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29.06.2026 | (rsn) – Der Zielort vom Vortag ist auch der Startpunkt der zweiten Hochgebirgsetappe der Tour de France 2026. Beim erneuten Abstecher in die Pyrenäen sollte es auch unter den Favoriten auf das Gelbe Trikot zu ersten größeren Attacken kommen. Die Strecke führt über den legendären Col du Tourmalet und wer Zeit gutmachen will, sollte hier schon attackieren. Der lange Schlussanstieg zum Skiort Gavarnie-Gèdre ist nämlich nicht besonders steil.
Wie immer bei einem Etappenstart in Pau verlaufen die ersten fast 100 Kilometer größtenteils flach. Der Zwischensprint erfolgt jedoch nach der Côte de Loucroup (1,8 Kilometer bei 7,2 Prozent). Dort könnte erneut ein bergfester Sprinter wichtige Punkte sammeln. Nach einer Welle mit einer weiteren Bergwertung beginnt nach 106 Kilometern in Arreau der Col d’Aspin (12 Kilometer bei 6,5 Prozent). Dieser Berg wird oft in Verbindung mit dem Tourmalet (17,2 Kilometer bei 7,3 Prozent) befahren - so auch diesmal.
Auch in diesem Jahr wird am Turmalet auf einer Höhe von 2115 Metern das Souvenir Jacques Goddet vergeben. Der Anstieg stand erstmals 1910 auf dem Programm und wurde seitdem 87 Mal befahren. Im Vorjahr war Lenny Martinez (Bahrain Victorious) der erste Fahrer oben. Besonders im Mittelteil ist die Auffahrt von Sainte-Marie de Campagn aus ausgesprochen steil. Hier könnten die vorentscheidenden Attacken erfolgen.
Die fast 20 Kilometer lange Abfahrt führt nach Luz-Saint-Sauveur. Von dort beginnt der Schlussanstieg nach Gavarnie. Die letzten 18,7 Kilometer haben eine durchschnittliche Steigung von nur 3,7 Prozent. Der steilste Abschnitt von etwa zwei Kilometern liegt etwa vier Kilometer vor dem Ziel. Dort führen zwei Serpentinen durch Gavarnie-Gèdre mit einer Steigung von etwas über sechs Prozent.
Das Ziel befindet sich dann in Gavarnie, mit Blick auf den Cirque de Gavarnie. Dieser große Felskessel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und liegt fast direkt an der Grenze zu Spanien. Der Wasserfall Grande Cascade stürzt dort mehr als 400 Meter in die Tiefe. Es wird wohl eine der schönsten Zielankünfte in der Geschichte der Tour de France.
Der flache Beginn der Etappe dürfte wie jedes Jahr an gleicher Stelle die Bildung einer Ausreißergruppe erschweren. Diesmal gibt es jedoch immerhin ein paar Wellen. Die Gruppe des Tages muss versuchen, ihren Vorsprung vor dem Col du Tourmalet zu etablieren. Spätestens dort sollte es für die GC-Fahrer zum ersten Mal richtig ernst werden. Wer an diesem Tag etwas versuchen möchte, sollte das hier tun.
Wer hier Probleme bekommt, könnte auf dem langen Weg ins Ziel viel Zeit verlieren. Bildet sich vor dem Schlussanstieg eine kleine Gruppe der GC-Favoriten, wird es auf dem Weg nach Gavarnie taktisch spannend.
Pau – Gavarnie-Gèdre, 186,2 km, 4100 Höhenmeter
Startzeit: 12:25
Zielzeit: 17:46
Sprintwertung:
Pouzac (Kilometer 59,1)
Bergwertungen:
Côte de Loucrup (Kat. 4, Kilometer 50,9)
Côte de Mauvezin (Kat. 3, Kilometer 77,3)
Col d’Aspin (Kat. 1, Kilometer 118,1)
Col du Tourmalet (Kat. HC, Kilometer 147,8)
Gavarnie-Gèdre (Kat. 2, Kilometer 186,2)