Solo-Sieg mit 20 min Schlaf in 39,5 Stunden - Rennbericht

Tortour 2019: “Wunderschön – aber viele Auf und Abs“

Von Kathrin Ottiger

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| Foto: Tortour GmbH

19.08.2019  |  39 Stunden und 37 Minuten sass Roger Nachbur auf seinem Rad, um die 1053 Kilometer der diesjährigen Tortour zu absolvieren. Zweimal zehn Minuten Schlaf gönnte er sich – mehr war für den Sieger der Solo-Kategorie nicht drin.

Gut 450 Starter nahmen am Ultracycling-Event des Wochenendes teil
und fuhren auf einer der drei Strecken um den Sieg. Das Team „mine-ex“ mit Sebastian Fritz und Thomas Schiegg liess sich von Klausen- und Susten-Pass sowie diversen Hügeln im Jura nicht bremsen und fuhr mit einem durchschnittlichen Tempo von 28,3 km/h in gut 35 Stunden von Schaffhausen übers Berner Seeland und den Jura nach Schaffhausen. Das bedeutete den Sieg in der 2er-Kategorie der Herren.

„Wir sind glücklich über die vielen zufriedenen Gesichter im Ziel und dankbar, dass wir auch in diesem Jahr keine schweren Unfälle zu verzeichnen hatten“, zieht OK-Präsident Mario Klaus ein positives Fazit. Auch Solo-Sieger Roger Nachbur, der das Rennen schon 2017 gewinnen konnte, war glücklich über seinen Sieg, den er nicht erwartet hatte: „Die Strecke war wunderschön – aber hatte etwas viele Auf und Abs“, meinte er im Ziel.

Die Strecke wurde dieses Jahr von Martin Elmiger
und Daniel Riediker neu designt: Definitiv härter als früher, darüber waren sich alle Teilnehmenden einig. Und trotzdem meinten einige Fahrer im Ziel: „Es war einfach ein geiles Erlebnis.“

Irgendwann im Rennen kamen aber die meisten Teilnehmenden an den Punkt, in dem sie ihr Fahrrad wohl am liebsten hätten links liegen lassen. Ob Susten, Doppel-Etappen oder einfach der fehlende Schlaf – die Tortour kennt viele Tücken...

Trotzdem meinten die Sieger der Vierer-Kategorie
nach ihrer Einfahrt einstimmig, sie wären auch noch weitergefahren. Das ist die Tortour: Mit der Ziellinie kommen die Glücksgefühle und das Leiden ist vergessen.

Der Tortour-Pokal war nicht das einzige, was dieses Wochenende rund um die Schweiz gejagt wurde: Zum fünften Mal konnten sich die Athleten zur Teilnahme an den Schweizermeisterschaften im Ultracycling anmelden, die von Swiss Cycling im Rahmen der Tortour ausgefahren wird.

In der Kategorie Solo Men gewann Daniel Hassler
den Titel, bei den Zweier-Teams „mine-ex“ und bei den Vierer-Teams „Thömus Sliker Pro Team“. Bei den Damen war Andrina Trachsel die einzige Teilnehmerin, die das Ziel erreichte und holte neben dem Sieg in ihrer Kategorie den Schweizermeistertitel.

Alle Finisher freuten sich im Ziel auf Bratwurst und Pommes Frites: Nach über 40 Stunden mit hauptsächlich Gel-Verpflegung sicherlich ein besonderer Genuss.

„Laureus Switzerland“ mit Miguel Indurain,
Martin Elmiger und Philippe Jodin war das schnellste Team mit Prominenten an der diesjährigen Challenge. Sie fuhren auf den zweiten Platz der Kategorie "Dreier Men". Der vierfache Strassenrad-Schweizermeister Elmiger war direkter Etappen-Konkurrent von Jan van Berkel, Silvan Dillier und Fabian Cancellara.

Sowohl aktive als auch ehemalige Profis bewiesen ihre Form: Auf der Strecke Kreuzlingen - Oberriet war Triathlet van Berkel der Schnellste – vor den Ex-Velo-Profis Elmiger und Cancellara. Von Bürglen auf den Sustenpass hatte der ehemalige Schweizermeister Silvan Dillier die stärksten Beine.

Die Allerschnellsten in der Dreier-Kategorie
der Challenge waren aber die Fahrer des Teams „Bär & Karrer 3“ mit Rico Elmer sowie den Schaffhausern Simon Dejung und Roman Stoll. Sie nahmen Indurain & Co 45 Minuten ab und brauchten für die Strecke 18 Stunden und 17 Minuten.

Ebenfalls bereits am Freitag als Sieger in Schaffhausen eingefahren ist Rafael Wyss. Er entschied die Kategorie Challenge Solo über 550 Kilometer für sich - vor Thomas Stutz und Bruno Fritsche. „Tortour Cycling Club I“ gewann die Challenge-Kategorie Zweier Men, „Laureus Phoenix Mecano“ die Zweier Mixed.

Die kürzeste Strecke über 390 Kilometer
wurde bereits zum dritten Mal von Simon Zahner dominiert: In 15 Stunden, 27 Minuten und 52 Sekunden fuhr er ohne Begleitung den Tortour Sprint und gewann nach der Winter-Ausgabe Tortour Gravel nun auch im Ultracycling. Den zweiten Platz belegte Herbert Zahner, dritter wurde Michel Kropiwoda. „Laktat statt parat“ war das schnellste Zweier-Team, „Neoprop Lichtwerbung“ das schnellste Dreier-Team.

Die 11. Austragung der Tortour war zugleich die letzte mit Anfang und Ende in Schaffhausen. „Es zieht uns in die Stadt Zürich“, erklärt OK-Präsident Mario Klaus. Nächstes Jahr wird das Einkaufszentrum "SihlCity" den Start und das Ziel beherbergen. „Zürich hat sich um die Tortour beworben und wir freuen uns auf die neue Ausgangslage mit vielen neuen Möglichkeiten“, schaut Tortour-Gründer Joko Vogel freudig in die Zukunft.

Kathrin Ottiger ist Pressesprecherin der "Tortour".

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