19., 20. September - bundesweit - Kinder demonstrieren für besseren Radvekehr

Kidical Mass: „Platz da für die nächste Generation!“

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| Foto: ADFC

23.08.2020  |  (rsn, adfc) - Kinder sollen sicher und selbständig in den Städten Radfahren können. Die Forderung nach einer neuen Verkehrspolitik steht im Zentrum der "Kidical Mass" am 19. und 20. September in 68 Städten in Deutschland und Österreich. Der Weltkindertag und die Europäische Woche der Mobilität sind die Anlässe für die Fahrrad-Demos.

Dabei werden zehntausende Kinder, Jugendliche und Familien auf ihren Rädern demonstrieren.
Die bundesweite Aktion wurde von der "Kidical Mass Köln" ins Leben gerufen, und vom Fahrrad-Club ADFC, Campact, Changing Cities, RadKomm, dem Verkehrs-Club VCD und mehr als 120 regionalen Initiativen unterstützt. Da die Touren noch unter “Corona-Umständen” stattfinden, wird am Start, Ziel und unterwegs auf genug Abstand geachtet.

Mehr als 70 Fahrrad-Demos sind angekündigt, von Aachen bis Wien in fast allen größeren Städten, aber auch Kreisstädte und ländliche Regionen machen mit. Die Initiatoren rechnen mit mehreren Zehntausend kleinen und großen Radfahrerinnen und Radfahrern und einer bunten Vielfalt von Kinderrädern, Lastenrädern, Kindern im Anhänger oder auf dem Kindersitz.

„Wir wollen, dass sich Kinder sicher
und selbständig mit dem Fahrrad in unseren Städten bewegen können. Die eigenständige Mobilität ist enorm wichtig für die kindliche Entwicklung, sie fördert Bewegung, Selbstbewusstsein und das soziale Miteinander. Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? Wenn die Antwort nein lautet, dann muss was passieren. An dieser Frage muss sich eine Stadt messen lassen“, sagt Organisatorin Simone Kraus.

"Kidical Mass" fordert bessere Bedingungen für Radfahrende, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Bedingungen zum Radfahren sind oft sehr schlecht: Es fehlt an Platz, oft gibt es gar keine Radwege und die vorhandenen sind zu schmal oder nicht vor dem Autoverkehr geschützt.

„Eine gute Stadt ist eine, in der Kinder fröhlich
zur Schule radeln oder laufen – und Eltern das mit gutem Gefühl fördern. Solche Städte gibt es aber kaum noch in Deutschland! Wir wollen, dass Bürgermeisterinnen und Verkehrspolitiker aufwachen und die Bedürfnisse der nächsten Generation im Verkehr endlich ernst nehmen. Wir brauchen kindertaugliche Straßen im ganzen Land“, so die ADFC-Vize-Bundesvorsitzende Rebecca Peters.

"Kidical Mass" fordert durchgängige Radwegenetze mit integrierten Schulradwegen und Tempo 30 innerorts. Im Umfeld von Schulen sollen flächendeckend Fahrradstraßen und als Sofortmaßnahmen Schulstraßen nach Wiener Vorbild eingerichtet werden.

Für die Veranstalter ist "Kidical Mass"
mehr als eine Fahrrad-Demo: "Die Initiative setzt sich für lebenswerte Städte für alle Generationen ein. Eine kindersichere Rad-Infrastruktur ermöglicht angstfreies Radfahren für Menschen jeden Alters. Die kinderfreundliche, grüne Stadt hat jede Menge Platz zum Spielen - und für Begegnungen. Und von der besseren Luft- und Lebens-Qualität einer echten Fahrradstadt profitieren alle."

„Kidical Mass“ ist eine Aktions-Form für kindersichere Radwege, die 2008 in Oregon/ USA erfunden wurde. Die ersten deutschen "Kidical Mass"-Demos organisierten Familien 2017 und 2018 in Berlin, Darmstadt, Stuttgart und Köln. Mit dem Aktions-Wochenende am 19. und 20. September  findet "Kidical Mass" zum ersten Mal bundesweit statt.

 

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