Auf Blutdopingmittel CERA

UCI will Giro-Proben von 2008 nachtesten lassen

Foto zu dem Text "UCI will Giro-Proben von 2008 nachtesten lassen"

Riccardo Ricco auf der 11. Etappe des Giro d´Italia 2008

Foto. ROTH

06.08.2009  |  (rsn) – Meinungsumschwung bei der UCI: Der Radsport-Weltverband will die Dopingkontrollen vom Giro d’Italia 2008 nun doch auf das Blutdopingmittel CERA nachuntersuchen lassen. Die italienische Polizei hatte die Urinproben im Mai dieses Jahres beschlagnahmt, nachdem mehrere Giro-Spitzenfahrer im Laufe der vergangenen Saison überführt worden waren. Entgegen früherer Äußerungen will die UCI die Tests nun doch noch analysieren lassen, sollten die italienischen Behörden dies nicht tun.

"Die italienische Polizei hat die Proben. Wir haben versucht, sie zu bekommen, aber bisher vergeblich", sagte McQuaid am Mittwoch. "Wir wären daran interessiert, sie nochmals zu überprüfen, können aber noch nicht auf sie zugreifen. Wenn wir sie zurück bekommen, werden wir die Tests durchführen.“

Noch im vergangenen Oktober hatte McQuaid abgelehnt, die Proben auf CERA nachtesten zu lassen. Der Ire hatte damals seine Weigerung damit begründet, dass Nachuntersuchungen nur dann durchgeführt werden sollten, wenn Informationen vorliegen würden, die einen Verdacht begründeten. McQuaid nannte plötzliche herausragende Leistungen von Fahrern, Hinweise aus dem UCI-Blutpass-Programm oder Informationen aus dem Umfeld von Fahrern als mögliche Gründe für Nachtests.

Die im Laufe des Jahres 2008 positiv auf CERA getesteten Italiener Riccardo Ricco und Leonardo Piepoli und Emanuele Sella waren allesamt beim Giro des letzten Jahres am Start und gehörten dort zu den auffälligsten Fahrern, wurden aber nicht positiv getestet. Ricco und Piepoli gingen den Dopingfahndern einige Wochen später bei der Tour de France ins Netz, Sella wurde im Juli bei einer Trainingskontrolle erwischt. Ricco gestand zwar ebenso wie Sella und Piepoli, behauptete aber, das Blutdopingmittel nur zur Vorbereitung auf die Tour de France benutzt zu haben. Nachtests der Giro-Proben des letzten Jahres könnten aber das Gegenteil beweisen.

Quelle: cyclingnews.com

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