Freiburger fällt nach OP für drei Monate aus

Wegmann: Sehne wie mit einem Flaschenzug am Becken befestigt

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Fabian Wegmann (Garmin-Sharp) | Foto: Cor Vos

27.05.2014  |  (rsn) – Fabian Wegmann wird seinem Garmin-Sharp-Team rund drei Monate fehlen. „Die Cyclassics in Hamburg könnten ein Ziel für mich sein“, meinte der Freiburger am Dienstag im Gespräch mit radsport-news.com zum Termin eines möglichen Comebacks.

Wegmann war am vergangenen Mittwoch nach rund 30 Kilometern der 11. Etappe des Giro d’italia unglücklich gestürzt, wobei zwei Muskeln mitsamt den Sehnen vom Becken abgerissen waren. Am vergangenen Freitag wurde der 33-Jährige in München in der Klinik Rechts der Isar von einem Spezialisten erfolgreich operiert.

„Das ist alles sehr gut verlaufen. Die Operation hat ungefährt eineinhalb Stunden gedauert. Dabei wurden mir zwei Haken in den linken Beckenknochen gesetzt und dann die Sehne, wie mit einem 'Flaschenzug', an das Becken ran gezogen und an den Haken befestigt. Der Muskel selber ist zum Glück nicht verletzt, weshalb auch keine Schäden zurückbleiben werden“, berichtete Wegmann erleichtert. „Ich kann auch schon wieder an Krücken gehen und den Unterschenkel bewegen. Nur Oberschenkel und Becken sind mit einer Spezialmanschette ruhig gestellt.“

Die schwere Verletzung hatte sich der Klassikerspezialist in einer Abfahrt zugezogen, als vor ihm mehrere Fahrer stürzten. „Ich bin mit einem Fuß aus der Pedale und habe damit vergeblich versucht, auf dem Asphalt zu bremsen. Ich landete dann in einem Spagat auf der Straße und hatte sofort extrem starke Schmerzen, wie bei einem Krampf. Da der Muskel gerissen war, konnte ich nicht einmal mehr aufstehen“, sagte Wegmann.

Im Krankenhaus wurde erst bei einer Kernspintomografie die Verletzung festgestellt. „Ich hätte mich schon in Italien operieren lassen können, aber nach Absprache mit meinem Team habe ich mich dazu entschlossen, den Eingriff von einem Spezialisten vornehmen zu lassen.“ Wegmann stieß bei der Recherche auf den Namen von Prof. Dr. Andreas Imhoff, der in München „Rechts der Isar“ die dortige Abteilung und Poliklinik für Sportorthopädie leitet und sich auf die Behandlung von Fußballern, Skifahrern, Snowboardern und Eishockeyspielern spezialisiert hat.

„Bei Radsportlern kommt eine solche Verletzung eher selten vor“, erläuterte der gebürtige Münsteraner, der nach der Kontaktaufnahme kurzfristig einen Untersuchungstermin in München bekam, dem sich am nächsten Morgen dann die OP anschloss.

Heute wird der dreifache Deutsche Meister in seine Wahlheimat zurückkehren, um dort mit der Rehabilitation zu beginnen. „Da kann man schon viel bewirken, wenn auch in kleinen Schritten, denn ich darf mein Bein fünf bis sechs Wochen lang nicht belasten“, erklärte Wegmann, der als sein erstes Ziel im Rahmen der Reha den Kreissaal nannte – denn in sechs Wochen erwarten er und seine Frau Johanna ihr zweites Kind.

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