Teampräsentation

T-Mobile: "Wir sind die Mannschaft"

13.01.2007  |  Cala d`Or (dpa) - Das neue T-Mobile-Team will den Traum vom sauberen Radsport leben. Mit neuer Philosophie und ohne große Stars starten die Bonner am 26. Januar bei der Katar-Rundfahrt in die neue Saison.

Fünf Monate nach dem Rauswurf des unter Dopingverdacht stehenden Jan Ullrich, mehr als ein Jahrzehnt das schillernde Aushängeschild bei T-Mobile, beschreitet die Mannschaft neue Wege. Mit einem engagierten Anti-Doping-Programm und neuem Team-Spirit präsentierte sich das Team vor einer Hundertschaft eingeflogener Journalisten im Trainingslager in Cala d`Or auf Mallorca. Unter den Ehrengästen neben UCI-Präsident Pat McQaid war auch Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme, der mit seinem Erscheinen Solidarität für den «neuen Weg» ausdrücken wollte. Auch die anwesende Konzernspitze aus Bonn demonstrierte Rückendeckung für die neue Linie.

29 Profis unter der Leitung von Manager Bob Stapleton (USA) und Sportchef Rolf Aldag wollen die dunklen Wolken des Katastrophenjahres 2006 mit der Doping-Affäre Fuentes und dem des Dopings überführten Toursieger Floyd Landis hinter sich lassen. Der neue Weg birgt Risiken, zumal Erfolgsgaranten wie Ullrich oder auch der zum Konkurrenten Astana abgewanderte Tour-Dritte Andreas Klöden fehlen.

Der australische Zeitfahrmeister Michael Rogers, die Routiniers Servais Knaven (Niederlande) und Sergej Gontschar (Ukraine) sowie Patrik Sinkewitz aus Fulda und das vielleicht begabteste deutsche Rundfahr-Talent Linus Gerdemann (Münster) sollen in erster Linie für Erfolge sorgen. U23-Weltmeister Gerald Ciolek (Pulheim) soll vorsichtig aufgebaut werden. Für eine Tour-Nominierung 2007 kommt der 20-Jährige noch nicht in Frage. «Der Radsport braucht neue Gesichter, die auch Verantwortung übernehmen. Wir stehen für den Neuanfang», sagte Gerdemann, der jetzt in die Schweiz zog.

«Im August, als wir begannen, den neuen Weg einzuschlagen, war mir etwas bange. Jetzt nicht mehr. Wir werden Erfolge haben, da bin ich sicher. Der sympathische Hinterherfahrer wird nicht lange registriert», sagte der ehemalige Profi Aldag, der die Hochzeiten des Teams mit den Toursiegern Bjarne Riis und Ullrich aktiv miterlebte. «Wir wollen stark starten und stärker werden», sagte Stapelton, der darauf hofft, dass andere Teams dem T-Mobile-Beispiel folgen werden: «Viele im Radsport haben schon die richtige Richtung eingeschlagen. Wir müssen optimistisch sein, dass wir gemeinsam im Anti-Doping-Kampf vorwärts kommen.»

Ein Stab von Trainern, Ernährungsberatern, Medizinern und sogar ein Sport-Psychologe stehe bereit. «Wir sind die Mannschaft», ist der neue Leitspruch des Teams. Die neue Fürsorge für die Profis, die alle ihr Einverständnis geben mussten, bei Bedarf DNA-Proben abzugeben, geht sehr weit. «Wir sind die Väter der Fahrer auf der Straße», sagte der neue sportliche Leiter Alan Peiper.

Das Bonner Team sei «Vorreiter im Kampf gegen Doping», deshalb wollte Prudhomme «ein Zeichen setzen» und wäre in jedem Fall zur Präsentation gekommen, «egal, ob sie in Hongkong, Paris oder Berlin» stattgefunden hätte. Der Tourchef hoffe, dass der «Atem von Straßburg bis London reicht». Damit nahm er Bezug auf den Ausschluss der beiden Top-Profis Ullrich und Ivan Basso vor dem Tourstart 2006 wegen deren Verwicklung in die Doping-Affäre Fuentes.

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