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15.05.2010 | (rsn) – Das deutsche Team Milram schreibt seine Erfolgsgeschichte beim 93. Giro d’Italia fort. In einer denkwürdigen Schlammschacht in der Toskana spielten am Samstag Kapitän Linus Gerdemann und Bergspezialist Thomas Rohregger im Konzert der Besten mit und machten im Gesamtklassemnet weiter Boden gut.
Nachdem das Milram-Duo vor allem im Finale der 222 Kilometer langen, völlig verregneten Etappe von Carrara nach Montalcino kräftige Akzente setzen konnte, reichte Gerdemann Tagesrang 13, um sich auf Gesamtplatz sieben zu verbessern, 1:50 Minuten hinter Astana-Kapitän Alexander Winokurow, dem neuen Träger des Rosa Trikots. Rohregger wurde bei kühlen Temperaturen um die zehn Grad Etappenzwölfter und rückte auf Rang neun der Gesamtwertung (+1:56) vor. Gegen den erneut überragenden Kasachen und den genauso starken Weltmeister Cadel Evans (BMC Racing), der die Etappe schließlich gewann, hatten die Beiden allerdings keine Chance.
„Das war eine richtig starke Etappe von uns heute“, freute sich Milrams Sportlicher Leiter Christian Henn über die Leistungen seiner beiden Klassementfahrer. „Wir haben trotz der unglaublich harten äußeren Bedingungen das Rennen geprägt. Linus Gerdemann ist im Finale volles Risiko gegangen und hat früh attackiert, um den ganz großen Coup zu landen. Leider hat es nicht geklappt, da die Favoriten sofort auf den Angriff reagiert haben.“
In der Abfahrt nach der ersten Bergwertung, dem 6,2 Kilometer langen, durchschnittlich 4,7 Prozent steilen Passo del Rospatoio, die Rohregger 37 Kilometer vor dem Ziel gewonnen hatte, setzten sich der Kletterspezialist und Gerdemann gemeinsam mit Winokurow, dem Italiener Stefano Garzelli (Acqua & Sapone) und dem Belgier Jan Bakelandts (Omega Pharma-Lotto) aus der Spitzengruppe ab.
Begünstigt durch einen Sturz des Gesamtführenden Vincenzo Nibali (Liquigas) konnte das Quintett einen Vorsprung von über 1:30 Minuten erkämpfen. Gerdemann attackierte sogar auf der ersten Schottersektion, wurde aber wieder eingefangen. Als es ins Finale auf die 12 Kilometer lange zweite Schotterpiste ging, war die Gruppe wieder auf rund 30 Fahrer angewachsen.
Im steilsten Abschnitt des Finals konnten Gerdemann und Rohregger dem vor allem von Winokurow eingeschlagenen Tempo nicht mehr folgen, hielten aber den Rückstand in Grenzen und kamen mit den ersten Verfolgern ins Ziel.