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22.03.2011 | (rsn) – Einen Raketenstart in die neue Saison hat HTC-Highroad hingelegt. 15 Siege stehen in der Bilanz des US-Rennstalls – und das bereits Mitte März. Erfolgsgaranten waren bisher in erster Linie der Australier Matthew Goss und der Eschborner Tony Martin mit jeweils vier Siegen.
Der 24-jährige Goss, der am Montag seinen deutschen Teamkollegen Martin von der Spitze der UCI-Weltrangliste verdrängte, gewann unter anderem eine Etappe von Paris-Nizza und am Samstag Mailand-San Remo, den ersten großen Klassiker des Jahres. Martin feierte Gesamtsiege bei der Algarve-Rundfahrt und Paris-Nizza und gewann in beiden Wettbewerben jeweils das Zeitfahren.
„Unser Plan war schon, sehr, sehr stark in die Saison zu starten, aber dass Siege von solcher Qualität dabei herausspringen – das ist natürlich nicht planbar“, kommentierte Teamchef Rolf Aldag gegenüber Radsport News den Siegeslauf seiner Mannschaft. „Frühe Erfolge bringen viel Moral und sind gut für die Jungs. Aber so haben wir das ja in den vergangenen Jahren auch gemacht, siehe etwa die Erfolge von André Greipel bei der Tour Down Under. Außerdem müssen wir an der Zukunft des Teams arbeiten, um neben unseren momentanen Partnern weitere ins Boot zu bekommen. Was kann da besser helfen als frühe Erfolge von unseren Talenten?“
Der Primavera-Triumph seines neuen Stars kommt für Aldag nicht überraschend. „Wir haben ‚Gossi’ das schon zugetraut, er war mehr als ein Joker“, sagte der Highroad-Chef. „Insofern hatten wir auch keinen ‚Plan’ B, sondern Goss war Teil unseres ’Plans A’. Wäre Cavendish in einer großen Gruppe angekommen, wären natürlich alle für ihn gefahren. Im anderen Szenario wollten wir auf Goss setzen, sollte der in einer kleinen Spitzengruppe dabei sein.“
Dabei ging HTC-Highroad ganz bewusst volles Risiko, nachdem Stürze in der Abfahrt von La Manie dafür gesorgt hatte, dass sich das Feld in zwei Felder teilte. Goss war als einziger Highroad-Fahrer in der ersten Gruppe dabei – laut Aldag eine gute Situation für sein Team. „So konnte Goss zu den anderen sagen: ’Ich bin allein hier vorne dabei und warte auf die anderen’. Und im großen Feld konnten wir darauf verweisen, dass wir ja einen Top-Fahrer in der Spitze dabei hatten“, sagte der 42-Jährige, der Goss’ Sieg dann auch als „One Man-Show“ bezeichnete.
„Vom Auto aus konnten wir da nicht mehr viel steuern, höchstens mal auf eine gefährliche Stelle hinweisen“, begründete Aldag seine Einschätzung. Auch der vierfache San Remo-Gewinner und Highroad-Sprinterbetreuer Erik Zabel habe im Rennen selber nicht mehr viel zum Triumph des „Aussies“ beitragen können. Dagegen musste Mark Cavendish relativ früh alle Hoffnungen auf einen zweiten San Remo-Coup nach 2009 aufgeben. „Nachdem er durch den Sturz in der Abfahrt von La Manie aufgehalten wurde, hatte Cavendish keine Siegchance mehr“, erklärte Aldag. Allerdings sei der Brite diesmal in deutlich besserer Verfassung als 2010 angetreten.
Bereits in Top- Form präsentierte sich Tony Martin im Februar und März. Auch das war laut Aldag beabsichtigt. „Wir wollten, dass Tony ein frühes Zeichen setzt“, erklärte der Ex-Profi. „Das ist ihm gelungen und jetzt kann er die nächsten Monate entspannt und zuversichtlich in dem Bewusstsein angehen, dass er gewinnen kann. Zudem ist das auch gut für seine Teamkollegen, denn die wissen jetzt, dass Tony die Kapitänsrolle besetzen kann.“
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