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12.09.2010 | (rsn) - Am Samstag verwandelte sich für Igor Anton der Traum in Rot in einen Alptraum. Der Baske stürzte auf der 14. Etappe der Spanien-Rundfahrt böse bei hohem Tempo, kurz bevor es in den entscheidenden Schlussanstieg zum Peña Cabarga hineinging. Als sich der Gesamtführende der 65. Vuelta a Espana wieder aufgerappelt hatte, war das Feld längst verschwunden, das Rennen gelaufen.
Enttäuscht und benommen setzte sich der schwer mitgenommene Anton in ein Begleitfahrzeug seines Euskaltel-Teams. Der Teamarzt hatte da schon einen Ellbogenbruch diagnostiziert und die Weiterfahrt verboten. Selbst in diesem bitteren Moment verlor Anton aber nicht die Beherrschung: Er winkte noch einmal freundlich in die Kameras, bevor er sich in ein Krankenhaus transportieren ließ.
Enttäuscht waren vor allem die baskischen Fans, die den sechs Kilometer langen letzten Berg des Tages zu Tausenden in ihren Besitz genommen hatten, um Anton bei der Verteidigung des Roten Trikots zu unterstützen.
Der 27-Jährige, die große Überraschung der diesjährigen Vuelta, reagierte wie ein Großer auf das Desaster. „Ich werde diese 14 Tage bei der Vuelta als gute Erinnerung bewahren. Ich habe einen Traum gelebt“, sagte er nach dem Rennen. „Ich bin allein zu Fall gekommen. Ich bin in ein Loch oder gegen ein Hindernis gefahren. Als ich aufstand, sah ich überall Blut, aber ich wusste nicht, wo ich war oder was los war.“
In den Sturz verwickelt war auch Antons Helfer Egoi Martinez. Der 32-Jährige, der wie alls eine Teamkollegen in unmittelbarer Nähe seines Kapitäns fuhr, musste das Rennen ebenfalls aufgeben.
Von seinen Konkurrenten erhielt Anton ehrliches Bedauern. „Anton hatte die Vuelta in seinen Händen“, sagte Cervélo-Kapitän Carlos Sastre, und sein Teamkollege Thor Hushovd ergänzte: „Euskaltel hat viel Pech. Mir tut es leid um sie.“ Etappensieger Joaquin Rodriguez (Katjuscha) machte seinem Konkurrenten Mut. „Natürlch ist es sehr schade, aber so ist der Radsport. Anton ist jung und die Zukunft gehört ihm“, sagte der Spanier.
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Anton die Vuelta, in aussichtsreicher Position liegend, vorzeitig beenden muss. Vor zwei Jahren stürzte er auf Etappe 13 – damals war er Sechster des Gesamtklassements. Er brach sich die Hüfte und brauchte fast ein Jahr, um wieder in Top-Form zu kommen.
"Als es gut lief, bin ich ruhig und mit meinen Füßen auf dem Boden geblieben”, zeigte sich der Kletterspezialist aber gelassen. „Jetzt werde ich es genauso halten, auch wenn mein Rennen unerwarteterweise beendet ist. Ich komme zurück, um die Vuelta zu gewinnen. Gemeinsam mit meinen Teamkollegen werde ich 2011 in noch besserer Form antreten“, kündigte er an.
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