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31.05.2014 | (rsn) - Geraint Thomas (Sky) hat seinen zweiten Gesamtsieg bei der Bayern-Rundfahrt fest im Blick. Dagegen werden die Deutschen weiter auf den ersten heimischen Gewinner seit 2009 warten müssen. Im Zeitfahren von Wassertrüdingen fuhr der 28-jährige Brite, der die Gesamtwertung 2011 für sich entschieden hatte, auf dem 25,5 Kilometer langen Parcours rund um den Hesselberg in 30:48 Minuten zum Sieg und ins Gelbe Trikot.
„Es sind sehr viele gute Zeitfahrer hier und ich war mir nicht sicher, wo ich stehe und musste mich überraschen lassen – es war eine schöne Überraschung und ich bin sehr glücklich, dass ich das Gelbe Trikot übernommen habe. Jetzt werden wir alles daran setzen, es zu verteidigen“, sagte Thomas, der sich im Gesamtklassement vom vierten auf den ersten Platz verbesserte und den Schweizer Mathias Frank (IAM) von der Spitze verdrängte. Der 27-Jährige belegte auf der 4. Etappe den sechsten Platz und hat vor der morgigen Schlussetappe 18 Sekunden Rückstand auf Thomas – die er kaum noch wird aufholen können.
„Morgen, das wird eine Etappe für die Sprinter sein. Unser Team ist stark genug, um das Rennen zu kontrollieren und dann können wir den Sieg hoffentlich nach Hause bringen“, sagte der selbstbewusste Thomas, der aus einem Höhentraining zur Bayern-Rundfahrt kam. „Bei der Bergankunft auf der Winklmoos-Alm hat mir noch etwas die Frische gefehlt. Das war ein hartes Finale. Ich habe mich zwar stark gefühlt, aber konnte nicht wirklich aus dem Sattel gehen. Also bin ich so schnell gefahren, wie ich konnte, um den Abstand in Grenzen zu halten. Und ich wusste, mit dem Zeitfahren heute könnte ich die verlorene Zeit wieder gut machen“, schilderte er seine Stragie, die voll aufging.
Dagegen gingen die Pläne des deutschen Zweitdivisionärs NetApp-Endura am Ende nicht auf, denn mit Kapitän Leopold König hatte man den Gesamtsieg ins Auge gefasst. Der Tscheche landete im Zeitfahren aber nur auf Rang zehn, 49 Sekunden hinter dem Etappensieger, und fiel im Gesamtklassement sogar vom dritten auf den vierten Platz zurück. „Leo ist nach seiner langen Trainingsphase noch nicht bei 100 Prozent. So sind wir im Moment vielleicht etwas enttäuscht, aber unser Blick geht nach vorne. Und im Hinblick auf die Tour de France stimmt uns seine Leistung und seine Form sehr optimistisch“, erklärte der Sportliche Leiter Enrico Poitschke, der Jan Bartas zweiten Platz mit einem lachenden und einem weinenden Auge beurteilte.
Dem Tschechischen Zeitfahrmeister fehlten am Ende nur vier Sekunde zum großen Coup. „Bei dieser erstklassigen Konkurrenz ist der zweite Platz von Jan ein super Ergebnis. Wenn es so knapp ist, kann man auch ein wenig enttäuscht sein – aber das schmälert natürlich nicht seine tolle Leistung“, so Poitschke.
Für eine frühe Bestzeit hatte in Wassetrüduingen auf dem in der zweiten Hälfte anspruchsvollen Kurs mit diversen Steigungen Anton Vorobyev (Katusha) gesorgt. Der 23-jährige Russe setzte sich mit der Zeit von 30:53 an die Spitze des Tagesklassements, von der er erst von Barta um eine knappe Sekunde verdrängt wurde. Aus den Top-Ten der Gesamtwertung setzte der Weißrusse Vasil Kiryienka (Sky) mit einer neuen Zwischenbestzeit ein dickes Ausrufungszeichen – als schlussendlich Vierter des Tagesklassements schob er sich auf Platz drei der Gesamtwertung vor. Sein Teamkollege Thomas war allerdings nochmals deutlich besser.
Ein starkes Rennen lieferte auch Mathias Frank ab, der im Gelben Trikot bis auf den letzten Meter um seine auf der Winklmoos-Alm eroberte Spitzenposition kämpfte. Am Ende fehlten dem Kletterspezialisten Luzern 19 Sekunden, um das Trikot über den Tag zu retten.
Bester Deutscher war überraschend Jan-Niklas Droste vom fränkischen Drittdivisionär. Der 23-jährige Gießener kam nach einem starken Auftritt auf den achten Platz und trägt darüber hinaus weiter das Punktetrikot. Bester deutscher Fahrer in der Gesamtwertung ist der Rheinbacher Christian Knees (Sky), der sich als Etappenelfter auf Platz 13 verbesserte, Linus Gerdemann (MTN-Qhubeka) liegt auf Rang 21, der Deutsche U23-Meiser Silvio Herklotz folgt einen Platz dahinter.
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