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14.05.2009 | (rsn) – Am fünften Tag des Giro d’Italia zeigten Ivan Basso und sein Team erstmals, wozu sie in der Lage sind. Den 25 Kilometer langen Schlussanstieg hinauf zur Seiser Alm nutzte Liquigas zu einem Ausscheidungsfahren, dem eine ganze Reihe von Bassos Konkurrenten zum Opfer fielen.
So verlor Lance Armstrong (Astana) 2:53 Minuten auf seinen früheren Tour-Rivalen. Nicht viel besser erging es Bassos Landsmann Damiano Cunego (Lampre/+2:34). Aber auch der zweifache Giro-Sieger Gilberto Simoni (Serramenti PVC/+0:42) und der Australier Michael Rogers (Columbia-Highroad/+0:17) konnten dem Liquigas-Tempo nicht folgen. Gar ein Debakel erlebte Stefano Garzelli (Aqua & Sapone), ein weiterer früherer Giro-Sieger. Der 35 Jahre alte Italiener handelte sich 5:19 Minuten Rückstand auf Basso ein. Selbst Teamkollege Franco Pellizotti, Giro-Vierter des Vorjahres und nomineller Co-Kapitän, erreichte 42 Sekunden hinter seinem Kapitän das Ziel.
Es war beeindruckend, wie der Liquigas-Zug in den letzten Berg hineinjagte und auf den 25 Kilometern hinauf zum Ziel sein hohes Tempo durchhielt. Zunächst führte der Finne Kjell Carlström das Feld an, um dann an den Kroaten Vladimir Miholjevic zu übergeben. Danach – die Ausreißergruppe war längst gestellt - lösten sich der Pole Sylvester Szmyd und Pellizotti in der Führungsarbeit ab. Und schließlich übernahm Basso persönlich das Kommando.
„Auf den letzten vier Kilometern hat man ja gesehen, dass ich viel Tempo gemacht habe“, sagte Basso nach dem Rennen zu cyclingnews.com. „Aber auf einer solch kurzen Etappe ist es schwierig, große Abstände herauszufahren. Das ist wirklich ein merkwürdiger Giro, wir sind erst am fünften Tag und es ist nicht einfach, so früh im Rennen schon mit solch einem Berg fertigzuwerden.“
Basso gelang das jedenfalls hervorragend, auch wenn er Respekt vor dem nur 125 Kilometer langen Teilstück hatte. „Es gibt Fahrer, die mit so kurzen Etappen nicht gut zurechtkommen“, sagte der 31-jährige Italiener. „Und ehrlich gesagt, hatte ich auch meine Bedenken. Nach dem ersten Anstieg kam diese lange Abfahrt und dann sofort der lange Schlussanstieg.“
Auch wenn Basso, jetzt Sechster der Gesamtwertung 1:06 Minuten hinter seinem Landsmann Danilo Di Luca (LPR Brakes), noch vor gefährlichen Etappen in den nächsten Tagen warnte – so vor dem Österreich-Abstecher am Donnerstag oder der Etappe nach Bergamo am Samstag – , wird wohl erst das extrem schweren Zeitfahren der 12. Etappe zu größeren Veränderungen in der Gesamtwertung führen. Dann will der Giro-Sieger von 2006 zum Angriff auf das Rosa Trikot blasen.
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