4940 Kilometer - morgen Start in Kalifornien

Christoph Strasser: 6. Sieg beim Race Across America im Visier

Von Martin Roseneder

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| Foto: Lex Karelly

10.06.2019  |  Auf den morgigen Dienstag hat Christoph Strasser lange hingearbeitet: Um 12 Uhr Ortszeit fällt im kalifornischen Oceanside der Startschuss zum 4940 Kilometer langen Race Across America (RAAM), das an der Ostküste in Annapolis endet. Bei seinem neunten Start will der Steirer den sechsten Sieg.

Da das Rennen im Einzelzeitfahr-Modus ausgetragen wird
und Christoph als Letzter startet, wird er zwischen 22 und 23 Uhr MEZ ins Rennen starten: „Ich kann es kaum erwarten. Die Vorbereitung verlief optimal, wie auch das Training in den letzten eineinhalb Wochen in Borrego Springs. Es hatte nie über 40 Grad in der Wüste, es war heuer einige Grad kühler als in den Vorjahren. Deshalb konnte ich auch einigermaßen gut trainieren.“

Generell sieht die Wetterprognose laut derzeitigem Stand für die kommende Woche sehr gut aus. Nicht die Hitze könnte ein Problem werden, sondern unvorhersehbare Unwetter, weiß Christoph: „Vor allem in Kansas und Missouri gab es in letzter Zeit einige heftige Unwetter, mit viel Regen und großen Verwüstungen.“

Christoph hat seine Hausaufgaben gemacht,
und steht top-vorbereitet am Start: „Nach den Erfolgen der letzten Jahre werde ich oft an meinen eigenen Bestmarken gemessen, und die Frage, ob der Streckenrekord heuer ein Ziel für mich ist, steht immer wieder im Raum. Doch das ist von so vielen Faktoren abhängig: vom Wetter bis zur körperlichen und mentalen Verfassung, ob es Verkehrsumleitungen oder Straßensperren gibt, wie der Wind weht und vieles mehr.

Im Jahr 2014 konnte ich den Rekord auf 7 Tage 15 Stunden 56 Minuten schrauben - doch damals war die Strecke um 80 Kilometer kürzer. Meiner Meinung nach ist eine Zeit unter dieser Marke jetzt unrealistisch. Wir werden unser Bestes geben, um unter acht Tagen zu bleiben. Darauf arbeiten wir hin, und ich bin dafür fit genug. Aber damit es klappt, brauchen wir auch günstige Bedingungen.“

Christoph Strasser ist der derzeit beste Ultra-Radfahrer
der Welt. Im Zug seiner zahlreichen Vorträge wird er oft gefragt: Warum tust du dir das schon wieder an? „Für mich ist die Antwort klar: Viele vergleichen das mit Bergsteigen. Die meisten gehen einmal auf einen Achttausender und dann nie wieder. Dieser Vergleich passt beim RAAM nicht. Es ist das größte und wichtigste Radrennen für uns Ultra-Radfahrer und bietet jedes Jahr neue Reize und Gegner, ich will mich jedes Jahr verbessern.

Ich sehe das wie Marcel Hirscher, der jedes Jahr Rennen auf den gleichen Pisten bestreitet. Oder warum spielt Roger Federer, der alles gewonnen hat, noch immer? Da fragt niemand, warum sie sich das noch antun. Ich meine, diese großartigen Sportler sind noch immer aktiv, weil sie ihren Sport lieben. Mein Ziel in jeder Saison sind die größten Ultra-Rennen - und das RAAM ist eben das allergrößte.“

Apropos Gegner - da hat Christoph einige Konkurrenten
auf dem Radar: Den slowenischen Ultra-Spezialisten Marko Baloh, die Amerikaner Mark Pattinson (4x Zweiter) und David Haase (2x Zweiter) und den dänischen Rookie Jakob Olsen.

„Jakob hat im Vorjahr das Race Around Danmark gewonnen, ihn habe ich stark auf der Rechnung. Auch 2012 und 2015 haben Rookies gewonnen. Und auf meiner Liste ist natürlich auch mein steirischer Landsmann Thomas Mauerhofer, der im Vorjahr auf Platz drei liegend schwer stürzte. Wenn er gesund bleibt, traue ich ihm das Podium zu!“

Martin Roseneder ist Pressesprecher von Christoph Strasser.
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