690 Straßenkilometer Transfer

Der weite Weg in den Ruhetag: So kommt die Tour nach Pau

Von Felix Mattis aus Vannes

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| Foto: Cor Vos

12.07.2015  |  (rsn) - 690 Kilometer liegen nach dem Mannschaftszeitfahren auf dem Weg in den Ruhetag vor dem Tour-Tross - zumindest vor dem Teil, der mit dem Auto, Bus oder LKW vom Zielort Plumelec nach Pau fahren muss. Am Sonntagabend und Montagmorgen werden die Autobahnen A83, A10 und A65 in Richtung Süden von vielen, vielen Autos mit bunten Aufklebern auf der Windschutzscheibe bevölkert werden.

Zwölf Plätze pro Team hat die ASO in Shuttle-Bussen von Plumelec an den Flughafen in Lorient sowie in Pau zu den unterschiedlichen Ruhetag-Hotels reserviert - und natürlich in den Charter-Maschinen, die die Fahrer sowie drei Betreuer je Mannschaft ab 18 Uhr gen Süden fliegen werden.

„Meine Sportlichen Leiter sind glücklicherweise so kollegial, die Physiotherapeuten mitfliegen zu lassen", erklärte Bora-Argon 18-Teamchef Ralph Denk radsport-news.com vor dem Start des Mannschaftszeitfahrens in Vannes, dass Enrico Poitschke, Christian Pömer und André Schulze mit dem Auto fahren werden, während Melanie Paulacher und Lukas Piwowski mit ihm und den Fahrern in den Flieger steigen.

Der dritte Physio, Markus Stefani, ist bereits am Morgen vom Hotel in Carnac aus vorgefahren und sollte somit auch rechtzeitig abends in Pau sein, um die Fahrer in Empfang zu nehmen. So können alle drei am Abend wie gewohnt die Radler-Beine verwöhnen, wenn die gegen 21 Uhr eintreffen.

Alle anderen werden am Abend die erste Hälfte des weiten Weges im Auto zurücklegen, dann übernachten und die zweite Hälfte am Montagmorgen in Angriff nehmen. Von einem echten, vollwertigen Ruhetag kann in ihrem Fall kaum die Rede sein.

Wichtig ist, dass auch das Material rechtzeitig am Rand der Pyrenäen eintrifft, damit die Fahrer am Montagmittag zur Ruhetags-Ausfahrt aufbrechen können. Deshalb ist der LKW von Giant-Alpecin schon morgens direkt nach Süden aufgebrochen, anstatt zum Mannschaftszeitfahren zu reisen, erzählte Team-Soigneur Kevin Pfeifer radsport-news.com.

Anders als die Kollegen bei Bora-Argon 18 kommt er am Sonntagabend nicht mehr zum Massieren, weil er auf der Autobahn sein wird, wenn John Degenkolb, Simon Geschke und Co. in Pau landen. „So spät wie sie ankommen, wollen die meisten sowieso keine Massage mehr, sondern nur ins Bett", weiß er aus Erfahrung. Bei Giant-Alpecin kommen neben den Fahrern und Teamchef Iwan Spekenbrink daher Coach Mark Reef und der Teamarzt in den Genuss des Fliegens.

Was bei beiden deutschen Teams gleich ist, ist der Umgang mit dem Zeitfahrmaterial. Das nämlich wird während der Tour nicht mehr gebraucht und deshalb auch nicht mit in den Süden genommen. „Wir haben extra unseren alten, kleineren Bus von der letztjährigen Tour herbestellt, um die Zeitfahrräder nach Hause zu bringen", so Denk mit einem Augenzwinkern. Der Bus war nämlich ohnehin bereits da, weil das Team mit dem neuen, großen Bus zwischenzeitlich technische Probleme hatte.

Auch bei Giant-Alpecin wird ein kleinerer Bus, der Team-Camper, für den Rücktransport des Zeitfahrmaterials in die Teamzentrale nach Deventer verwendet. Die Mechaniker wird's freuen: Ab sofort ist mehr Platz im LKW bei der Tour.

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