Jeden Mittwochabend an der Radrennbahn

Einzigartig: Die Darmstädter Cross-Trainings-Weltmeisterschaft

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Einzigartig: Die Darmstädter Cross-Trainings-Weltmeisterschaft"
Die Darmstädter Radrennbahn unter Flutlicht an einem der Cross-Trainings-WM-Abende. | Foto: Martin Schad

07.12.2022  |  (rsn) – Max Walscheid (Cofidis) reist derzeit für sein Winter-Training mit verschiedenen Fahrrädern durch Deutschland. Vor einigen Tagen war der 29-Jährige im Schwarzwald beim Mountainbiken mit Simon Geschke, davor mit dem Enduro-MTB im Pfälzer Wald, und  heute geht es nach Darmstadt – mit dem Crossrad im Gepäck.

Walscheids Fahrkünste sind am Abend ab 19:30 Uhr rund um die dortige Radrennbahn zu bestaunen, denn der Straßen-Profi gastiert bei einer in den vergangenen Monaten stark gewachsenen Veranstaltung: der Cross-Trainings-Weltmeisterschaft des VC Darmstadt.

Der Club hat auf dem Fußballplatz im Innern der Radrennbahn und rund um das Oval über den Winter eine Cross-Strecke abgesteckt, auf der seit 12. Oktober bis zum 14. Dezember jeden Mittwoch Abend unter der Leitung von fünf bis sechs Vereinsmitgliedern ab 19 Uhr freies Training und ab 19:30 Uhr ein Trainings-Rennen ausgetragen wird. Eine Runde ist etwa vier Minuten lang. 

Mitmachen kann jede/r, auch ohne Lizenz oder Vereinszugehörigkeit, mit Cross-, Gravel- oder Mountainbike. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro für den gesamten Winter – zuzüglich eines Startnummernpfands von fünf Euro.

"Uns ist wichtig, dass der Einstieg für Neue möglich ist, gleichzeitig aber auch auf hohem Niveau trainiert werden kann", erklärt Stefan Seyfried, Initiator der Trainings-Rennen. Vor vier Jahren begann das Projekt nach einer Idee von Vereinskollege Stephan Philipps, seit 2021 ist es gewachsen – auch weil der VC Darmstadt die Cross-Action eifrig auf seinem Instagram-Kanal begleitet, inklusive Livestream an jedem Mittwoch Abend.

40 bis 70 Trainierende jeden Mittwoch

So sind in den vergangenen Wochen bis zu 70 Männer und Frauen am Mittwoch Abend zur Darmstädter Radrennbahn gepilgert. "Es ist Wahnsinn und freut uns sehr, wie das angenommen wird und wie viel Spaß die Leute haben", sagt Seyfried. Oft steht man nach dem Training noch beisammen und lässt den Abend mit Glühwein ausklingen.

Auch Walscheid war schon an einem Nachmittag im November mit seinem Cousin Richard Weinzheimer und dessen Kollegen Tobias Knaup von GCN Deutschland vor Ort und hat sich die Strecke angeschaut. Heute Abend nun kommt der Cofidis-Profi zurück, um unter Flutlicht beim Trainings-Rennen mit dabei zu sein.

"Ich hab' einfach Bock drauf. Crossrennen machen mir Spaß und sie sind auch ein guter Trainings-Input", erklärte er radsport-news.com vorab: "Ich bin im Training sehr gerne abseits der Straße unterwegs und habe auch in Heidelberg Trainingspartner sowohl für Cross als auch Mountainbike." Ihn begleiten werden heute der in der Enduro World Series aktive Christian Derkum und dessen Freundin Theresia Schwenk, selbst Weltcup-Fahrerin im Cross-Country-Mountainbiken, sowie Tobias Deprie, der Organisator des "Elektroland24"-Cyclocross-Cups. 

Offizielles Cross-Rennen am 18.12. auf längerer Strecke

Das Besondere am Konzept des VC Darmstadt ist vor allem die Idee, möglichst viele Sportler und Sportlerinnen teilhaben zu lassen und die Einstiegs-Barriere daher niedrig zu halten: Auch ohne Verein oder Lizenz kann hier gecrosst werden, da es sich um keine offiziell ausgeschriebenen Rennen unter dem Dach des Verbands handelt. So können Hobby-Radsportler und -Radsportlerinnen ins Rennfahren reinschnuppern, bevor sie den Schritt einer Vereinsmitgliedschaft gehen.

Nach dem Abschluss der Trainings-Weltmeisterschafts-Saison steht am 18. Dezember auch ein offizielles Rennen in Darmstadt an. Der VC ist Teil des südwestdeutschen "Elektroland24-Cyclocross-Cups powered by Wahoo" geworden und richtet dort den vierten von fünf Läufen aus (Ausschreibung hier) – dann nicht unter Flutlicht, sondern morgens ab neun Uhr für die Masters und Junioren sowie Schüler und Schülerinnen bis zum Nachmittag, wenn um 15 Uhr die Männer-Elite fährt.

Um den Maßgaben des Verbands gerecht zu werden, und die Strecke mit einem längeren Anstieg sowie einer Sand-Durchfahrt und weiteren Treppen interessanter zu machen, wird sie dann auch deutlich verlängert und führt am benachbarten Tennis-Verein vorbei bis auf den Schulhof eines angrenzenden Gymnasiums.

 

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