilometer langen und durchschnittlich 7,9 Prozent steilen Anstieg hinauf zum Croce d'Aune schmolz die Gruppe auf drei Fahrer – Voigt, De Bonis und Bellotti – zusammen. Am Fuß des 13,7 Kilometer langen Schlussanstiegs attackierte Voigt mehrfach und schüttelte zunächst De Bonis und schließlich auch Bellotti ab. Das Feld mit den Favoriten, in dem sich immer wieder Di Lucas Team vorne zeigte, ließ sich aber von Voigts Attacken nicht beirren und reduzierte im bis zu zehn Prozent steilen Anstieg den Vorsprung Stück um Stück. Knapp vor der Zweikilometer-Marke war es dann um Voigt geschehen. Völlig entkräftet musste der 37-Jährige das zu diesem Zeitpunkt noch überraschend große Verfolgerfeld an sich vorbeiziehen lassen. Kurz darauf versuchte der Kolumbianer Mauricio Soler (Barloworld, seine Konkurrenten mit einem Antritt zu überraschen. Es war dann Ivan Bassos Liquigas-Mannschaft, die zur Jagd auf den Tour-Bergkönig von 2007 blies. Di Luca hielt sich lange zurück, aber auf den letzten 100 Metern zog er mit einem fulminanten Antritt, Garzelli und Pellizotti im Schlepptau, doch noch an Soler vorbei. Dahinter rollten Gilberto Simoni (Serramenti PVC), Leipheimer, Lövkvist, Basso, der Russe Denis Mentschow (Rabobank) sowie der Spanier David Arroyo (Caisse d'Epargne) ins Ziel.

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