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27.04.2021 | (rsn) - Heute hat in Hamburg der nationale Radverkehrs-Kongress (NRVK) begonnen, veranstaltet vom Bundesverkehrsministerium. Und Andreas Scheuer hat in der Eröffnungsrede am Vormittag gleich mal Großes versprochen: "Deutschland wird Fahrrad-Land“.
Der Verkehrsminister stellte in seiner Rede die wichtigsten Punkte aus dem in der vergangenen Woche vom Bundeskabinett verabschiedeten "Nationalen Radverkehrsplan 3.0" (NRVP) vor. Erste Priorität liege auf höherer Verkehrssicherheit, so Scheuer, die zweite Priorität auf lückenloser Infrastruktur.
Scheuer: "Für den NRVP 3.0 haben wir erstmals die Bürgerinnen und Bürger gefragt, was sie sich für den Radverkehr wünschen. Über 2000 Ideen haben uns erreicht. Im Dialog mit Ländern, Kommunen, Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft haben wir diese Strategie erarbeitet. Ich fordere alle auf, den NRVP jetzt vor Ort mit Leben zu füllen, schnell anzupacken und die Maßnahmen umzusetzen."
"Die Förderung des Radverkehrs durch das Bundesministerium wird mit 30 Euro pro Person und Jahr verdoppelt", so Scheuer weiter. Die Anzahl der mit dem Rad zurückgelegten Wege soll von rund 120 auf 180 Wege je Person und Jahr steigen, und die durchschnittliche Weglänge von 3,7 auf sechs Kilometer.
In einer anschließenden Gesprächsrunde ließ sich Scheuer zwar nicht entlocken, dass Parkplätze zu Fahrradwegen umgebaut werden müssten. Er ließ aber durchblicken, dass er das Platzproblem verstanden hat: "Wie verteilen wir den öffentlichen Raum schlauer als jetzt?"
Im abschließenden Pressegespräch kam die Notwendigkeit von Konfliktlösungen zwischen Autofahrern und Radfahrern zur Sprache. "Auch Autofahrer können vom sicheren Radverkehr profitieren, weil durch getrennte Radwege Konflikte gelöst werden", so der Verkehrsminister.
Auf die Frage, in welchem Maß man Autofahrern Anteile nehmen will, meinte Scheuer, dass man in Städten wie Hamburg oder Münster durch Dialog und Kompromisse zu Lösungen kam: "Wenn auf größeren Straßen mal kein Radweg möglich ist, kann man eine Fahrradstraße etwa in einer Parallelstraße anlegen."
Zurückhaltend war Scheuer auch bei der Frage zur allgemeinen Freigabe von S-Pedelecs (bis 45 km/ schnell; d.Red.) auf Radwegen: "Der Geschwindigkeitsunterschied zu anderen Radfahrern, etwa Kindern, ist hoch."
Der nationale Radverkehrs-Kongress
findet seit 2009 alle zwei Jahre statt und dient dem Austausch von Politik, Verwaltung und Fach-Öffentlichkeit, er ist der größte Radverkehrs-Kongress in Deutschland. In verschiedenen Foren werden aktuelle Themen übergreifender Radverkehrsplanung und -förderung diskutiert und neue Ideen für eine weitere Steigerung des Radverkehrs gesammelt. Im Rahmen des NRVK wird zudem der "Deutsche Fahrradpreis - best for bike" verliehen.
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