3 d 11 h 26 m - Deutscher Robert Müller wird Zweiter - Update

Race Around Austria: Strasser gewinnt mit neuem Streckenrekord

Von Lisa Eder und Martin Roseneder

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| Foto: Hausdorfer/ lime-art.at

15.08.2020  |  Christoph Strasser hat es geschafft: Neuer Streckenrekord beim Race Around Austria. Mit drei Tagen, 11 Stunden und 26 Minuten unterbot er seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2014 um drei Stunden 15 Minuten. Die 2200 Kilometer lange Strecke rund um Österreich mit insgesamt 35 000 Höhenmetern absolvierte der Steirer mit einer Gesamt-Schlafzeit von nur 1:05 Stunden und 26,25 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.

Bereits in den Jahren 2014 bis 2016 gewann Strasser die Solo-Wertung
der Extrem-Variante des RAA, daneben holte er Siege in allen weiteren Kategorien und kürte sich auch in der Challenge zum ersten österreichischen Meister im Ultra-Radfahren.

Heute war Strasser sogar für die Kirche zu schnell. Nach der offiziellen Zeitnehmung kurz vor dem Zielort St. Georgen im Attergau führen die letzten Kilometer neutralisiert in den Ortskern. Dort lief aber bei Strassers Einfahrt noch die Morgenmesse und wegen des Covid-Protokolls musste Christoph eine knappe Stunde warten, ehe es schließlich auf die Sieger-Rampe ging.

Trainer Markus Kinzlbauer: „Die durchschnittliche Wattleistung
- normalized power - lag bei 205 Watt und die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 26,25 km/h. Es war ein unglaubliches Rennen von ihm, vor allem, wenn man die widrigen Wetterbedingungen mit teils starkem Regen in den letzten beiden Tagen berücksichtigt."

Beeindruckend auch Strassers Schlaf-Bilanz: In den letzten vier Tagen hat Christoph nur zwei Schlafpausen mit insgesamt 1:05 Stunden Schlaf eingelegt.

Der Deutsche Robert Müller passierte zuletzt
die Zeit-Station Bischofshofen auf Rang zwei liegend, dahinter sein Landsmann und Vorjahressieger Rainer Steinberger, knapp vor dem Luxemburger Ralph Diseviscourt, der sich kurz nach Innsbruck befindet.

Als einzige Starterin auf der Langstrecke sichert sich Nicole Reist den Sieg und erreichte nach vier Tagen 10 Stunden und 18 Minuten das Ziel in St. Georgen im Attergau. Mit dieser Top-Leistung zieht die Schweizerin mit Strasser gleich und schreibt als Vierfach-Gewinnerin RAA-Geschichte.

Dabei konnte Strasser Reist bis zum Schluss
nicht einholen. Nicole: "Wenn man den besten Ultra-Radler im Nacken hat, gibt das Motivation, bis zum Schluss durchzuhalten." Die Schweizerin ließ sich trotz der harten Wetterbedingungen,  von glühender Hitze bis zu strömenden Regen, nicht von ihrem Vorhaben abbringen. „Was gibt es schöneres, als die Natur in diesem Ausmaß erleben zu dürfen. Und es ist ein Privileg, derzeit überhaupt bei einem Extrem-Radrennen starten zu können und dann an einem so schönen und top-organisierten“, schwärmte die neue Vierfach-Siegerin.

Auch Christoph Strasser war nach seiner Rekordfahrt begeistert: „Es war ein Wahnsinns-Rennen - und auch für mich selbst eine große Überraschung, dass es so gut gelaufen ist. Die Tage waren sehr hart, aber es gab auch sehr viele schöne Momente. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals bei einem Langdistanz-Rennen so viele Menschen an den Anstiegen angefeuert haben. Sie kamen mit Österreich-Fahnen und standen an der Strecke bei jeder Tages- und Nachtzeit.“

Das Wetter wird Strasser noch länger
in Erinnerung haben: "Nach der großen Hitze in den ersten eineinhalb Tagen kam ab dem Glockner der Regen. Die letzten zwei Tage hat es eigentlich nur geregnet, teils heftig in der letzten Nacht. Aber positiv war, dass es vor allem auf den hohen Bergen nicht zu kalt war."

Die schwierigste Phase erlebte der Steirer in den letzten beiden Tagen, als überraschend Robert Müller, der wohl Zweiter werden wird, ständig Boden gutmachen konnte. Strasser: "Er überholte einen Gegner nach dem anderen. Aber ich wusste bis zum Finish, dass ich ihm im Fall der Fälle noch etwas entgegenzusetzen hätte.“

Das Race Around Austria 1500 gewann Eduard Fuchs
in zwei Tagen 15 Stunden und 59 Minuten. Bei der verkürzten Form des RAA wird der Westteil rund um Vorarlberg und Tirol abgekürzt. Fuchs konnte b in den Jahren 2010, 2011 und 2012 die Extrem-Distanz des RAA für sich entscheiden.

Im Vierer-Wettbewerb dominierten ebenfalls keine unbekannten Gesichter: Das Mühlviertler Team Sareno/ ElektroReindl um Christian Oberngruber, Michael Hofer, Andreas Paster und Michael Höglinger ging von Beginn an auf Rekord-Jagd. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,11 Kilometer pro Stunde raste das Quartett nach zwei Tagen 15 Stunden und 33 Minuten über die Ziellinie. Den Rekord aus dem Jahr 2015 konnten sie damit nicht einstellen, aber sie sicherten sich den österreichischen Meister-Titel im Vierer-Team.

Nach einem unverschuldeten schweren Sturz
von Felix Meo musste das Team Vorarlberg Santic seinen Plan zum Streckenrekord am Mittwoch schweren Herzens über Bord werfen. Mit Knochenbrüchen am Handgelenk, Abschürfungen und Muskeleinrissen geht es dem Neuseeländer Meo den Umständen entsprechend; eine Teilnahme beim Race Around Austria 2021 ist bereits eingeplant.

 

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