Wilier Filante SLR ID2

Aero-Feinarbeit – nicht nur für die Profis

22.04.2026  |  Um dem Team Groupama–FDJ eine aerodynamisch optimierte Rennmaschine zur Verfügung stellen zu können, hat Wilier ein regelrechtes Forschungsprojekt gestartet – und dessen Ergebnis ist das Filante SLR ID2. Im vergleich zum Vorgänger hat es zwar das Gewicht gehalten, ist gleichzeitig aber merklich steifer und schneller geworden: Die Tretlagersteifigkeit ist um 7,5 % gewachsen, und die Leistungsaufnahme bei 40 km/h konnte um fast 5 % reduziert werden. Das entspricht satten 14 Watt und ergibt auf einer Strecke von 70 km einen Zeitvorsprung von 1:45 Minuten, wenn die speziellen AeroKit-Trinkflaschen montiert sind.

Mit schmaler Silhouette und Aero-Cockpit ist das Wilier Filante darauf ausgelegt, einem Messer gleich durch den Fahrtwind zu schneiden.

Diese sind bereits eines der Highlight des neuen Modells: Sie sitzen tief im Rahmendreieck und nehmen die Rohrformen auf, wobei die speziellen Flaschenhalter den sonst breiten, tiefen Zwischenraum zwischen Rahmen und Flasche eliminieren. Insgesamt gesehen entsteht überm Tretlagergehäuse eine aerodynamisch günstige „Box“.

Wer den Leichtlauf der Miche-Naben optimieren will, kann den Radsatz mit Keramiklagern ordern.

Während das Rahmendreieck mit fast waagerechtem Oberrohr geradezu klassisch aussieht, dabei natürlich mit flächigem Steuerkopf den Luftwiderstand reduziert, weisen Gabel und Hinterbau sichtbare Aero-Merkmale auf. Die Forke baut ordentlich breit und lässt dem Laufrad viel Platz, womit Turbulenzen vermieden werden; gleichzeitig ist so die Verwendung 34 mm breitere Reifen möglich. Die Gabelbeine sind flach und mit hinten abgeschnittenem Tropfenprofil versehen. Ähnlich geformt sind die Sitzstreben, die zusätzlich minimal nach innen gedreht wurden und damit zur Reduzierung von Turbulenzen beitragen.

Die speziellen Flaschen und Halter ergeben eine aerodynamische Einheit, die Verwirbelungen merklich reduziert.

Die Geometrie des neuen Wilier Filante ist in Sachen Stack und Reach sehr sportlich ausgelegt, wobei die Abwinkelung der Lenker-Vorbau-Einheit für eine nochmal etwas flachere Haltung sorgt. Mit sechs Rahmengrößen und diversen Spacer-Konfigurationen und Vorbaulängen ist laut Hersteller eine extrem präzise Anpassung möglich. Ausgewogene Winkelstellungen und ein nicht allzu kurzer Radstand sprechen für einen neutralen Charakter.

50 mm tiefe, dabei 30 mm breite Felgen harmonieren sehr gut mit aktuellen Reifenbreiten

Die Komplettierung mit Shimano Dura-Ace hebt ein weiteres interessantes Detail hervor, nämlich die Position de Di2-Akkus hinterm Tretlager. Um ihn zu erreichen, muss man nicht mehr die Sattelstütze ausbauen; dazu soll sich die tiefe Position der Batterie positiv auf den Schwerpunkt der Rennmaschine auswirken.

Der abfallende Vorbau bringt den Lenker etwas weiter nach unten.

Mit Dura-Ace-Gruppe und Miche-Radsatz entspricht das Filante ziemlich genau dem Teamrad von Groupama–FDJ, wobei die französischen Profis mit dem auffälligen roten Rahmen unterwegs sind. Insgesamt stehen sechs Farbvarianten zur Wahl, von denen Rot und Blau aufpreispflichtig sind. Mit 7,6 Kilo in Größe L ist das Wilier ein gutes Stück vom UCI-Mindestgewicht entfernt, was allerdings zeigt: Auch im Berufssport priorisiert man längst eine optimale Aerodynamik und hohe Steifigkeit über ein paar Hundert Gramm Gewichtsersparnis.

Die Sitzstreben sind leicht nach innen gedreht, was Turbulenzen am Hinterbau reduziert.



Preis ab 10.900 Euro mit Shimano Dura-Ace Di2 und Miche Kleos RD 50 Carbon
Gewicht 7,59 Kilo (inkl. zwei Flaschenhalter, Flaschen, Rahmenhöhe L)

Link zum Wilier Filante SLR ID2
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