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25.05.2013 | (rsn) - Um deutliche 6:48 Minuten wird Michele Scarponi seinen zweiten Giro-Sieg nach 2011 verpassen, wenn er in Brescia am Sonntag-Nachmittag die 21. Etappe der 96. Italien-Rundfahrt beendet - vorausgesetzt es passiert nichts völlig Unvorhersehbares mehr. Doch der erste auf der Straße und nicht am grünen Tisch errungene Triumph bei der „Corsa Rosa“ war auf den abschließenden Bergetappen ohnehin nicht mehr das Ziel des Kapitäns der Lampre-Merida-Mannschaft gewesen.
Für Scarponi ging es nach drei Wochen, in denen er vor allem durch überraschend starke Zeitfahrleistungen beeindruckte, um einen Platz auf dem Podium, vielleicht sogar um die zweite Position hinter dem überlegenen Vincenzo Nibali (Astana) - ähnlich wie 2011, als er zunächst hinter Alberto Contador (Saxo Bank) Zweiter wurde und später wegen dessen Dopingvergehen als Sieger nachrückte.
Wie groß die Hoffnung auf den Podestplatz bei den „Fuchsiafarbenen“ noch war, zeigte auch die Reaktion von Scarponis Teamkollegen Simone Stortoni direkt bei der Zielankunft im Schneegestöber der Drei Zinnen von Lavaredo. „Hat’s geklappt?“, fragte der 27-Jährige aufgeregt die italienischen Journalisten. Nein, hatte es nicht.
Am letzten Anstieg des Giro war Scarponi gemeinsam mit seinem treuen Edelhelfer Przemyslaw Niemiec aus Polen zwar schneller als der bis dahin Gesamtzweite Cadel Evans (BMC), doch den geplanten Angriff konnte er trotzdem nicht setzen. Dem machte Nibali drei Kilometer vor dem Ziel den Garaus. „Es ist enttäuschend, wenn man glaubt, noch den Unterschied machen zu können und es dann nicht klappt“, sagte der 33-jährige Lampre-Kapitän zu Radsport News, während er sich die frierenden Finger hielt.
Gemeinsam mit Niemiec wollte Scarponi hinauf zu den Tre Cime di Lavaredo auf Offensive setzen, doch als Nibali attackierte, konnten beide nicht mehr folgen und mussten in ihrem eigenen Rhythmus versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten. Dass sie dabei noch an Evans vorbeirollten, als der Australier auf den letzten 1500 Metern völlig einbrach, war da nur noch Nebensache. Am Ende erreichten Niemiec (12.) und Scarponi (13.) das Ziel 1:14 Minute hinter Nibali und nur 16 Sekunden anstatt der für den Podestplatz nötigen 1:12 Minute vor Evans.
Während Scarponi das Podium also um 56 Sekunden verpasste, immerhin aber seinen vierten Gesamtrang verteidigte, fiel Niemiec noch vom fünften auf den sechsten Rang zurück. An ihm rückte der Tagesvierte Carlos Alberto Betancur (Ag2R) Betancur um gerade einmal 15 Sekunden vorbei.
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