Podiumsplatz in Paris das Ziel

Porte als alleiniger Kapitän bei BMC?

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "Porte als alleiniger Kapitän bei BMC?"
Richie Porte blickt zuversichtlich auf die dritte Tour-Woche und seine Chance voraus | Foto: Cor Vos

19.07.2016  |  (rsn) - Eigentlich schien die Rollenverteilung bei BMC für die Tour de France frühzeitig entschieden. Richie Porte blieb seinem Pech treu und büßte gleich im Finale der 2. Etappe nach Cherbourg-en-Cotentin durch einen Defekt 1:45 Minuten ein. Sein Co-Kapitän Tejay van Garderen schlug sich dagegen souverän durch die erste tückische Woche und nahm zeitgleich mit Chris Froome (Sky) die Pyrenäen in Angriff.

Doch mittlerweile verrät der Blick auf die Gesamtwertung ein anderes Bild. Seit der Etappe durch das Jura-Gebirge nach Culoz steht Porte als Siebter (+4:27) einen Platz und 20 Sekunden vor seinem Teamkollegen. Eine Wachablösung bei BMC? Porte strotzt zumindest vor Tatendrang. "Ich bin gewiss in einer guten Form für die vier kommenden harten Tage in den Alpen. Auch für das Bergzeitfahren, da freue ich mich drauf", blickte der Tasmanier am Ruhetag voraus.

Während er das Klassement nach seinem Pech zu Beginn der Tour kontinuierlich nach oben kletterte, ging bei van Garderen der Weg in die umgekehrte Richtung. In Culoz musste der US-Amerikaner den nächsten Zeitrückschlag hinnehmen, als er als einziger der Favoriten am letzten Anstieg nicht das Tempo der Froome-Gruppe folgen konnte. Daher wird ein Szenario bei BMC vor den Alpen immer wahrscheinlich: Porte der Leader, Van Garderen der Helfer?

Eine Entwicklung, die so nicht abzusehen war. Porte galt als Mann für eine Woche, der bei kleineren Rundfahrten wie Paris-Nizza, der Trentino-Rundfahrt oder der Katalonien-Rundfahrt kaum zu schlagen war, bei den großen Landesrundfahrten aber stets unglücklich agierte. Sein Wechsel von Sky zu BMC mit dem Ziel die Tour de France in Angriff zu nehmen wurde daher auch skeptisch verfolgt – besonders, da die amerikanische Equipe mit van Garderen bereits über einen aussichtsreichen Anwärter für die Tour verfügte.

Seinen obligatorischen schlechten Tag bei großen Landesrundfahrten dürfte Porte möglicherweise mit seinem Pech in Cherbourg-en-Cotentin aber bereits hinter sich haben. Zumindest macht der 31-Jährige derzeit nicht den Eindruck, zu schwächeln. Mit Bauke Mollema (Trek) scheint er derzeit noch am ehesten in der Lage, Chris Froome Paroli zu bieten.

Nach bislang eher verhaltenen Attacken auf den Bergetappen glaubt Porte auch, dass die Alpen ein anderes Rennen bieten werden - eines, das ihm entgegenkommt. „Sky ist super stark. Das haben wir in der Vergangenheit gesehen und jetzt wieder. Aber ich denke, Froome wird noch eine zweite Etappe gewinnen wollen und das bedeutet, dass das Rennen noch härter wird. Und das ist gut für mich“, prognostiziert Porte die Absichten seines ehemaligen Teamkollegen.

Bestätigt Porte die bisherigen Eindrücke, dürfte er sogar noch ein Kandidat für einen Podiumsplatz in Paris werden. Der Rückstand zum derzeit Gesamtdritten Adam Yates (Orica-BikeExchange) beträgt nur 1:47 Minuten. „Ich denke, alles ist noch drin. Ich bin nicht weit vom Podium entfernt, das ist ein großes Ziel und ich werde es versuchen“, zeigt sich Porte auch hier zuversichtlich. Für dieses Ziel müsste BMC seine Teamhierarchie allerdings neu verteilen – oder hat es hinter den Kulissen längst getan. Mit Richie Porte als alleinigen Kapitän.

Mehr Informationen zu diesem Thema

14.07.2020Video-Rückblick: Froome joggt 2016 den Ventoux hinauf

(rsn) – Heute vor vier Jahren erlaubten staunende Zuschauer am Mont Ventoux das Finale eines denkwürdigen Tour-Tages. Nach einem Sturz im Schlussanstieg der 12. Etappe rannte Chris Froome am Franz

27.07.2016Nibali hatte bei der Tour schon Rio im Blick

(rsn) – Vincenzo Nibali hat verärgert auf die Kritik an seinen Leistungen bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Tour de France reagiert. Der Italiener und sein Astana-Team waren ohne Etappensieg ge

26.07.2016Erneuter Tour-Ausstieg der ARD darf kein Thema sein

(rsn) - Drei Wochen Tour de France. Ein paar Tage "als Fan" selbst dabei. Den großen Rest aber am Bildschirm. Bis zum grandiosen Schlussakkord auf den Champs Elysees, gesetzt im "Sprint des Jahres" v

26.07.2016Quintana will weiter für seinen Gelben Traum kämpfen

(rsn) – Kolumbien muss weiter auf seinen ersten Tour-de-France-Sieger warten. Auch im dritten Anlauf hat es Nairo Quintana nicht geschafft – doch noch nie war der Movistar-Kapitän weiter vom Gelb

26.07.2016Künftig ein britisches Duell um das Gelbe Trikot?

(rsn) – Wie sein berühmter Landsmann Bradley Wiggins wird auch Adam Yates in die Geschichtsbücher des Radsports eingehen. War der mittlerweile 36-jährige Stundenweltrekordler vor vier Jahren der

26.07.2016Kittel kam bei der Tour in keinen "richtigen Flow"

(rsn) – Bei André Greipel (Lotto Soudal) lief am Sonntag auf den Champs-Élysées alles nach Wunsch. Wie bereits 2104 gewann der Deutsche Meister die prestigeträchtige Abschlussetappe der 103. Tou

26.07.2016Hektische Sprints und Cavendish machten Greipel das Leben schwer

(rsn) – Nach drei teils frustrierenden Wochen schien für André Greipel (Lotto Soudal) doch noch die Sonne. Am Sonntagabend holte sich der Deutsche Meister in Paris auf den Champs-Élysées den so

25.07.2016Bardet zum dritten Mal in Folge in Paris auf dem Tour-Podium

(rsn) – Romain Bardet hat den heimischen Fans die Tour de France gerettet. Der 25 Jahre alte Kapitän der Ag2R-Equipe legte auf den letzten drei Tagen ein Finale sondergleichen hin, sicherte sich au

25.07.2016Kittel: Erst durch Defekte gestoppt, dann im Finale kraftlos

(rsn) – Zum großen Finale der 103. Tour de France wollten Marcel Kittel und sein Etixx-Quick-Step-Team nochmals zuschlagen. Der Erfurter, der bereits 2013 und 2014 jeweils den Schlussakkord auf den

25.07.2016Jogging-Einlage in Gelb und ein machtloser Herausforderer

(rsn) - Nach drei Wochen Tour de France fallen die Bilanzen der 22 teilnehmenden Mannschaften ganz unterschiedlich aus. Radsport News listet die Erfolge und Misserfolge auf. Wir präsentieren die Team

25.07.2016Dominator in Grün und Schweizer Coup durch einen Kolumbianer

(rsn) - Nach drei Wochen Tour de France fallen die Bilanzen der 22 teilnehmenden Mannschaften ganz unterschiedlich aus. Radsport News listet die Erfolge und Misserfolge auf. Wir präsentieren die Team

25.07.2016Kollision mit dem Teufelslappen und ein fataler Entschluss

(rsn) - Nach drei Wochen Tour de France fallen die Bilanzen der 22 teilnehmenden Mannschaften ganz unterschiedlich aus. Radsport News listet die Erfolge und Misserfolge auf. Wir präsentieren die Team

Weitere Radsportnachrichten

06.11.2026Strafe für Vanthourenhout nach Ziel-Ausraster im “Eifer des Gefechts“

(rsn) – Sein zweiter Platz bei der Superprestige in Middelkerke am späten Donnerstagabend ist nicht, was den Zuschauern im Gedächtnis bleiben wird, wenn sie an den Auftritt von Michael Vanthourenh

06.11.2026Nicht nur Schwarz und Weiß: Van Dijk zur Kritik an Picnic-Führung

(rsn) – Ellen van Dijk war Ende 2018, drei Jahre nach dem Abgang von Marcel Kittel, noch immer eine der ersten prominenten Fahrerinnen, die sich vom damaligen Team Sunweb, dem heutigen Team Picnic â

06.11.2026Sitzen wir alle auf dem falschen Rad?

(rsn) - Wer viel mit Fahrrädern zu tun hat, kennt das Phänomen: Sobald im Bekanntenkreis jemand einen Fahrradkauf erwägt, wird man schnell zum unentgeltlichen Verkaufsberater gekürt. Eine ehrenvol

06.11.2026RCS denkt für Giro und Co. über limitierten Fan-Zugang nach

(rsn) – Beim Giro d'Italia und auch anderen Rennen von Veranstalter RCS Sport könnte es künftig Zugangsbeschränkungen zu neuralgischen Streckenpunkten geben. Das bestätigte der neue Giro-Boss Lu

06.11.2026Letzter Visma-Platz geht wohl an 20-jährigen Briten Rowe

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

06.11.2026Van Aerts Traum vom Flandern-Sieg: “Wird zunehmend schwerer“

(rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat in einem Interview mit dem Fiets Magazine auf seinen Triumph bei Paris-Roubaix am 12. April 2026 zurückgeblickt und im selben Gespräch auch über

05.11.2026Wyseure schlägt Vanthourenhout, der für Eklat sorgt

(rsn) - Joran Wyseure (Crelan – Corendon) hat in Middelkerke das zweite Wertungscross seiner Karriere gewonnen. Im Nachtrennen ging er mit fünf Mitstreitern auf die Schlussrunde, in der er sich als

05.11.2026Van Alphen nutzt bei der Superprestige ihre Chance

(rsn) - Aniek van Alphen (777) hat in Middelkerke den zweiten Lauf der Superprestige gewonnen. Am Donnerstagabend war sie im Flutlicht 12 Sekunden schneller als Europameisterin Inge van der Heijden (C

05.11.2026Merckx über Pogacar in TV-Doku: “Er ist jetzt über mir“

(rsn) – Eddy Merckx gilt gemeinhin seit jeher als der beste Radsportler aller Zeiten. Doch schon seit einigen Jahren rüttelt Tadej Pogacar mit seinen Leistungen und seiner Dominanz, ausdrücklich n

05.11.2026Ineos-Renndirektor Thomas bittet um Geduld: Schritt für Schritt

(rsn) – Geraint Thomas hat in seinem Podcast Watts Occuring gemeinsam mit Co-Host Luke Rowe auf die Saison 2026 zurückgeblickt und die Leistungen seines Teams Netcompany – Ineos eingeordnet. Dabe

05.11.2026Hochzeit: Aus Ferrand-Prévot wird Pauline van Baarle

(rsn) - Pauline Ferrand-Prévot und Dylan van Baarle haben geheiratet. Bereits in der vergangenen Woche haben sich die französische Tour-de-France-Siegerin und multidisziplinäre Weltmeisterin und de

05.11.2026Medien: Auch Q36.5 keine Option mehr für Roglic

(rsn) – Primoz Roglic ist weiterhin ohne Vertrag für die Saison 2027 und es scheint immer mehr, als könne Il Lombardia am 10. Oktober das letzte Profirennen des inzwichen 37-Jährigen gewesen sein

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine