Serrano und Vicisoso sagen im Prozess aus

Fuentes: Ratgeber bei Übersetzungs- und Knieproblemen?

Foto zu dem Text "Fuentes: Ratgeber bei Übersetzungs- und Knieproblemen?"

Eufemiano Fuentes bestreitet, Sportlern das Dopingmittel EPO verabreicht zu haben. Foto: Javier Lizon

23.02.2013  |  (rsn) – Der in Madrid vor Gericht stehende Dopingarzt Eufemiano Fuentes hat offensichtlich viele Talente. Nun erwähnte der ehemalige Radprofi Marcos Serrano noch ein weiteres: Laut seiner Aussage vom Freitag wollte er Dolmetscherdienste seines Landsmanns in Anspruch nehmen, wie Marca meldete. Sein Landsmann Angel Vicioso behauptete, Fuentes wegen Knieproblemen um Rat gefragt zu haben.

Serrano hatte am 19. Mai 2006 vier Tage den Giro d'Italia aufgegeben, nachdem er sich schlecht gefühlt hatte. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in einem italienischen Krankenhaus wechselte der Spanier in ein Krankenhaus in Vigo, offiziell aufgrund einer „medikamentösen Vergiftung“.

Am 23.Mai schickte seine Frau Clara von ihrem Handy aus eine Nachricht an Fuentes, der nicht der Arzt von Serranos Liberty Seguros-Team war, aber mit ihm von 1994 bis 1998 bei Kelme arbeitete. „Hallo, ich bin Clara, die Frau von Serrano. Könnten Sie etwas kommentieren, das mit Marcos zu tun hat?“ schrieb Frau Serrano.

Ihr Mann gab nun an, dass er um diese Nachricht, die auf Fuentes' Anrufbeantworter landete und auf die er nie eine Reaktion erhielt, selbst gebeten hatte, da er kein Italienisch konnte und daher nicht verstand, was die Ärzte sagten. „Ich brauchte nur einen Arzt, der Italienisch konnte. Die Ärzte von Liberty konnten es nicht", sagte Serrano.

Nach seinen Angaben hatte ihm auch niemand davon erzählt, dass er an einer Medikamentenvergiftung litt, sondern „sie sagten mir, dass ich einen Virus hätte.“ Serrano bestritt zudem, dass es Blutbeutel mit seinem Blut bei Fuentes gebe. „Ich glaube, dass sie meine DNS schon haben, weil ich bei Karpin Galicia unterschreiben musste, dass ich sie hergeben würde. Ich würde meine DNS je nach Bittsteller herausgeben, und jederzeit einem Gericht", behauptete Serrano.


Der zweite Radprofi, der am gestrigen Freitag aussagte, war Ángel Vicioso, der einzige noch aktive Fahrer, der als Zeuge auftritt. Der derzeit von seinem Katusha-Team suspendierte 35-Jährige gab zu, „sporadischen Kontakt“ mit Eufemiano Fuentes gehabt zu haben.

„Er war von 1999 bis 2002 mein Teamarzt bei Kelme. Von 2004 bis 2006, in meiner Zeit bei Liberty, hatte ich mit ihm ab und zu Kontakt. Ich rief ihn an, um ein paar Probleme, die ich hatte, mit ihm zu besprechen, zum Beispiel eine Knieverletzung, an der ich nach einem Sturz bei der Tour de France litt. Ich fragte ihn nach einer Lösung für dieses Problem“, gab Vicioso zu Protokoll.

Er habe auch Manolo Saiz gefragt, ob er zu Fuentes gehen könne, auch wenn dieser nicht der Teamarzt sei. Der Spanier verneinte aber, dass Fuentes ihm Blut entnommen hätte. Er habe Fuentes „in Hotels oder Bars“ getroffen, und dieser habe ihm „nie irgendein Medikament verschrieben, und wenn man eine Untersuchung wie einen Kernspintomografie brauchte, schickte er einen zu andere Kliniken“, so Vicioso.

Er habe Fuentes auch „nie bezahlt, er untersuchte einen gratis“, nur Ignacio Labarta, seinen Trainer bis vor zwei Jahren, habe er jährlich 5.000 Euro für die Trainingspläne bezahlt. Vicioso bestritt, dass er die Dokumente, die ihm per Bildschirm in der Videokonferenz gezeigt wurden, kenne. „Man hat meine Saisonpläne nie so gemacht. Sie schickten mir nur einen Plan bis zu den Klassikern, der Rest hing von den Ergebnissen und der Leistung ab. Die Symbole, die hier auf diesen Plänen sind, habe ich nie gesehen“, sagte Vicioso aus.

Der Katusha-Profi bestätigte zudem, dass die auf der Fuentes-Liste aufgeführten Initialien zu seinen ehemaligen Kollegen gehören könnten, zum Beispiel RH für Roberto Heras, JB für Joseba Beloki, und dass die Initialen AV die seinen seien. Er sei auch bereit, sich einer DNA-Untersuchung zu stellen, um auszuschließen, dass sich unter den bei Fuentes gefundenen Blutbeuteln einer von ihm befinde.

Diese beiden Aussagen schließen den Reigen der Aussagen von (ehemaligen) Radprofis im Fuentesprozess.

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