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07.06.2020 | (rsn) - Denn sie wissen noch nicht, was sie tun: So ähnlich könnte man wohl die Erstauflage von Paris-Roubaix für Frauen im Vorfeld beschreiben. Für das Rennen, das am 25. Oktober stattfinden soll, gibt es noch keine genaue Route. Sicher scheint nur: Die Frauen sollen einige der schweren Kopfsteinpflaster-Sektoren des Männer-Rennens vorgesetzt bekommen und letztendlich auch im Velodrom ins Ziel fahren. Doch die reinen Fakten sind nicht alles, was den Frauen noch unbekannt ist. Auch das nordfranzösische Pflaster an sich kennt das Frauen-Peloton bislang nur vom Hörensagen.
Deshalb beginnen einige der Top-Fahrerinnen nun so langsam, sich die Sektoren vor Ort anzuschauen. Anna van der Breggen und Chantal Blaak waren im vergangenen Jahr schon im Wald von Arenberg, als sie ein Shooting für Specialized machten. Nun haben auch die beiden Trek - Segafredo-Profis Ellen van Dijk und Lucinda Brand einige der Pavé-Sektoren mit ihrer Sportdirektorin Ina-Yoko Teutenberg und dem Sportdirektor des Männer-Teams, Steven de Jongh, besichtigt - und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen.
"Man versucht natürlich, es sich vorzustellen. Und man denkt, man wüsste deshalb, was einen erwartet, weil man ja auch das Kopfsteinpflaster in Drenthe oder Flandern kennt. Aber die Steine dort kommen nicht im Entferntesten an diese Felsbrocken hier heran", sagte Brand nach der Besichtigung, und van Dijk pflichtete bei: "Das ist etwas ganz anderes, als alles, was ich jemals als Radfahrerin erlebt habe."
"Es hört einfach nie auf"
Die Zeitfahr-Weltmeisterin von 2013, die im Jahr 2014 die Flandern-Rundfahrt gewann, beschrieb Roubaix als "herausfordernd. Es wird ein sehr schweres Rennen und der ganze Körper wird weh tun. Man muss technisch versiert sein, aber auch extrem hart", sagte sie, nachdem sie bei der Besichtigung auch bereits einmal zu Fall gekommen war.
Bis zum 25. Oktober sind noch viereinhalb Monate Zeit und es werden noch viele Profi-Fahrerinnen in Nordfrankreich vorbeischauen, um das Pavé zu testen. Aber so richtig wissen, was sie letztendlich bei der Premiere von Paris-Roubaix für Frauen im Herbst wirklich erwartet, wenn sie im Peloton und im Renntempo in die Sektoren hineinfahren, werden sie trotzdem nicht. Das macht das Rennen zu einem der spannendsten in der verkürzten Saison 2020.
"Ich weiß aus dem Fernsehen vom Männer-Rennen, dass die Sektoren sehr schnell aufeinanderfolgen. Aber wenn man die Strecke selbst gefahren ist, weiß man erst wie schlimm es wirklich ist. Es gibt keine Chance, sich zu erholen. Es hört einfach nie auf", sagte Brand. Bleibt zu hoffen, dass die ASO, wenn sie die Streckenführung dann vorstellt, eine ähnlich harte Aneinanderreihung der Sektoren für die Frauen, wie für die Männer schafft.
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