Tips vom Psychologischen Institut der Sporthochschule Köln

Bewegung und körperlicher Ausgleich - gerade jetzt

Von Lena Overbeck

Foto zu dem Text "Bewegung und körperlicher Ausgleich - gerade jetzt"
Fast vorbildlich: Alleine radeln - aber bitte immer mit Helm... | Foto: ben-scruton.com

22.03.2020  |  Quarantäne, Selbst-Isolation, Meiden sozialer Kontakte, Home Office – Bewegung und Ausgleich sind gerade in der aktuellen Situation für den Menschen wichtiger denn je: Körperliche Aktivität fördert nachweislich das psychische und körperliche Wohlbefinden, meint auch Professor Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln:

„Die Studienlage ist recht eindeutig. Je schlechter wir uns fühlen,
desto mehr profitieren wir von körperlicher Aktivität. Das gilt gleichermaßen für die Stimmungslage und für das körperliche Befinden.“

Doch was tun? Fitness-Studios sind geschlossen, und auch Sportvereine bieten kein Programm mehr. Jens Kleinert: „Jetzt ist Einfallsreichtum gefragt. Im Home Office immer wieder mal den Wecker stellen und fünf Minuten Gymnastik machen, oder ein kleines Workout am offenen Fenster. Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Wer sich nicht selbst organisieren möchte,
für den gibt es Fitness-Studios auch online. Aber auch Sport in der freien Natur ist laut Prof. Kleinert gerade jetzt wichtig: „Wir sollten, wo immer möglich und so lange wie möglich, Bewegung in der Natur suchen. Gerade jetzt ist die Zeit, den Waldspaziergang mit der Familie oder dem Partner wiederzuentdecken. Wobei man natürlich die Vernunftsregeln des Robert-Koch-Instituts beachten sollte.“

Regeln beachten und trotzdem kreative Bewegungsformen finden – das ist möglich. Aber was ist mit dem für viele Menschen vermutlich schönsten Teil des Sports, dem Zusammensein?

„Nutzen Sie gerade jetzt virtuelle Verabredungen“,
empfiehlt der Experte. „Ermuntern und unterstützen Sie andere beim aktiv werden oder aktiv bleiben, mit Textnachrichten oder Bildern von sich oder anderen. Gerade jetzt ist sozialer Kontakt besonders wichtig - wenn auch nicht physisch.“

Umdenken und neue Wege suchen könnte auch eine Chance sein, so Kleinert: "Eine Chance zu einem Neuanfang – auch für Bewegung und körperliche Aktivität."

Lena Overbeck ist Pressesprecherin der Deutschen Sporthochschule in Köln.

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