Vejle, Dänemark - Rennbericht - 18 Medaillen

World Press Cycling Championship: Deutschland erfolgreichste Nation

Von Holger Koopmann

Foto zu dem Text "World Press Cycling Championship: Deutschland erfolgreichste Nation"
Holger Koopmann (im Deutschland-Trikot), Leonardo Olmi (I), Frederick Backelandt (B), Joscha Weber (D), Antoine Besson (F), Tijmen Moltmaker (DK), Jesse Reith (NL), Thomas Nedergaard Rasmussen (DK), Thomas Vibjerg (DK), Erwin de Clerq (B) | Foto: Harry Ruitenkamp

27.08.2021  |  Am vergangenen Wochenende fanden in Vejle (Dänemark), Etappen-Ort der Tour de France 2022, die Radweltmeisterschaften der Journalist/innen statt. Das deutsche Team wurde durch Sportler/innen aus diversen journalistischen Berufen und Medien vertreten - und war mit insgesamt 18 Medaillen (je sechsmal Gold, Silber und Bronze) die erfolgreichste Nation, vor Belgien, Italien, Frankreich, Niederlande und Dänemark.

Corona-bedingt waren in diesem Jahr weniger Teilnehmer/innen
als sonst dabei, doch an allen drei Renntagen gab es spannende Wettkämpfe zu sehen. Nach der Begrüßung durch die Vertreter der Stadt Vejle am Donnerstag Abend fanden sich die Starter/innen am Freitag Nachmittag zum ersten Showdown am Startort der 3. Etappe der Tour de France 2022 ein, um im 300-Meter-Sprint gegeneinander anzutreten.

Hier siegte bei den Frauen die Deutsche Katharina Garus (Verlag Fairkehr) vor Tanja Nitschke (Brak-Magazin) und Ernestine von der Osten-Sacken (freie Journalistin), während sich Joscha Weber (Deutsche Welle) bei den Männern der Altersklasse M1 die Gold-Medaille sicherte. In den AKs M2 und M3 holten Holger Koopmann (WDR) und Ulrich Terschlüsen (Fotostudio Imago) jeweils die Silber-Medaille.

Am Samstag stand in Egtved, rund 20 km von Vejle,
das nächste Rennen auf dem Programm: das Einzelzeitfahren. Hier, wo Mittel-Dänemark einigermaßen hügelig ist und vor wenigen Tagen noch die Dänemark-Rundfahrt der Profis entlangführte, wurden auf einem weitgehend flachen 7,5 km Rundkurs die schnellsten Zeitfahrer ermittelt. Die Besonderheit: Um weitgehende Chancengleichheit zu gewährleisten, wird auf normalen Rennrädern und ohne Zeitfahr-Equipment gestartet.

Während sich bei den Frauen rneut Katharina Garus vor Tanja Nitschke und Ernestine von der Osten-Sacken durchsetzen konnte, siegte in der AK M2 Holger Koopmann in 10:03 Minuten, mit der schnellsten Gesamtzeit des Tages. Die Bronze-Medaille in dieser AK sicherte sich Patrick Leusch von der Deutschen Welle. In der AK M3 belegte Ulrich Terschlüsen (Imago) ebenfalls den dritten Platz.

Am Sonntag ging es im Straßenrennen wieder rund
um Egtved. Der Kurs des Einzelzeitfahrens wurde dabei um eine 5,5 km lange Schleife auf 13 km erweitert, den die Frauen und die AK M3 jeweils fünfmal, also 65 km, und die AKs M1 und M2 jeweils siebenmal, gleich 91 km abzufahren hatten. Scharfrichter des Tages war dabei in jeder Runde die Refsgarde, ein 590 Meter langer Anstieg mit 48 Höhenmetern, 8,1 Prozent Steigung im Schnitt und fast 13 Prozent im Steilstück.

Bei den Frauen auch hier das gewohnte Bild der beiden Tage zuvor: Es siegte Katharina Garus vor Tanja Nitschke und Ernestine von der Osten-Sacken. Bei den Männern der AK M3 konnte Ulrich Terschlüsen seine zweite Silber-Medaille gewinnen. Beim ebenfalls gemeinsam gestarteten Rennen der AK M1 und M2 gab es Runde für Runde ein Ausscheidungsfahren an der Refsgarde. Das Feld verkleinerte sich bis eine Runde vor Schluss auf nur noch acht Fahrer (sechs aus M1 und zwei aus M2).

Nachdem im letzten Anstieg der Belgier Erwin
de Clercq (M2) zurückfiel, versuchte Holger Koopmann (M2) sich aus der Gruppe abzusetzen, um Gold zu sichern und die M1-Fahrer ein faires Rennen austragen zu lassen. Doch die setzten immer wieder nach, und erst knapp 1,5 km vor dem Ziel konnte Koopmann sich aus der Gruppe absetzen und den Sieg nach Hause fahren. Dahinter kam es zum Sprint der verbliebenen Secchser-Gruppe, aus der sich der Franzose Antoine Besson die Silber-Medaille im Sprint überlegen vor Frederick Backelandt (Belgien) und Joscha Weber holen konnte.

Die vier Tage in Dänemark waren wieder einmal eine toll organisierte Veranstaltung: Neben sportlichem Ehrgeiz und dem Kennenlernen der Region stand das freundschaftliche Treffen und der Austausch mit Kolleg/innen aus aller Welt im Vordergrund. Das deutsche Team bekam zum Ende noch die Fahne der Federation WPCC überreicht, da die nächste WM Ende Juli 2022 im Rahmen von "Rad am Ring" am Nürburg-Ring ausgetragen wird.

Holger Koopmann ist Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und Fahrer beim Jedermann-Team Strassacker.

 

Weitere Jedermann-Nachrichten

16.10.2026Zwei Wochen Indoor-Spaß mit Profi-Begleitung

Bei ROUVY, der weltweiten Online-Trainingsplattform, ist das Radfahren auf wirklichkeitsnahen virtuellen Strecken nur ein Aspekt – der andere ist der Anspruch, aus Tausenden von Nutzenden eine echte

07.10.2026UCI Granfondo Tre Valli Varesine: Su e giu, auf und ab...

Was für das Team Velolease vor sechs Monaten in Italien begann, sollte nun auch dort, südlich der Alpen enden. So reisten wir vergangenes Wochenende in die Lombardei, nach Varese. Es stand mit dem G

05.10.2026Trainieren wie Topstar Rosa Klöser

Die Canyon//SRAM-Fahrerin hat gute Chancen, ihre Blitzkarriere mit dem WM-Titel zu krönen. Begleitet wird sie seit 2024 von den Kölner Trainings-Experten von SCYENCE – und die haben nicht nur Sp

18.09.202616. Auflage des KOTL mit Rekord-Starterfeld

Noch einmal schlafen – dann gehört der Attersee wieder ganz den Zeitfahrerinnen und Zeitfahrern. Beim King of the Lake fällt dieses Jahr eine neue Bestmarke: Erstmals gehen 1.600 Athletinnen und

17.09.2026BrezelRace: Team Strassacker besetzt Podium und Top Ten

Nach fünf Rennen schon Publikumsliebling: Das schwäbische BrezelRace zog am vergangenen Sonntag knapp 3000 Starter an. Es ging über Klassiker-Terrain, durch die Hügel nördlich von Stuttgart, mit

12.09.2026Ultrakurz-Rennen als Rettung des Straßenradsports?

(rsn) - Die Glocken des Salzburger Doms läuten passend zur Siegerehrung des City Hill Climbs, einem innovativen Rennkonzept mitten im Zentrum der Mozartstadt. Herzstück ist der 900 Meter lange Aufst

11.09.2026Team Strassacker: Gemeinsam zum Gesamtsieg

Nach dem harten Ötztaler Radmarathon stand für das Team Strassacker nur fünf Tage später die nächste Herausforderung auf dem Programm: Das Drei-Etappen-Rennen Riderman in Bad Dürrheim, schon sei

09.09.2026Sauerland-Rundfahrt: Starkes Heimspiel bei der Premiere

Elias Jakobs hat dem Team Velolease bei der Premiere der Sauerland-Rundfahrt einen Podiumsplatz beschert: Der Betzdorfer belegte nach 132 Kilometern und rund 2400 Höhenmetern den dritten Rang. Dahint

04.09.2026Team Velolease: Zum vierten Mal auf dem Stockerl

Mehr als 4000 Starter jedes Jahr - der Ötztaler Radmarathon gehört für viele Radsportler/innen zum Höhepunkt der Saison. Für das Team Velolease war die 45. Auflage des Klassikers noch einmal etwa

02.09.2026Team Strassacker: Trotz Verpflegungs-Problemen am Podium

227 Kilometer, 5500 Höhenmeter, vier Pässe - schon die blanken Zahlen des Ötztaler Radmarathons sprechen für sich. Am vergangenen Sonntag stellten sich fünf Jungs des Teams Strassacker - Nils Kes

30.08.2026Der Ötztaler Radmarathon im Livestream

(rsn) - Der legendäre Ötztaler Radmarathon live und in voller Länge im Stream: 227 Kilometer und 5500 Höhenmeter erwarten tausende Radfahrer am Sonntag. Vier Alpenpässe müssen überwunden werden

27.08.2026Deutschland-Tour Jedermann: Wieder ganz oben am Treppchen

Das Jedermannrennen der Deutschland-Tour gehört fest zur Team-Geschichte des Teams Strassacker - war es doch Anlass für seine Gründung. Nachdem wir dabei im Vorjahr leer ausgingen, sollte in diesem

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine