Beide Seiten sollen weitere Unterlagen einreichen

Fall Armstrong: Bezirksgericht verschiebt Entscheidung

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Lance Armstrong | Foto: ROTH

11.08.2012  |  London/Austin (dapd) - Eine Entscheidung über die Klage des siebenmaligen Toursiegers Lance Armstrong gegen die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA ist um mindestens eine Woche verschoben worden. Richter Sam Sparks vom Bezirksgericht in Austin gab beiden Seiten mehr Zeit, weitere Unterlagen einzureichen.

Eine Entscheidung soll aber noch vor dem 23. August getroffen werden. Bis zu diesem Tag hat Armstrong nach jetzigem Stand Zeit, Einspruch gegen die Dopinganklage der USADA einzulegen. Dies will der Texaner mit seiner Klage vor dem Bezirksgericht verhindern.

In der zweieinhalbstündigen Verhandlung kritisierte Sparks aber die Vagheit der Anschuldigungen gegen Armstrong in der ihm Mitte Juni zugestellten Anklage. Er frage sich, ob Armstrong überhaupt eine legitime Chance habe, sich zu verteidigen. Die USADA wirft Armstrong Blutdoping sowie die Einnahme von Testosteron, Corticosteroiden, Wachstumshormonen und demaskierenden Mitteln vor.

Sparks räumte ein, dass die Frage der Zuständigkeit verwirrend sei, da es unter den Verbänden überlappende Regeln gebe. Der Richter wies aber auch darauf hin, dass Armstrong jede Entscheidung der USADA vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anfechten könne. "Warum sollten sie nicht für Sie entscheiden, wenn doch alles klar ist?", fragte Sparks den Armstrong-Anwalt Tim Herman.

Auf die Beweislage ging Sparks nicht ein und ließ auch offen, wie er entscheiden werde. Der Richter kritisierte jedoch das Verhalten der USADA bei ihrer Anklage gegen Armstrong. Speziell mokierte er, dass der Angeklagte keine Beweise einsehen dürfe. Kein Fall in den USA würde unter diesen Umständen vor einem ordentlichen Gericht verhandelt werde, sagte Sparks.

Dem entgegnete USADA-Anwalt Bill Bock, dass der Fall Sache der Sportgerichte und nicht eines ordentlichen Gerichts wäre. Das Schiedsverfahren sei fair und Armstrong werde auch Einsicht in die Unterlagen erhalten, so er denn Einspruch einlege. Armstrong habe sich den Regeln der Sportgerichtsbarkeit unterworfen, in dem er eine Profilizenz bei USA Cycling erworben habe.

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