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09.05.2013 | (rsn) – Während Margherita di Savoia seine Giro-Premiere als Etappenziel feierte, ging der Tagessieg auf dem 6. Abschnitt der Italien-Rundfahrt an einen alten Bekannten: Der Brite Mark Cavendish (Omega Pharma-Quick-Step) setzte sich nach sprinterfreundlichen 168 Kilometern vor dem Italiener Elia Viviani (Cannondale) sowie dem Australier Matthew Goss (Orica-GreenEdge) durch und feierte seinen bereits zwölften Etappensieg beim Giro d`Italia.
Cavendish war am Donnerstag nicht nur der stärkste Sprinter im Giro-Peloton, sondern hatte diesmal auch eine bestens funktionierende Mannschaft an seiner Seite. Vor allem Cavendishs Anfahrer Gert Steegmans leistete eine klasse Vor-Arbeit, die der Brite nur noch zu vollenden brauchte. „Eine tolle Leistung des Teams, sie haben alles gegeben, was in ihren Beinen steckte. So langsam passen unsere Puzzle-Teile ineinander. Vor allem Steegmans hat heute gezeigt, dass er einer der besten Anfahrer der Welt ist“, lobte der Brite nach seinem achten Saisonsieg.
Für Cavendish scheint zudem der 9. Mai ein gutes Datum beim Giro zu sein. Vor genau vier Jahren gewann der 27-Jährige mit seinem damaligen HTC Highroad-Team das Mannschaftszeitfahren und schlüpfte dadurch zum ersten Mal in seiner Karriere ins Rosa Trikot.
Dieses Zubrot blieb dem in der Gesamtwertung weitzurückliegenden Cavendish diesmal verwehrt. Dafür durfte sich der 36-jährige Giro-Debütant Luca Paolini (Katusha) nach seinem Tagessieg am Montag zum vierten Mal in Serie bei der Siegerehrung das Trikot des Gesamtführenden überstreifen lassen."Heute war ein einfacher Tag. Morgen wird es schwerer, aber da meine Beine gut sind, traue ich mir zu, das Trikot zu verteidigen", so Paolini.
Doch an diesem Tag sah man beim Giro nicht nur fröhliche Gesichter. Denn vor genau zwei Jahren war der Belgier Wouter Weylandt, damals für Leopard-Trek aktiv, nach einem schweren Sturz verstorben. „Ciao Wouter, du wirst für immer in unseren Herzen sein #WW108 #giro“, hatte die Rennorganisation getwittert. Auch Tagessieger Cavendish zollte dem verstorbenen Belgier den nötigen Respekt und streckte bei der Siegerehrung mit beiden Händen ein weißes Blatt Papier mit einer großen 108, der damaligen Startnummer von Weylandt, in die Luft. „Diesen Sieg widme ich Wouter“, erklärte Cavendish.
Das sechste Teilstück des Giro d`Italia war den Sprintern vorbehalten – dies war von Anfang an klar. So machten sich auf der 169 Kilometer langen Strecke, die ohne jegliche Bergwertung auskam, lediglich zwei Ausreißer, die beiden Australier Cameron Wurf (Cannondale) und Jack Bobridge (Blanco), nach 15 Kilometern auf zu einem hoffnungslosen Ausritt. Mehr als sechs Minuten Vorsprung standen die Sprinterteams den beiden Ausreißern nicht zu und nach gut 100 gefahrenen Kilometern waren davon nur noch drei Minuten übrig. Als das Peloton 33 Kilometer vor dem Ziel zum ersten Mal die Ziellinie passierte, war es um Wurf und Bobridge schon geschehen. Die beiden hatten 37 Kilometer vor dem Ziel die Beine hochgenommen und verschwanden in der Anonymität des Pelotons.
Doch Ruhe kehrte dadurch nicht ins Peloton ein. Bei der ersten Einfahrt auf die Zielgeraden in Margherita di Savoia, wo eine knappe Stunde später die Sprinter ganz vorne zu finden sein sollten, kam es im Feld zu einem Massensturz, wodurch unter anderem Bradley Wiggins (Sky) aufgehalten wurde und sich eine knappe Minute hinter dem ersten Feld befand. Doch die Katusha-Mannschaft vom Gesamtführenden Paolini nahm das Tempo aus der ersten Gruppe heraus, so dass Wiggins und Co. 22 Kilometer vor dem Ziel wieder aufschließen konnten.
Danach übernahmen endgültig die Sprintermannschaften das Heft des Handelns. Auf der Schlussrunde waren es vor allem FDJ und Omega Pharma-Quick-Step, die das Feld anführten. Als es auf den letzten Kilometer ging waren dann jedoch zwei Degenkolb-Helfer vom Team Argos-Shimano an der Spitze und hielten das Tempo für ihren Kapitän hoch. Danach übernahmen die Quick-Step-Mannen die Kontrolle auf der langen Zielgeraden und fuhren in Person von Steegmans für Cavendish perfekt den Sprint an.
Während der Brite von vorne souverän den Sieg einfahren konnte, kämpfte die Konkurrenz dahinter um Platz zwei - und das teilweise mit wilden Manövern, die glücklicherweise keinen Sturz zur Folge hatten. Hinter Cavendish kam schließlich Viviani vor Goss auf den zweiten Rang. Der auf dem letzten Kilometer gleich mehrmals eingeklemmte Nacer Bouhanni (FDJ) konnte sich noch auf Platz vier vorschieben und hätte auch beinahe noch Goss verdrängt. Degenkolb hingegen hatte nach seinem Kraftakt vom Vortag nicht die Beine, um in die Entscheidung um die Podiumsplätze einzugreifen und belegte Rang 18.
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