Lisa Brömmel, Tobias Häckl und Julian Braun siegen - Rennbericht

King of the Lake: Drei Deutsche im Sekunden-Krimi vorn

Von Agnes Steinacher

Foto zu dem Text "King of the Lake: Drei Deutsche im Sekunden-Krimi vorn"
Lisa Brömmel | Foto: BestEvent

20.09.2020  |  Nicht nur in den Vogesen gab's gestern ein spanndendes Zeitfahren, auch am Attersee in Oberösterreich wurde um Sekunden gekämpft, beim “King of the Lake 2020“, der sein zehnjähriges Jubiläum mit fast 1400 Teilnehmer/innen feierte. Hier der Rennbericht.

Ein beherzter Kampf um Sekunden, ein top-motiviertes Teilnehmerfeld, ein „neuer“ König, sowie eine „alte“ Königin und ein zehnjähriges Jubiläum unter besonderen Umständen – das war der ASVÖ King of the Lake 2020. Gestern um 13 Uhr fiel der Startschuss zu dem europaweit einzigartigen Einzel- und Mannschaftszeitfahren rund um den Attersee.

Bei dem vom Radsport-Verein atterbiker.at organisierten Zeitfahren
kämpften 1395 Radfahrer aus vielen Nationen, unter ihnen auch einige Größen der österreichischen und deutschen Zeitfahrszene um die schnellsten Zeiten rund um den Salzkammergutsee.

Die für den Verkehr gesperrte Strecke bot perfekte Voraussetzungen für Top-Zeiten auf den inzwischen legendären 47,2 Kilometern. Zum "King powered by Specialized" krönte sich der Deutsche Tobias Häckl mit einer Zeit von 58:58,99 Minuten.

Und zum bereits zweiten Mal als "Queen
powered by Lenzing AG" darf sich die Deutsche Lisa Brömmel dank einer tollen Zeit von 1:05:43,97 Stunden bezeichnen. Der deutsche Profi Julian Braun holte sich mit einer Zeit von 57:31,93 Minuten wie schon 2019 den Titel "Elite King of the Lake powered by Raiffeisen".

Den Titel im "Vierer-Mannschafts-Zeitfahren der Amateure powered by Bioracer" nahm das Team Melasan Sport in 58:15,71 Minuten mit nach Hause. Als Sieger der Premiere des "Zehner-Mannschafts-Zeitfahren powered by Autohaus Eder und Volkswagen" ging das Team RC Friedberg-Pinggau mit einer Zeit von 1:00:41,25 Stunden hervor.

Wie schon so oft entwickelte sich
die Uferstraße um den Attersee zum Schauplatz wahrer Sekunden-Krimis, denn beim ASVÖ King of the Lake matchten sich die schnellsten Radfahrer um die begehrten Titel „King“ und „Queen of the Lake“. Möglich war dies mitHilfe zahlreicher Helfer und einem Großaufgebot von rund 150 Einsatzkräften aus Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz und 20 Motorrad-Marshalls, die gemeinsam mit dem Organisations-Team für die Sicherheit der Teilnehmer sorgten.

Auch strenge Sicherheitsvorkehrungen zur Einhaltung der bundesweiten Covid19-Vorgaben konnten dem tollen Ranntag keinen Abbruch leisten. Insgesamt 1395 Radsportler bildeten das stark besetzte Starterfeld, darunter Vorjahressieger Felix Hermanutz, Elite-Fahrer Julian Braun und Ex-WorldTour-Profi Ricardo Zoidl zeigte einmal mehr die Klasse und Beliebtheit der Veranstaltung.

Um punkt 13 Uhr fiel der Startschuss
in Schörfling am Attersee - mit einer Premiere zum Jubiläum: Das Zehner-Mannschafts-Zeitfahren, mit 20 Mannschaften, die um den See bolzten. Als erste Sieger dieser Klasse ging das Team RC Freidberg-Pinggau mit einer Zeit von 1:00:41,25 Stunden vor dem Team RC Bike Next125 Hackl Lebensräume (1:00:46,18 h) hervor.

Dann folgte das Vierer-Mannschafts-Zeitfahren, mit einem extrem spannenden Duell, welches das Team Melasan Sport mit einer Zeit von 58:15,71 Minuten gegen die Sieger der beiden Vorjahre, das Team RC Grieskirchen (58:32,09 min) für sich entscheiden konnte.

Im Einzelzeitfahren der Damen konnte
erneut die Deutsche Lisa Brömmel die begehrte Krone der "Queen of the Lake powered by Lenzing" holen. Mit einer Zeit von 1:05:43,97 Stunden verbesserte sie ihre Vorjahresmarke und ließ ihre Landsfrauen Cindy Friebel (1:08:49,20 h) und Ulrike Huber (1:10:05,56 h) hinter sich.

„Es war wieder ein sehr, sehr hartes Rennen, vor allem die zweite Hälfte. Aber ich bin glücklich, wie es ausgegangen ist. Ich komme definitiv wieder, das Rennen hier ist einfach einzigartig. Wie viele Kronen es noch werden können, liegt an meinen Gegnerinnen“, so die deutsche Zweifach-Queenim Ziel. Lokalmatadorin Barbara Mayer wurde in 1:10:47,92 Stunden Vierte.

Bei den Herren lief zu Beginn alles
auf einen Heimsieg des Atterseers Felix Hermanutz hinaus. Doch trotz seiner tollen Performance wurde er  noch vom Deutschen Tobias Häckl in 58:58,99 Minuten abgefangen. „Ich wusste, dass es sehr knapp wird gegen den Vorjahressieger Felix, und ich hätte nicht gedacht, dass es reicht - aber am Ende war es so. ich bin sehr zufrieden mit meinem zweiten Antreten. Das Ambiente und die Streckesind einfach einzigartig“, so Häckl nach dem Rennen.

Vorjahres-King Hermanutz musste sich mit einer Zeit von 59:16,06 Minuten mit dem Titel des Vize-Königs zufrieden geben, auf Platz drei folgte der Steirer Martin Geretschnig, mit einer Zeit von 59:20,17 Minuten.

Im Kampf um den Titel des "Elite King
powered by Raiffeisen"ging es richtig heiß her: Die ersten Drei trennte im Ziel nur eine Sekunde. Die Nase vorne hatte schlussendlich, wie schon im Vorjahr, der Deutsche Profi Julian Braun. Mit einer Spitzen-Fahrt, und der zweitbesten je gefahrenen Zeit am Attersee schnappte er sich nach 2019 erneut die Krone und ließ mit einer Zeit von 57:31,93 Minuten zwei Österreicher hinter sich.

In einem wahren Sekunden-Krimi ging der Kampf um Platz zwei an Felix Ritzinger in 57:32,50 Minuten, 47 Hundertstel vor dem „King“ 2017 Johannes Hirschbichler (57:32,97 min).

Trotz Covid-19-bedingter organisatorischer Änderungen
und Einbußen entwickelte sich die Jubiläums-Ausgabe zu einem Radsport-Fest, das von allen Teilnehmer/innen genossen wurde. So gab es auch einen moderierten " Livestream powered by Oberösterreich", und einen spannenden Liveticker der Plattform „Radsport-News“.

Die Organisatoren zeigten sich erleichtert und glücklich mit der abspeckten Jubiläums-Ausgabe und der einzigartigen Stimmung: „In einer schwierigen Zeit haben wir das Beste daraus gemacht und den ASVÖ King of the Lake allen Vorgaben angepasst. Vielen Dank den sehr disziplinierten Teilnehmer/innen, die dieses Radsport-Fest erst  ermöglicht haben. Sportlich gesehen war es wieder einmal ein der Zeitfahr-Fest für Laktat-Fans aus ganz Europa“, so Organisator Erwin Mayer vom veranstaltenden Radsport-Verein atterbiker.at erfreut.

Agnes Steinacher ist Pressesprecherin des "King of the Lake".

 

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