Taktische Spielchen prägten das Finale von Bensheim

Gerdemann: „Greipel und Degenkolb hatten ihre Privatfehde"

Von Christoph Adamietz aus Bensheim

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Linus Gerdemann (Cult Energy) im DM-Straßenrennen von Bensheim. | Foto: Cor Vos

28.06.2015  |  (rsn) - Alles probiert, aber am Ende leer ausgegangen: Diese Bilanz traf im Meisterschaftsrennen von Bensheim auf mehr als eine Handvoll Fahrer zu. Auf dem selektiven Rundkurs jagte eine Attacke die nächste, die Rennsituation änderte sich fast schon im Kilometertakt.

Letztlich hatte Emanuel Buchmann (Bora Argon 18) mit seiner Attacke fünf Kilometer vor dem Ziel das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, denn die Kontrahenten in der knapp 20 Fahrer starken Verfolgergruppe schauten sich im Finale zu lange an.

„Es waren taktische Spielchen, Bora hatte Überzahl, und ich glaube, Greipel und Degenkolb hatten ein bisschen ihre Privatfehde. Ich dachte eigentlich, dass Giant-Alpecin im Finale die Verantwortung übernimmt, denn John hatte mit Arndt noch einen Helfer dabei. Vielleicht war der Respekt vor Greipel zu groß", vermutete Linus Gerdemann, der im letzten Anstieg des Tages die letzte seiner zahlreichen Attacken lanciert hatte, gegenüber radsport-news.com.

Arndt bestätigte in der Pressekonferenz auf Nachfrage von radsport-news.com, dass er vor Buchmanns Attacke mit Degenkolb gesprochen und sich mit seinem Kapitän darauf geeinigt hatte, die Gruppe zusammenzuhalten. „Wir wollten eigentlich auf den Sprint gehen, da John noch dabei war und ich hätte den Lead-out fahren können. Aber dann hat Bora ständig attackiert, auch Burghardt und Knees, und es war schwer alles zusammenzuhalten. Deshalb sind wir selbst in die Offensive gegangen", sagte der 23-Jährige, der sich schließlich auf die Verfolgung von Buchmann machte.

Um sich Platz zwei zu sichern, musste der Hamburger auch noch Christian Knees (Sky) einholen, der als erstes dem Ravensbuger hinterher gejagt war. „Als Buchmann ging, habe ich auch noch mal nachgesetzt, konnte aber die Lücke nicht mehr schließen.

Danach schlossen noch weitere Fahrer zu mir auf, so dass ich dann Sechster wurde. Damit bin ich eigentlich zufrieden. Ich hatte zuvor nicht die Ruhe weg, habe oft attackiert, bin zu aggressiv gefahren. Das hat mir in der letzten Runde gefehlt“, kommentierte de Deutsche Meister von 2010 gegenüber radsport-news.com sein Abschneiden.

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