USA ProChallenge: Van Garderen erobert Gelb zurück

Triumph in Beaver Creek - Keiner kann Voigt folgen

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Jens Voigt (RadioShack-Nissan) gewinnt die 4. Etappe der USA Pro Challenge. | Foto: ROTH

24.08.2012  |  (rsn) - Mit 40 Jahren lässt es Jens Voigt (RadioShack-Nissan) noch einmal richtig krachen. Der Berliner hat am Donnerstag mit einem Solo die 4. Etappe der USA Pro Challenge über 156,4 Kilometer von Aspen nach Beaver Creek gewonnen. Zweiter wurde sein Teamkollege Andreas Klöden, Platz drei ging an den US-Amerikaner Tejay Van Garderen (BMC), die beide 2:58 Minuten nach dem Sieger mit der Verfolgergruppe ins Ziel kamen.

Das Gelbe Trikot ging nach nur einem Tag von Christian Vande Velde (Garmin-Sharp) an Van Garderen. Beide haben die gleiche Gesamtzeit und die Führung wechselte, wie schon auf der 3. Etappe,  aufgrund von Bonussekunden im Ziel.  Vande Velde belegte im Tagesklassement Rang sechs.

Aus einer Ausreißergruppe heraus, die sich kurz nach dem Start auf der Anfahrt zum Independence-Pass bildete, hatte Voigt nach wenigen Kilometern seine vierzehn Begleiter attackiert. Die Gruppe hatte bis dahin einen Vorsprung von 3:40 Minuten auf das Hauptfeld herausfahren können. „Es war fast wie eine Stimme, die zu mir sagte: Geh jetzt! Dann ist es passiert“, sagte Voigt im Ziel.

Der Allrounder erreichte nach einem Soloritt über 140 Kilometer, zum Teil unter widrigen Bedingungen, schließlich mit deutlichem Vorsprung das Ziel in dem Wintersportort. Sein Fluchtkollege, der US-Amerikaner Julian Kyer (Bissel), kommentierte die Attacke des gebürtigen Mecklenburgers voller Hochachtung: „Kreuziger versuchte ihm zu folgen. Niemand konnte wirklich etwas dagegen tun. Er ist wie ein Tier“. Voigt fuhr bis zur ersten Bergwertung dann einen Vorsprung von zwei Minuten auf die Verfolger heraus. Hier betrug sein Abstand auf das Hauptfeld schon mehr als fünf Minuten.

Zum Glück für den Ausreißer begann es nach der Abfahrt stark zu regnen und seine Verfolger steckten auf. „Es war windig und es regnete nach der Abfahrt. Das macht das Rennen gefährlich und riskant. Das ist gut für mich, da es den anderen mehr weh tut als mir“, sagte Voigt.

Erst jetzt entschloss man sich im Hauptfeld, die Verfolgung aufzunehmen und Liquigas-Cannondale setzte sich an die Spitze und holte zumindest die Ausreißergruppe zurück. Am vorletzten Berg hatte Voigt immer noch einen Vorsprung von 5:10 Minuten. 23 Kilometer vor dem Ziel am Battle-Mountain betrug er sogar fast sechs Minuten.  Kurz darauf jagte Voigt herunter ins Ziel nach Beaver Creek, wo der Routinier von einem begeisterten Publikum empfangen wurde. Erschöpft, aber überglücklich sicherte sich Voigt seinen ersten Sieg seit mehr als zwei Jahren. Damals hatte er die 4.Etappe der Volta a Catalunya gewonnen.

„Ich war bis zum letzten Kilometer total unsicher“, kommentierte der Tagessieger seinen Coup. „Als dann mein Sportdirektor zu mir sagte, dass ich einen Vorsprung von fünf Minuten habe, habe ich Tempo rausgenommen. Ich habe das Publikum genossen und dann waren da alle diese Emotionen“.

Andreas Köden ist weiterhin der beste Deutsche im Gesamtklassement und belegt Platz zehn, 17 Sekunden hinter dem Führenden Van Garderen.

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