Geht das große Stühlerücken für 2015 schon los?

Medien: Tinkov holt Sagan und Cannondale an Bord

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Peter Sagan (Cannondale) | Foto: Cor Vos

06.03.2014  |  (rsn) - Oleg Tinkov hat offenbar bereits vor den ersten großen Klassikern der Saison 2014 Nägel mit Köpfen gemacht und sein Team für 2015 bedeutend verstärkt. Wie biciciclismo.com unter Berufung auf die italienische La Gazzetta dello Sport berichtet, soll der Russe seinen Wunsch-Fahrer Peter Sagan verpflichtet haben. Doch damit nicht genug: Mit Sagan habe Tinkov auch dessen bisherigen Arbeitgeber Cannondale gleich mit an Bord gezogen, heißt es.

Die Verträge seien bereits vergangene Woche unterzeichnet worden, eine offizielle Bestätigung dürfe wegen der UCI-Regularien aber nicht vor dem 1. August erwartet werden.

Tinkovs erste Reaktion auf die Spekulationen der Medien ließ sich auf Twitter lesen: "Report: Sagan to ride for Tinkoff-Saxo in 2015", schrieb er mit Verweis auf die Berichterstattung und fügte dann an: "It would have been a dream Team :-)" - keine Dementi, keine Bestätigungen, aber eine interessante Vergangenheitsform.

Durch den Deal könnte aus dem Team Tinkoff-Saxo in der kommenden Saison Tinkoff-Cannondale werden, und mit Hilfe des Cannondale-Budgets würde Tinkov seinem Traum vom größten Team der Welt einen großen Schritt näherkommen.

Vor dem Hintergrund des Deals, der Sagan angeblich ein Jahres-Salär von vier Millionen Euro einbringen soll, ergeben sich möglicherweise allerdings weitere Konsequenzen. Besonders interessant an der Konstellation ist nämlich, dass Tinkoff-Saxo bislang mit Specialized-Rädern fährt und der bisherige Mannschaftskapitän Alberto Contador sowohl bei Tinkoff für 2015 noch einen laufenden Vertrag hat, als auch einen privaten Ausrüsterkontrakt mit Specialized. Da durch die mögliche Fusion mit Cannondale Specialized keine Rolle mehr spielen dürfte, wäre neben dem Ende von Contadors Partnerschaft mit Specialized durchaus auch eine Auflösung des Vertrages des Spaniers bei Tinkoff denkbar.

Contador jedenfalls bringt La Gazzetta dello Sport ohnehin bereits seit September mit der neuen Equipe von seinem Freund, dem Formel-1-Pilot Fernando Alonso, in Verbindung. Und an dieser Stelle würde das Puzzle sogar aufgehen: Denn Alonsos Mannschaft braucht noch eine WorldTour-Lizenz - und die würde schließlich frei werden, wenn Cannondale sich Tinkoff anschlösse und seine eigene Lizenz deshalb verkaufte.

Letztlich ist das alles Spekulation, denn eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht, und kann es wegen der UCI-Regularien vor dem 1. August auch kaum geben. Doch so gerne die Gazzetta in Transferfragen spekuliert, und so fragwürdig solche Gerüchte oft sind: Die Übernahme des Saxo-Bank-Teams durch Tinkov hatten die Italiener bereits richtig vorausgesagt. Und Verhandlungen zwischen dem Russen und Cannondale gab es im Herbst ebenfalls bereits. Denn bevor Tinkov Riis' Saxo-Bank-Team übernahm, war er bereits als Käufer der Cannondale-Mannschaft von Roberto Amadio im Gespräch.

Apropos Riis und Amadio: Sollte es zur Tinkoff-Cannondale-Fusion kommen, so stünde auch bezüglich des Postens des Team-Managers auf sportlicher Ebene eine neue, spannende Frage im Raum. Riis oder Amadio?

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