RSN Rangliste, Platz 46: Stefan Schumacher

Phasenweise den Spaß am Radfahren verloren

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Stefan Schumacher (CCC Sprandi) | Foto: Cor Vos

23.11.2015  |  (rsn) – Nach mehreren Jahren im Continental-Lager wechselte Stefan Schumacher 2015 zum polnischen Zweitdivisionär CCC Sprandi. Entsprechend groß war die Vorfreude beim Nürtinger. Doch Schumachers Hoffnungen erfüllten sich nicht. Im Gegenteil.

“Ich habe in diesem Jahr zum Teil den Spaß am Radfahren verloren“, sagte der 34-Jährige zu radsport-news.com. Dies lag zum einen daran, dass Schumacher in der ersten Saisonhälfte mit diversen Krankheiten und Verletzungen zu kämpfen hatte. So zog er sich gleich zum Saisonstart auf Mallorca einen schmerzhaften Harnwegsinfekt zu und musste seine Starts beim GP Marseillaise und dem Etoile de Besseges absagen, da er zwei Wochen lang Antibiotika nehmen musste. „Dieser Infekt hat sich aber leider auch später in der Saison immer wieder bemerkbar gemacht und mich einige Rennen gekostet, da ich ihn nie richtig auskurieren konnte“, fügte er an.

Seinen nächsten Renneinsatz hatte der CCC-Neuzugang Ende Februar bei der Andalusien-Rundfahrt, wo er auf der ersten Etappe in einen Massensturz verwickelt war und sich dabei einen komplizierten Bruch des Handwurzelknochens zuzog, der eine Operation erforderlich machte.

Zwar gab Schumacher schon vier Wochen später sein Comeback bei der Katalonien-Rundfahrt. Doch viel Freude hatte er nicht dabei. “Das hat sich als Fehler herausgestellt", sagte er. "Die operierte Hand wurde taub und lahm und das hat sich leider erst langsam über die folgenden Monate wieder erholt."

Schumacher biss sich vor allem deshalb durch, da "mir das ganze Frühjahr hindurch gesagt wurde, dass ich beim Giro starten werde war ich extrem motiviert. Das wäre für mich eine Riesensache gewesen. So habe ich das Auskurieren von Infekt und Verletzung hinten angestell.t“ Noch zwei Wochen vor Giro-Start erhielt er von der Teamleitung die Versicherung, “zu 100 Prozent“ ins CCC-Aufgebot berufen zu werden.

Obwohl seine Form immer besser wurde, erhielt Schumacher letztlich doch kein Giro-Ticket. “Dass ich nicht nominiert werde, erfuhr ich zunächst aus der Presse, und habe bis heute keine Erklärung dafür bekommen“ sagte Schumacher, der insgesamt die fehlende Kommunikation bei seinem Team bemängelte.

Der Schwabe ließ sich aber nicht hängen, zeigte bei der Tour de Suisse ordentliche Leistungen und wusste dann bei den Deutschen Meisterschaften in Bensheim mit Rang drei im Einzelzeitfahren zu überzeugen. Im Straßenrennen verpasste er nach einer offensiven Vorstellung die Top Ten knapp.

Sein bestes Ergebnis bei einem Mehretappenrennen lieferte der Rundfahrtspezialist bei der Czech Cycling Tour (2.1) ab, wo er auf der Schlussetappe Rang drei belegte und im Klassement auf Position acht landete. “Ab der Tour de Suisse ist die Saison doch noch etwas in die Gänge gekommen“, bilanzierte Schumacher.

Obwohl Teamchef Piotr Wadecki ihm mehrmals eine Vertragsverlängerung angeboten hatte, wird es für Schumacher eine zweite Saison bei CCC Sprandi nicht mehr geben. "Ich war zunächst offen dafür, im Nachhinein bin ich jedoch froh, dass es nie zu einer Unterschrift kam", sagte er. "Es sind einfach zu viele Dinge in diesem Team vorgefallen, die in meinen Augen absolut inakzeptabel sind. Im Zweifelsfall beende ich lieber meine Karriere als unter solchen Bedingungen weiter Rad zu fahren. Seit Anfang Oktober habe ich keinen Kontakt mehr zur Teamleitung und das wird von meiner Seite auch so bleiben“, betonte er.

Wie und ob es weitergeht, ist noch nicht geklärt. Derzeit steht Schumacher noch mit einigen Teams im Kontakt. “Ich habe aber noch nichts unterschrieben. Es klingt zwar abgedroschen, aber sollte ich weiter Rennen fahren, dann wäre für mich das Wichtigste, den Spaß daran wieder zurückzugewinnen“, erklärte Schumacher.

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