Team Strassacker - Rennbericht

Velotour Frankfurt: Mit perfekter Team-Leistung zum Sieg

Von Fabian Thiele

Foto zu dem Text "Velotour Frankfurt: Mit perfekter Team-Leistung zum Sieg"
Florian Sauer im Ziel in Frankfurt | Fotos: Team Strassacker

06.05.2026  |  Mit dem Ziel, den Sieg aus dem letzten Jahr zu wiederholen, reiste die Equipe in Celeste am 1. Mai zum Frankfurter Traditionsrennen über Feldberg und Mammolshainer Stich. Einen rundum gelungenen Auftritt der neu zusammengestellten Truppe krönte Florian Sauer mit einem souveränen Solo.

Alles neu macht der Mai: Mit leicht veränderter Strecke wartete die Velotour auf das große Feld der Jedermänner und -frauen. Neben einem etwas anderen Start- und Zielbereich wurden auch ein paar Kurven in der Frankfurter City verändert. Sportlich deutlich gravierender war aber, dass die Abfahrt vom Feldberg nun über die Billtal-Höhe nach Schlossborn führte, und die Gegenwelle hinter Oberreifenberg wegfiel. Weniger Höhenmeter und ein weniger selektives Rennen standen uns also bevor. Dank Feldberg und dem berühmten Mammolshainer Stich versprach der Parcours aber immer noch genug Schwierigkeiten.

Vom Start weg setzten wir uns an die Spitze des Feldes und fuhren im geschlossenen Zug durch die Frankfurter Innenstadt. "Dampflok" Ben Witt war nach seinem Sieg über die kurze Strecke bei Mallorca 312 zurück im Team und verrichtete wie gewohnt seinen Dienst, mustergültig von den Brüdern Dennis und Joshua Höllige unterstützt. Mit einem 45er Schnitt und ohne brenzlige Situationen gingen wir in den Feldberg hinein. Dort hielten die Höllige-Brüder und Nils Kessler das Feld bis zur Hälfte des Anstiegs zusammen, bis die ersten Attacken etwas Schwung ins Rennen brachten.

Wir blieben aber geduldig, fuhren ein gleichmäßiges Tempo weiter - und am Abzweig Sandplacken war die Gruppe wieder beisammen. Wie jedes Jahr wurde auf den folgenden rund sechs Minuten das Rennen vorsortiert, aber aufgrund des Gegenwinds war der Cut weniger hart als in den letzten Jahren. Mit gut 25 Mann ging es über die Kuppe und bis auf Ben war unser gesamtes Team noch mit dabei - auch wenn der ein oder andere sich etwas strecken musste, um es mit in die Abfahrt zu schaffen. Unten im Tal angekommen wagte sich Einzelstarter Alexander Steffens mehrfach in die Offensive, doch er wurde von Joshua und Dennis gut kontrolliert und konnte nie mehr als 15 Sekunden Vorsprung herausfahren.

Attacken auf Kopfsteinpflaster

Auf einem kleinen Kopfsteinpflasterstück eröffnete ich dann Phase zwei unseres Plans. Mit wechselseitigen Attacken wollten wir unsere Konkurrenz mürbe machen und unserem Kapitän Flo Sauer das Feld für eine Solo-Fahrt bereiten. Also stiefelte ich auf dem Pflaster los und schloss zu Alex Steffens auf, wurde aber sogleich wieder von den Teams Velolease, Sebamed und Deltabike aus Gießen gestellt. Marc Hepperle übernahm die nächste Attacke, und als auch er eingeholt wurde, begann ich mit dem Spiel von vorne.

Das ging etwa 20 Minuten lang so, ehe sich Marc mit Tim Jäger vom Team Sebamed absetzen konnte. Weil Tim nominell unser schärfster Widersacher war, lancierte ich eine Attacke für Flo, der gemeinsam mit Alex Steffens nach vorne springen konnte. Als im Feld niemand konsequent nachführte, und Bene Fundel und ich die Konter-Attacken setzten, vergrößerte das Quartett an der Spitze sukzessive den Abstand. Kurz vor dem Mammolshainer Stich bog Alex Steffens auf die mittlere Strecke ab und Marc musste der Tempo-Arbeit für Flo Tribut zollen.

Das Team Strassacker siegte auch in der (inoffiziellen) Mannschaftswertung

So lief es auf einen Zweikampf zwischen Flo und Tim hinaus. Flo schlug von Beginn an ein hohes, aber kontrolliertes Tempo an. Erst nach dem Stich in der Mitte des Anstiegs in Mammolshain zog unser Leader voll durch und konnte sich rasch einen Abstand von einigen Sekunden auf Tim herausfahren. "Oben am Stich hatte Tim schon ein Loch, ist aber dann nochmal kurz zurückgekommen. Ich hab‘ da aber gar nicht so sehr drauf geachtet und hab‘ dann einfach voll durchgezogen. So hatte ich das von Anfang an geplant", erzählte Flo später im Ziel.

Auf den letzten gut zehn bergab führenden Kilometern nach Eschborn zog Flo weiter voll durch und konnte sich am Ende über ein Polster von über anderthalb Minuten auf den aufopferungsvoll kämpfenden Tim Jäger freuen. Die Titelverteidigung war geglückt, für Flo war es schon der zweite Sieg im Taunus, nach seinem Triumph als Einzelstarter 2024.

Starkes Finale für das ganze Team

Auch dahinter konnten wir ein starkes Finale fahren. Bene und Marvin Schmid lösten sich mit einer kleinen Gruppe und wurden erst auf der Zielgeraden von der nächsten größeren Gruppe gestellt. Marvin ersprintete sich trotzdem noch einen starken Rang vier, in seinem zweiten Rennen für das Team.

Noch beeindruckender war aber Joshua, der praktisch vom Start weg für das Team gearbeitet hatte, sich über den Mammolshainer ekeln musste - und schließlich auf Platz sechs ins Ziel kam, ein bärenstarkes Debüt in unseren Farben. Bene auf Platz zwölf und Nils auf Platz 13 holten die – in diesem Jahr leider nicht prämierte und daher inoffizielle – Team-Wertung für uns ins Ländle.

Zwei Siege aus zwei Rennen, nach jeweils taktisch einwandfreier Leistung, sind ein sehr überzeugender Saison-Start für unser Team. Das ist vor dem Hintergrund, dass wir heuer viele Neuzugängen haben, eine ebenso perfekte wie nicht selbstverständliche Ausbeute. Es macht in der neuen Truppe jedenfalls riesig Spaß und wir blicken schon mit großer Vorfreude auf die nächsten Rennen in den Vogesen - wo wir uns der auch internationalen Konkurrenz stellen werden.

Fabian Thiele ist Fahrer beim Team Strassacker.

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