Voigt: "Er ist der Patron, der er immer war"

Armstrong down under locker wie nie


Lance Armstrong (Astana)

Foto: ROTH

25.01.2009  |  Adelaide (dpa) - Sein Comeback war zunächst mehr Charme-Offensive als harte Leistungs-Show: Bei der Rückkehr nach 1274 Tagen Rennpause landete Lance Armstrong bei der Tour Down Under in Australien auf dem 29. Rang 49 Sekunden hinter dem einheimischen Gesamtsieger Allan Davis (Quick.Step).

Der 37-jährige Texaner lächelte die Ansprüche weg. Er war außerordentlich freundlich - sogar Reportern gegenüber - entspannt und für die gute Sache engagiert. Für seine Krebs-Stiftung "Livestrong" rührte er die Werbetrommel, sprach mit Australiens Premier Kevin Rudd und besuchte Krebs-Stationen.

Die Tour Down Under war für Armstrong das zweite Comeback seiner Karriere nach der zweijährigen Pause wegen seiner Hodenkrebs-Erkrankung im Jahr 1996. In Frankreich setzte er 1999 zu seinem Jahrhundert-Erfolg an, gewann die Tour de France siebenmal.

Bei so viel positiver Stimmung wollten auch die deutschen Mitfahrer in Australien mit Lobeshymnen nicht hinter dem Berg halten. Sogar der Berliner Jens Voigt, von dem bei Bekanntwerden der Comeback-Pläne im vergangenen September auch leise, kritische Töne zu vernehmen waren, schwärmte: "Er ist der Patron, der er immer war. Ich sehe hier keinen Fahrer, der ihn kritisiert. Der Hype, den es hier gab, wird es auch im Juli in Frankreich geben."

Der schwer gestürzte und ausgeschiedene Vorjahressieger André Greipel aus Rostock fand: "Dass er das alles in den Dienst seiner Krebs-Stiftung stellt, kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen."

Doping-Verdächtigungen, die Armstrong während seiner gesamten Karriere begleitet haben, spielten auf dem fünften Kontinent keine Rolle und ließen die Arbeitskollegen eh kalt. "Es interessiert nicht, was einmal war. Er wurde nie positiv getestet", sagte Greipel. Deshalb wurde vor Ort auch ohne große Verwunderung "geschluckt", dass Armstrong nun doch nicht - wie vorher angekündigt - seine Blutwerte regelmäßig im Internet veröffentlichen wird, wie es inzwischen die Profis Ivan Basso und Patrik Sinkewitz tun. Der Seriensieger schiebt die Verantwortung dafür dem renommierten Don Catlin zu, der Armstrongs Anti-Doping-Programm leitet: "Don entscheidet, was wir ins Netz stellen."

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