29. Thüringen-Rundfahrt

Rivera jubelt wieder in Gera, Cecchini gelingt Überraschungscoup

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Das Podium der 29. Thüringen-Rundfahrt, v.l.: Amanda Spratt (Orica-AIS), Elena Cecchini (Canyon-SRAM)), Ellen van Dijk | Foto: Cor Vos

22.07.2016  |  (rsn) - Elena Cecchini hat am Schlusstag der 29. Thüringen-Rundfahrt alle Angriffe der Konkurrentinnen auf ihr Gelbes Trikot abgewehrt und ihrem deutschen Canyon-SRAM-Team einen überraschenden Heimsieg beschert.

Ihr Team sei in diesem Jahr nämlich ohne Ambitionen auf die Gesamtwertung nach Thüringen gekommen, wie die Italienische Meisterin im Ziel erklärte. Die 24-jährige Cecchini hatte sich auf der vorletzten Etappe an die Spitze katapultiert, als sie an der Seite der Australiern Amanda Spratt (Orica-AIS) mit deutlichem Vorsprung auf die Verfolgerinnen ins Ziel kam und als Tageszweite das Gelbe Trikot überstreifen durften.

Die Verteidigung der Spitzenposition war dank des komfortablen Vorsprungs von gut drei Minuten gegenüber Spratt "sogar etwas einfacher als gedacht“, so Cecchini "Ganz sicher, dass es klappt, war ich mir eigentlich erst nach der letzten Bergwertung (bei km 123, die Red.). Da war klar, dass außer einem Sturz nichts mehr passieren konnte.“

Die letzte Etappe holte sich über 131 verregneten Kilometern rund um Gera Coryn Rivera (United Healthcare). Die Kalifornierin wiederholte damit ihren Gera-Sieg aus dem vergangenen Jahr, diesmal setzte Rivera sich in einem Bergaufsprint vor der Niederländerin Amy Pieters (Wiggle-High 5) und der Schweizerin Nicole Hanselmann (Cervélo-Bigla) mit einem halben Vorderrad Vorsprung durch. "Es war schon ein Vorteil, dass ich hier im letzten Jahr gewonnen hatte. Das gab einen zusätzlichen Schub“, sagte die 23-Jährigee und fügte mit einem Lächeln an: "Nur wäre mir wieder Sonnenschein lieber gewesen.“

Das galt wohl für alle Fahrerinnen, die sich bei einsetzendem Regen zum Start am Geraer Markt aufstellten. Die ersten Kilometer wurden auf nassen Straßen deshalb wohl auch etwas vorsichtiger absolviert, ehe Orica-AIS das Peloton zu sprengen versuchte und Annemiek van Vleuten etwa bei Kilometer 40 ausriss und in der Spitze eine knappe Minute Vorsprung herausfuhr.

Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich mancher an die letztjährige Austragung erinnert, als die australische Equipe auf ähnliche Weise die mittlerweile für Wiggle-High5 fahrende Emma Johansson noch den Gesamtsieg möglich gemacht hatte. 2016 musste sich die Schwedin übrigens mit dem Gewinn des Bergtrikots zufrieden geben.

Diesmal ging aber auch die Orica-AIS-Taktik nicht auf – auch deshalb, weil Van Vleuten durch einen Defekt gestoppt wurde. Danach folgten einige weitere vergebliche Attacken, ehe sich schließlich die Fünfergruppe mit Rivera, Pieters, Hanselmann, Rachel Neylan (Orica-AIS) und Tatiana Guderzo (Nationalteam Italien) bildete, die schließlich den Tagessieg unter sich ausmachte.

Cecchini kam mit 30 Sekunden Rückstand ins Ziel und lag in der Gesamtwertung schließlich 2:58 Minuten vor Spratt und 3:12 Minuten vor der Niederländerin Ellen van Dijk (Boels-Dolmans), der sie gestern das Gelbe Trikot abgenommen hatte. Auf den Plätzen vier und fünf folgten mit Van Vleuten (+ 3:21) und der dreimaligen Etappengewinnerin Marianna Vos (Rabo Liv/+3:39) zwei weitere "Oranje“-Fahrerinnen. Beste Deutsche war Cecchinis Teamkollegin Lisa Brennauer (+ 4:27) auf Rang acht.

Vos sicherte sich zudem die Punktewertung. Mit Liane Lippert wurde auch eine Deutsche auf dem Podium geehrt. Die für das Nationalteam fahrende 18-Jährige aus Friedrichshafen war eine der Entdeckungen der Rundfahrt und gewann die Nachwuchswertung vor der zeitgleichen Alice Barnes (Nationalteam Großbritannien). In der Gesamtwertung reichte es für Lippert zu Rang 22.

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