Über Tour de l`Ain zurück zur Bestform

Stork fünf Monate nach Kniescheibenbruch vor Comeback

Von Christoph Adamietz

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Florian Stork (DSM) bei der UAE Tour | Foto: Cor Vos

28.07.2021  |  (rsn) - Fast ein halbes Jahr nach seinem schweren Sturz bei der UAE Tour, wo er sich auf der 6. Etappe die Kniescheibe und mehrere Rippen gebrochen hatte, gibt Florian Stork (DSM) bei der am Donnerstag beginnenden Tour de l`Ain (2.1) sein Comeback. Damit kehrt der 24-Jährige schneller als erwartet ins Feld zurück.

“Die ersten Prognosen waren recht düster. Da wurde in Frage gestellt, ob ich in diesem Jahr überhaupt noch Rennen würde fahren können“, berichtete Stork gegenüber radsport-news.com. Doch das Knie heilte wie erhofft, auch dank unzähliger Physiotherapie-Stunden, die dafür sorgten, dass Stork sein Knie nach dem operativen Eingriff immer besser bewegen konnte.

“Man muss sich jedes Grad der Beugung hart erarbeiten. Am Anfang konnte ich das Bein nur gestreckt halten, pro Woche schafft man mit Physiotherapie vielleicht 10 bis 15 Grad an zusätzlicher Beugung“, verriet das Klettertalent aus Bünde. Nach sieben Wochen Pause saß er dann erstmals wieder auf dem Rad, “auch wenn man das noch nicht als Training bezeichnen konnte“, wie Stork anfügte.“

Im Juni habe er sich mit dem Team zusammengesetzt und über ein mögliches Comeback gesprochen. “Der Kalender ist im Juli ja abseits der Tour de France recht leer, entsprechend hatte ich dadurch ja noch mal einen Extramonat zum Training. Ich habe jetzt noch ein Trainingslager in Österreich bezogen und da passte die Tour de l`Ain als Einstieg eigentlich ganz gut“, erklärte er.

Stork fügte an, dass die Zeit ohne Radsport nicht einfach gewesen sei. Mehrere Faktoren hätten ihm aber Mut gemacht. Zum einen waren da die guten Leistungen bei der UAE Tour, wo er vor allem bei den beiden Bergankünften mit den Besten mithalten konnte. “Das hat mir viel Motivation gegeben, wieder auf dieses Niveau zurückzukommen“, so Stork.  Zugleich gab ihm die Tatsache, dass sein Vertrag bei DSM erst Ende 2022 ausläuft, die nötige Ruhe, um in der Rehabilitation niicht zu überziehen.

Auch ohne Vuelta ein voller Rennkalender

Zur Tour de l`Ain reist Stork ohne sportlichen Druck, aber auch “ohne Angst vor einem neuerlichen Sturz an“, wie er betonte. “Vielmehr blicke ich eher nüchtern auf das Rennen als weiteren Baustein für mein Comeback. Mir ist bewusst, dass es noch ein langer Weg zurück zur Topform ist, vielleicht werde ich diese erst wieder im nächsten Jahr erreichen“, blieb Stork defensiv.

Seinem Team traut der Rückkehrer in Frankreich dagegen einiges zu. Da DSM ohne echten Sprinter anreist, wird die flache Auftaktetappe wohl noch nichts für das fünfköpfige Aufgebot um den Österreicher Felix Gall und den Belgier Ilan Van Wilder. Für die beiden folgenden, deutlich anspruchsvolleren Etappen strebe man aber gute Ergebnisse an“, so Stork.

Sollten während der Kurzrundfahrt keine weiteren Probleme auftreten, wird Stork sein Comeback mit einem vollen Rennkalender fortsetzen. “Da geht es vor allem darum, Wettkampfkilometer zu sammeln“, sagte er. Ein Start bei der Vuelta a Espana, für das DSM in dieser Woche bereits sein Aufgebot bekannt gegeben hat, war dagegen nie ein Thema. “Das wäre zu früh gekommen und wäre zu viel geworden“, betonte Stork, dass er nicht als Ersatzmann vorgesehen sei, falls der ebenfalls lange ausgefallene Jai Hindley, hinter dessen Start noch ein Fragezeichen steht, absagen muss.

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