Hondos Giro-Tagebuch / 4. Etappe

Ein kleiner Testosteron-Schub vor dem Start

Von Danilo Hondo

Foto zu dem Text "Ein kleiner Testosteron-Schub vor dem Start"
Danilo Hondo mit dem Team Trek auf dem Podium beim Giro d`Italia | Foto: Danilo Hondo

13.05.2014  |  (rsn) - Wie auf rohen Eiern - so haben wir uns heute auf diesen unglaublich glatten Straßen in Bari gefühlt. Es ist genau das eingetroffen, wovor sich alle gefürchtet hatten, denn wenn es in Süditalien mal anfängt zu regnen, vermischen sich Dreck und Öl zu einer Rutschbahn.

Glücklicherweise hat heute das Wettkampfkomitee relativ schnell eine einigermaßen verträgliche und vernünftige Entscheidung getroffen und die Zeit für das Rennen mit Beginn der letzten von acht zu fahrenden Runden genommen und somit den Stress und die Gefahr noch größerer und schwerer Stürze entschärft.

Natürlich kommt es dann vorn bei den Sprintern und deren Helfern unter solchen Bedingungen trotzdem dazu, somit sind auch fast alle Fahrer mehr oder weniger allein ins Ziel getaumelt. Wir hatten heute Glück, denn Giacomo könnte hinter Nacer Bouhanni guter Zweiter werden, sogar mit Tendenz nach vorn. Zudem wurde er Zweiter beim wichtigen Zwischensprint, bei dem es um wertvolle Punkte im Kampf um das Rote Trikot geht.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber vielleicht hatten wir auch alle einen kleinen Testosteron-Schub, als wir uns auf dem Weg zum Start im Bus die Victoria Secret Show 2014 angesehen haben. Ich glaube, dass solch eine Stimulation noch von der WADA erlaubt ist.

Auch wenn wir uns natürlich auf sonnige Tage in Italien gefreut haben, fühlt es sich schon sehr gut an, nun endlich hier zu sein. Da hat es gestern beim Abendessen gleich wieder ein Buffet vom Feinsten gegeben, am liebsten hätte ich nur Antipasti gegessen, es gibt nichts Besseres.

Unsere Busfahrer hatten gestern beim Transfer von Dublin nach Bari auch ihr ganz persönliches Highlight, als alle Busse direkt vor den gelandeten Flieger fahren durften, um uns direkt dort abzuholen. Solche Bilder gibt es auch nicht so oft auf einem Flughafen, da hat der Giro sich selbst übertroffen.

Ach, fast hätte ich es vergessen, aber wir hatten heute unseren ersten Auftritt auf dem Podium als bestes Team der Etappe von Dublin, das macht Lust auf mehr.

In diesem Sinne, wie bleiben tapfer, genießen das Dolce Vita & Fight 4 Pink

Euer Danilo

Danilo Hondo (Trek Factory Racing) bestreitet in diesem Jahr bereits seinen siebten Giro d`Italia. Auf radsport-news.com führt der zweifache Etappensieger Tagebuch.

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